Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Doppelte Haushaltsführung

Obergrenze bei der doppelten Haushaltsführung: Das ist neu

Wenn Arbeitnehmer oder Selbstständige am Ort ihrer ersten Tätigkeitsstätte bzw. ersten Betriebsstätte eine Zweitwohnung haben, von der aus sie täglich zur Arbeit fahren, spricht man von doppelter Haushaltsführung. Einige der Kosten können dann bei der Steuer abgesetzt werden – bis zu einer Obergrenze von 1.000€ pro Monat. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, für welche Kosten diese Obergrenze gilt und für welche Ausgaben nicht.

Ein leerer Raum, in dem lediglich eine Pflanze steht
So kahl muss es in der Zweitwohnung zum Glück nicht aussehen - die Einrichtung ist absetzar
© DarkWorkX / pixabay.com

München, 04.04.2019 – Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine Entscheidung zur Anwendung der Obergrenze bei der doppelten Haushaltsführung getroffen. Diese deckt sich auch mit dem Urteil vom Finanzgericht Düsseldorf. Entschiedne wurde, welche Kosten nur bis zu einer Obergrenze von 1.000€ pro Monat – also 12.000€ pro Jahr – als Werbungskosten (Arbeitnehmer) beziehungsweise Betriebsausgaben (Unternehmer) abgesetzt werden können und welche Kosten auch darüber hinaus noch steuerlich abzugsfähig sind.

Was wurde entschieden?

  1. Der BFH und das Finanzgericht haben im Wesentlichen zwei wichtige Entscheidungen getroffen: Die Obergrenze von 1.000€ pro Monat betrifft nur die Kaltmiete und die Nebenkosten. Wobei im Falle von Eigentum anstelle der Kaltmiete die Abschreibung des Kaufpreises bzw. der Baukosten und die Kreditzinsen angesetzt werden.
  2. Kosten, die beim Einzug in die Wohnung anfallen (z.B. Möbel), zählen nicht zu den Aufwendungen für die Nutzung der Zweitunterkunft. Diese werden stattdessen den sonstigen Kosten der doppelten Haushaltsführung hinzugerechnet, die auch dann absetzbar sind, wenn die Obergrenze von 12.000€ im Jahr überschritten wurde.

Was bedeutet das?

Da besonders im Einzugsjahr die meisten Kosten für neue Möbel anfallen und diese nun auch über die Jahresgrenze hinaus abgesetzt werden können, ergibt sich hier für Arbeitnehmer und Selbstständige der größte steuerliche Vorteil.

Bundesfinanzhof in München, Urteil vom 04.04.2019, Aktenzeichen VI R 18/17

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