Am von Torsten in kurz notiert geschrieben und am 21.06.2022 um 15:11 aktualisiert
Über Sinn und Unsinn von Smart Home

Smart Home Systeme: Für Hacker oder Unternehmer gut?

Alexa, Siri, Cortana oder Google Assistant - Sprachassistenten haben längst in den Alltag vieler Menschen Einzug gehalten. In Verbindung mit Smarthome Systemen machen sie das Leben angenehmer und mitunter auch effizienter. Kein Wunder, dass auch Smart Business Lösungen in immer mehr Unternehmen zum Einsatz kommen. Obwohl sie dem Unternehmer ein Gefühl der Kontrolle geben, könnte er genau die verlieren.

Einsatzgebeite von Smart Home im Unternehmen
Die Einsatzgebiete von Smarthome im Unternehmen sind vielfältig, müssen aber gut durchdacht sein.
© geralt / pixabay.com

Es gibt drei Hauptgründe, warum Personen oder Unternehmen Smart Home Lösungen nutzen, nämlich:

  • Komfort: Durch smarte Sprachsteuerung können Dinge schnell erledigt werden.
  • Effizienz: Einerseits können Geräte, die mit Smart Home verknüpft sind, Zeit sparen, andererseits können Unternehmen aber auch signifikante Reduzierungen von Kosten erreichen.
  • Sicherheit: Smart Home Systeme können auch die Sicherheit erhöhen, z.b durch das Steuern von Kameras oder den smarten Einsatz von Licht während ihrer Abwesenheit.

Vor allem am Beginn der Nutzung sind Smart Home Lösungen mitunter auch etwas Spielerei, da es unzählige Komponenten gibt, auf die man zurückgreifen kann. Doch ohne Zweifel können sie, eine Effizienzsteigerung bewirken sowie zur Sicherheit des Unternehmens beitragen. Das Online-Nachrichtenmagazin Focus berichtete in einem Beitrag, dass durch den Einsatz von Smart Home Lösungen der Schutz vor Einbrechern deutlich gesteigert werden konnte. Was ist Smarthome aber genau? Dazu bei wikipedia lesen!

Smarthome Systeme optimieren Betriebsabläufe und steigern die Attraktivität

Ein System, welches auf Smarthome beruht, ist mit dem WLAN des Unternehmens verbunden. Über eine App auf dem Smartphone oder mittels Sprachbefehl kann die Steuerung der Geräte übernommen werden, wie etwa das Ein- und Ausschalten des Lichts, der Musik, des Computers, das Auf- und Abschließen der Tür, die Heizung usw.. Der Umfang der Funktionen ist letztlich auch abhängig vom Gerät und den verwendeten Funkstandards vom Anbieter des HomeKit. Die Homematic IP Systeme von Philips bieten zusätzliche Sensoren und Module an und sind somit auch für speziellere Einsatzorte im Smarthome geeignet. Achten Sie bei der Anschaffung darauf, ob sich Smart Home Geräte einfach ins vorhandene System nachrüsten lassen oder wie mache Homematic Geräte in den Hausbau integriert werden.

Anwendungsgebiete und Vorteile in Unternehmen

  1. Verkaufsräume können je nach Tageszeit und/oder Themengebiet smart beleuchtet werden.
  2. Hintergrundmusik kann optimal an die Zielgruppe angepasst werden
  3. Mittels smarter Sprachassistenten kann die Anzahl der Personen, die im Vor-Ort-Support tätig sind, reduziert werden.
  4. Steigerung der Effizienz und Reduzierung von Kosten durch optimierte  Heizungs- und Lichtsteuerung usw.
  5. Mittels Eingangskontrolle kann ein Smarthome System die Anzahl der Mitarbeiter erfassen und die Raumtemperatur anpassen.
  6. Lieferanten können mittels elektronischen Schließvorrichtungen selbstständigen Zutritt zum Lager erhalten. 
  7. Durch die Installation von Videokameras, Bewegungssensoren sowie Rauch- und Feuermelder oder auch Fenster- und Türkontakte, die alle mittels Smartphone App Steuerung überwacht werden, wird die Sicherheit im Unternehmen erhöht.
  8. Smarte Steuerung einzelner Geräte mittels Steckdosen, die mit dem WLAN verbunden sind.

