Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Häusliches Arbeitszimmer

Büromöbel und Küchenzeile schließen Betriebsausgabenabzug aus

Unternehmer, die ein häusliches Arbeitszimmer unterhalten, müssen Acht geben, dass sie nicht einen Teil davon doch privat nutzen. Sollte sich dort beispielsweise noch eine Küchenzeile befinden, die privat genutzt wird, so schließt das einen Betriebsausgabenabzug aus. Selbst, wenn der Großteil des Arbeitszimmer für betriebliche Zwecke genutzt wird.

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© oliverreh / pixabay.com

München, 26. Januar 2017 - In einem konkreten Fall, den die Richter des BFH am 08. September 2016 zu beurteilen hatten, gab ein Selbstständiger 3,393,12 Euro an Betriebsausgaben für sein häusliches Arbeitszimmer an. Er hatte ein 2 Zimmer Apartment gemietet. Der als Wohnzimmer ausgewiesene Teil wurde als häusliches Arbeitszimmer genutzt. In diesem standen nach Angaben des Unternehmers unter anderem 2 Schreibtische, 2 Computer, Regalschränke, Telefonanlage, Faxgerät und 2 Drucker. Allerdings ragte aufgrund einer offenen Bauweise die Küche in den betrieblich genutzten Bereich hinein.  Insgesamt machte die Küche circa 10 Prozent der “Wohnzimmerfläche” aus, das vom Selbstständigen als Büro genutzt wurde. Außer seinem häuslichen Arbeitszimmer unterhielt der Kläger keinen weiteren betrieblich genutzten Raum. Das zuständige Finanzamt erkannte die Betriebsausgaben des Unternehmers nicht an, worauf dieser vor Gericht zog.

BFH bekräftigt strenge Regelung zur Absetzbarkeit eines häuslichen Arbeitszimmers

Die Richter urteilten, dass die angegebenen Betriebsausgaben nicht, auch nicht nur zum Teil, berücksichtigt werden können. Der Grund liegt darin, dass das genutzte Büro kein “betriebsstättenähnliches Gepräge” besitze, berichtet rechtslupe.de. Das Arbeitszimmer wurde sowohl betrieblich als auch privat genutzt. Außerdem gab es ausschließlich einen zum Privatbereich zugehörigen Flur, über den das Zimmer betreten werden konnte. Damit bestätigte der Bundesfinanzhof, dass für nur teilweise beruflich genutzte Arbeitszimmer keine Betriebsausgaben anerkannt werden (BFH-Urteil vom 8.9.2016, Az. III R 62/11), schreibt sis-verlag.de. Erst kurz zuvor urteilten die Richter außerdem, dass ein Raumteiler ebenfalls kein häusliches Arbeitszimmer begründet.

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Werkzeug kann als GWG abgeschrieben werden.

GWG Grenze wird auf 800 € angehoben

Seit 1964 liegt die GWG Grenze (geringwertige Wirtschaftsgüter) nahezu unverändert bei 410 Euro netto. Nach über 50 Jahren ist jetzt eine Anhebung für 2018 in Sicht. Bisher war nur einer "Planung" die Rede, die GWG Grenze auf 800 Euro anzuheben. Doch im Gesetz zur Einführung der Lizenzschranke, wurde dieses Vorhaben auch tatsächlich umgesetzt. AB 2018 gilt die GWG Grenze von 800 Euro.

arbeitszimmer muss angemessen sein

Arbeitszimmer darf nicht der größte Raum der Wohnung sein

So manch ein Unternehmer macht es sich dann doch zu einfach. Der größte und angenehmste Raum, z.B. das Wohnzimmer, wird einfach als Arbeitszimmer deklariert und schon können die Kosten dafür als Betriebsausgabe angesetzt werden. Aber ganz so einfach ist das Ganze doch nicht. Wenn ein Selbstständiger dann nur 20 Tage im Jahr dort verbringt, muss sich ja regelrecht der Verdacht aufdrängen, dass es sich hier nicht nur um ein Arbeitszimmer handelt.

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Das wurde zum Investitionsabzugsbetrag entschieden

Der Bundesfinanzhof und andere Gerichten haben im letzten Jahr gleich mehrere Urteile zum Thema Investitionsabzugsbetrag entschieden. Selbstständige und Unternehmer können einen Investitionsabzugsbetrag nutzen, wenn sie vorhaben, in der Zukunft Anschaffungen zu tätigen. Die geplanten Ausgaben können zum Teil bereits vorher angesetzt werden. Neu ist, dass auch ein rückwirkender Investitionsabzugsbetrag nach einer Betriebsprüfung zulässig ist.