Am von Ruben in Urteile geschrieben und am 16.05.2019 um 10:30 aktualisiert
Headhunter

Arbeitnehmer auf Privathandy anrufen und abwerben

Wer einen Arbeitnehmer auf seinem Privathandy anruft, obwohl er gerade am Arbeitsplatz ist, und versucht diesen abzuwerben, verstößt gegen Grundsätze der Wettbewerbswidrigkeit. Der Anrufer muss zu Beginn des Gespräches erfragen, ob der Angerufene am Arbeitsplatz sei oder nicht.

Abwerben eines Mitarbeiters am Telefon
Abwerben eines Mitarbeiters am Telefon nur in seiner Freizeit möglich.
© Mimzy / pixabay.com

Frankfurt am Main, 16. Mai 2019 - Es kommt insbesondere bei sogenannten Headhuntern häufiger vor, dass sie Arbeitnehmer kontaktieren, um sie für ihr eigenes oder ein beauftragtes Unternehmen abzuwerben. Dem ist grundsätzlich auch nichts entgegen einzuwenden. Problematisch wird das Ganze jedoch, wenn der Headhunter versucht, den Arbeitnehmer mehrfach am Arbeitsplatz zu kontaktieren. Ob der Kontakt dabei über das Diensttelefon oder das private Handy erfolgt, spielt keine Rolle.

Erstkontakt hinnehmbar, Folgekontakte nur außerhalb der Arbeitszeit

In einem konkreten Fall hatte ein Arbeitgeber einen anderen verklagt, der einen seiner Mitarbeiter häufiger am Arbeitsplatz kontaktierte, um ihn abzuwerben. Die Richter des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main gaben dem Kläger Recht. Zwar sei es grundsätzlich hinnehmbar, dass ein Unternehmen Mitarbeiter eines anderen Unternehmens abwirbt. Unzulässig ist es jedoch, mit dieser Abwerbung die Betriebsabläufe zu stören, sprich den Mitarbeiter während seiner Arbeitszeit zu kontaktieren.

Ein Erstkontakt ist unproblematisch - auch am Arbeitsplatz - sofern dieser nur kurz ist, der Anrufer den Grund für seinen Anruf erklärt und Interesse an einem vertieften Kontakt erfragt. Weitere Kontakte müssen dann jedoch außerhalb der Arbeitszeit erfolgen.

Anruf über Privathandy: Anrufer muss fragen, ob Mitarbeiter am Arbeitsplatz ist

Nun kann ein Headhunter ja auf die Idee kommen, über die private Mobilnummer anzurufen. Dann weiß er ja nicht, dass der Mitarbeiter eventuell gerade am Arbeitsplatz ist. Doch auch hier schoben die Richter einen Riegel vor. Es sei absolut zumutbar, dass der Anrufer am Beginn des Gesprächs sich kurz erkundigt, ob der Mitarbeiter gerade am Arbeitsplatz sei oder nicht. Diese Frage belastet weder den Anrufer, noch den Angerufenen. Gleichzeitig wird so sichergestellt, dass der Kontakt nicht während der Arbeitszeit erfolgt. Denn ein solcher wäre ansonsten ein Eingriff in die betriebliche Sphäre des Arbeitsgebers.

Urteil 6 U 51/18 OLG Frankfurt

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