Anwendungsbeispiele von Smart Home Systemen und unsere Empfehlungen

Produkt Kosten Nutzen Risiko Einschätzung und Empfehlung
Bluetooth Lautsprecher ab 30€ mittel gering empfehlenswert
WLAN Steckdose mit Appsteuerung ab 10€ mittel bis hoch mittel bis hoch Je nach angeschlossenem Equipment: empfehlenswert bis bedenklich.
smarte Lichtsteuerung ab 135€ mittel gering empfehlenswert
Heizung
Heizungssteuerung, Fußbodenheizung, WLAN Thermostat, Heizlüfter
ab 20€ hoch gering empfehlenswert

Sicherheit
Alarmanlage, elektrische Türklingel, WLAN Türschloss, Überwachungskamera, Rauchmeldung

ab 20€ hoch hoch Je nach angeschlossenem Equipment und Sicherheitsstufe des Gebäudes (vorhandene Daten und Waren): bedingt empfehlenswert bis bedenklich.

Haushaltsgeräte
Kaffeevollautomat, Saugroboter, Waschmaschine, Laserdrucker

ab 25€ sehr hoch gering Empfehlenswert, je nach angeschlossenem Equipment.

Raumklima
Luftreiniger, Klimageräte, Ventilator, Luftentfeuchter

ab 100€ sehr hoch gering Empfehlenswert, einfache Steuerung

Garten
Mähroboter, Poolroboter, Bewässerung

ab 150€ sehr hoch gering Sehr empfehlenswert, da Zeitersparnis hoch und Missbrauchsrisiko sehr gering.
Fernseher, Smart -TV ab 99€ hoch mittel Empfehlenswert, je nach Ausstattung der Geräte (Kamera, Mikrofone usw.).

E-Mobilität
Elektroauto, E-Bike, E-Scooter, E-Roller

ab 150€ sehr hoch mittel

Empfehlenswert, je nach Ausstattung der Fahrzeuge.
Steuern des Stromverbrauchs

Wie wurde bewertet?

Die Bewertung wurde aufgrund der Gefährdung von Menschenleben, möglichem Datenverlust sowie monetärem Verlust durch die Übernahme des im WLAN eingebundenen Equipments oder der Software eingeschätzt. Die Bewertung ist selbstverständlich subjektiv und kann im Einzelfall variieren. Darüber hinaus wurden auf die Erfahrungen und Berichte von homesmart.de als redaktionelle Quelle zurückgegriffen.

Einsparpotenzial im Unternehmen

In privaten Haushalten steht der Aspekt des Komforts häufig im Vordergrund, warum Personen auf Smart Home Geräte zurückgreifen. Dieser Aspekt ist sicher auch bei Unternehmen relevant, aber mehr noch kommen hier Sicherheit und Kosteneinsparungen sowie erweiterbare Komponenten zum Tragen.

Vorteile Nachteile
Betriebsausgaben senken: enormes Sparpotenzial bei Energiekosten (insbesondere bei größeren Unternehmen). DSGVO-Konformität muss im Vorfeld geprüft werden.
Mitarbeitermotivation: Kann den Komfort und Zufriedenheit des Personals erhöhen. Datenlecks und Hacking sind unwahrscheinlich, aber möglich.
Umsatzsteigerung: Potenzial zur Absatzsteigerung bei smarten Anwendungen, die sich auf die Bedürfnisse der Kunden ausrichten (Beispiel: smartes Ambiente). Die Kosten für Anschaffung können den monetären Nutzen übersteigen.
Sicherheit im eigenen Unternehmen kann erhöht werden. Geld- und Zeitverschwendung durch den ineffizienten Einsatz von Smart Home Systemen.
Zeitersparnis für das Unternehmen durch Smarthome Systeme. Zunehmende Instabilität eines vorhandenen IT- Systems oder Firmennetzwerkes durch zu schnelle und strategisch unklugen Einsatz von Smart Home Anwendungen, was zu Datenlecks oder Hacking (siehe oben) führen kann.

Datensicherheit nicht vergessen

Unternehmer sollten in puncto Sicherheit auch die Sicherheit der Smarthome-Geräte sowie der Smartphone-App bedenken. Die Funkstandards sind für die Smarthomesteuerung ein ausschlaggebender Punkt, welcher bei der Zusammenarbeit einzelner Komponenten entscheidend sein kann. Beim Kauf sollten Sie hier vor allem auf einzelnen Hersteller von Markenprodukten oder auf die bereits bestehende Zusammenarbeit großer Firmen wie Google, Amazon und Apple gesetzt werden. Denn vor allem beim Austausch der Informationen zwischen den einzelnen Geräten haben Hacker die Möglichkeit, dort anzugreifen und Daten zu stehlen. Zwei Aspekte sollen im Folgenden noch kurz beleuchtet werden. Einerseits die Sicherheit des Anbieters, aber auch der rechtliche Aspekt in Verbindung mit DSGVO.

1. Datenlecks sind unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen

Sicherheitsexperten deckten vor einiger Zeit bei einem chinesischen Smart Home Hersteller eine gewaltige Sicherheitslücke auf. Sie konnten auf über zwei Milliarden Datensätze zugreifen. Die Datenbank enthielt persönliche Daten wie E-Mail-Adresse, Passwörter usw. 

Aber das Gravierendste war, dass sie sich auch Zugang zu den Smart Home Geräten verschaffen konnten. Sie hätten Mikrofone, Kameras oder Standortdaten kontrollieren und erfassen können. 

Hätte es sich um kriminelle Angreifer gehandelt, hätten sie auch Zugang zu elektronischen Türschlössern oder Sicherheitskameras gehabt. Auch wenn es sich hier um einen Ausnahmefall handelt, zeigt es, dass der Einsatz von Smart Home im Unternehmen immer abgewogen werden muss.

Potenzielle Risiken müssen mit den Vorteilen abgewogen werden. Um lediglich einen PC einzuschalten, sind vermutlich keine WLAN fähigen Steckdosen und der Einsatz von Smart Home Geräten notwendig.

2. Ist Smarthome DSGVO-konform?

Bei Anwendung von Smart Home Lösungen werden eine Vielzahl von Daten gesammelt, verarbeitet und gespeichert. Das betrifft auch persönliche Daten von Mitarbeitern, Lieferanten sowie Kunden.

Der Unternehmer hat hier die Verantwortung, dass die Verarbeitung, aber vielmehr die Sicherheit der gespeicherten persönlichen Daten nach DSGVO gewährleistet ist.

Da Daten bei Smarthome Geräten häufig mittels WLAN an eine Cloud gebunden sind und diese Anbieter wiederum im EU-Ausland (vorwiegend in den USA) sitzen, können sich Folgeprobleme ergeben. Insbesondere Billiganbieter erfüllen in aller Regel nicht die geforderten gesetzlichen Standards. Unternehmer müssen sich daher im Vorfeld genauestens informieren, ob der Einsatz von Smarthome Lösungen sowohl in puncto Datenschutz als auch in Sachen IT-Sicherheit bei den Herstellern gewährleistet ist.

Hinweis: Kleinunternehmer, die nur für sich allein arbeiten, oder Solo-Selbstständige, die keinen direkten Kundenkontakt in firmeneigenen Räumen haben, müssen auf diesen Punkt weniger Acht geben.

Ergebnis: Smart Home Lösungen sind strategische Entscheidungen

Unternehmer müssen immer Kosten und Risiken dem Nutzen gegenüberstellen. Das gilt auch beim Einsatz von Smart Home Lösungen. Konkret geht es darum, seriöse und geeignete Dienstleister und Hersteller zu finden sowie Anbieter, die sich an die geltenden DSGVO-Richtlinien halten. Smart Home Geräte sind Chance als auch Risiko zugleich. Speziell beim Einsatz von Sprachsteuerung und Videokameras sollten Unternehmer genau auf die Software und die verfügbaren Komponenten achten. Im Zweifel sollte ein professioneller Smart Home-IT-Berater hinzugezogen werden.
 

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Autor: gruenderlexikon.de-Redaktion Torsten
Torsten Montag ist seit 2004 als Chefredakteur inhaltlich für das Gründerlexikon verantwortlich. Er ist regelmäßig Interviewpartner sowie Gastautor von Fachbeiträgen externer Medien zum Thema Gründung und Selbständigkeit. Bevor er gruenderlexikon.de gegründet hat, war er als Steuerfachangestellter und Betriebswirt ua. bei PwC und einer Steuerkanzlei in Thüringen tätig.

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