Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben und am 08.06.2017 um 14:57 aktualisiert
Gesetzesänderung

Lohn und Verleihdauer ab 2017 bei Leiharbeiter geändert

Unternehmer, die planen, in 2017 neue Mitarbeiter über eine Zeitarbeitsfirma einzustellen, müssen einige Änderungen beachten. Denn für Leiharbeiter ändern sich ab April 2017 die Regelungen zu Lohn und Verweildauer.

Leiharbeit Änderungen 2017
© sasint / pixabay.com

Berlin, 02. Februar 2017 - Laut Angaben der Bundesregierung gibt es in Deutschland rund 1 Million Beschäftigte in der Leiharbeit. Circa 11.000 Unternehmen nutzen aktiv Leiharbeiter. Grundsätzlich wurden die Rechte von Leiharbeiter(innen) gestärkt. Selbstständige Unternehmer müssen vor allem in Bezug auf die Leihdauer und Lohn einiges beachten.

Höchstdauer von 18 Monaten für Leiharbeiter

Bisher gab es keine Höchstüberlassungsdauer für Leiharbeiter. Einige Unternehmen haben daher aus Kostengründen hauptsächlich über Leiharbeitsfirmen Personal eingestellt. Außerdem waren bzw. sind Firmen so flexibler. Mit dem neuen Gesetz dürfen Leiharbeiter nun nur noch höchstens 18 Monate in einem Betrieb arbeiten, berichtet starting-up.de. Danach muss der Verleiher sie abziehen oder der Unternehmer sie übernehmen. Abweichend von dieser Regelungen können Tarifpartner sich auch auf längere Verleihzeiten einigen. Allerdings gelten Mindeststandards.

”Equal Pay” - Nach 9 Monaten gleiches Geld

Gemäß den neuen Richtlinien zu “Equal Pay”, müssen Leiharbeitnehmer nach spätestens 9 Monaten das gleiche Arbeitsentgelt erhalten, wie die Stammbelegschaft in vergleichbaren Tätigkeiten. Das ist eine wesentlich Änderungen der bisherigen Regelungen. Unternehmen hatten nicht selten Leiharbeiter eingestellt, die dieselbe Tätigkeit verrichteten wie die Stammbelegschaft, nur dass sie schlechter bezahlt wurden. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles äußerte sich dazu im Bundestag:

Cover Ratgeber Corona Kriese überstehen
"Viele machen in der Pflege oder in der Fabrik die gleiche Arbeit, aber zu niedrigeren Löhnen. Dem wollen wir einen Riegel vorschieben".

Auch hier kann es abweichend dazu Ausnahmen geben, wenn diese in einem Branchen-Zusatztarifvertrag festgehalten werden. Allerdings gilt dort eine Höchstdauer von 15 Monaten und das Entgelt muss stufenweise angepasst werden.

Keine Streikbrecher

Ebenfalls von einigen größeren oder mittelständigen Unternehmen eingesetztes Mittel war, Leiharbeiter als Streikbrecher einzusetzen. Das heißt, wenn die Stammbelegschaft streikt, werden Leiharbeiter eingesetzt, die deren Tätigkeit übernehmen. Auch das wird durch das neue Gesetz nicht mehr möglich. Leiharbeiter dürfen zwar in einem bestreikten Betrieb arbeiten, dürfen allerdings nicht die Arbeit der streikenden Beschäftigten ausführen.

Flexibilität für Unternehmer soll erhalten bleiben

Das Ziel der Gesetzesänderungen ist es, Missbrauch in der Leiharbeitsbranche zu verhindern. Gleichzeitig soll aber auch die Flexibilität für Unternehmer erhalten bleiben. Möglich gemacht wird dies, indem tarifliche Einigungen immer Vorrang haben. Da es nicht immer leicht ist, qualifiziertes Personal zu finden, entscheiden sich immer mehr Unternehmer für eine externe Personalberatung. Dem Unternehmer hilft das auch insofern, dass er mehr Zeit und Kraft für sein Kerngeschäft hat. Auch bei einem plötzlichen Großauftrag, kann mit Hilfe von Leih- bzw. Zeitarbeitern ein personeller Engpass überbrückt werden. Daher könnte es sich auch für kleinere Unternehmen lohnen, über den Aspekt der Leiharbeit nachzudenken.

vg wort pixel
digitaler lohnnachweis für betriebliche unfallversicherung

Digitaler Lohnnachweis für betriebliche Unfallversicherung wird ab 2017 Pflicht

Kurz vor Jahreswechsel muss sich der eine oder andere Unternehmer mit Dingen herumplagen, die er unbedingt in diesem Jahr noch erledigen muss. Selbstständige, die auch Angestellte beschäftigen, müssen sich ab 2017 noch auf etwas anderes einstellen: Den digitalen Lohnnachweis für die betriebliche Unfallversicherung. Die wird dann nämlich Pflicht.

Datenschutz beim Adresshandel DSGVO

DSGVO: Wo bleibt der Datenschutz beim Adresshandel

Seit dem 4. Mai 2016 ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten und ab dem 25. Mai 2018 ist sie zwingend anzuwenden. Bedeutet das das endgültige Aus für den Adresshandel, der damit sein Listenprivileg verliert? Nein, denn auch in der DSGVO wird Direktmarketing als berechtigtes Interesse beschrieben. Sicher gehen kann man nur mit Firmenadressen.

Minusstunden mit Urlaub und Lohn verrechnen

Verrechnung von Minusstunden mit Lohn nicht ohne Weiteres möglich

Flexible Arbeitszeitmodelle haben für Unternehmer viele Vorteile. Beschäftigte stehen so bei Bedarf schnell zur Verfügung. In auftragsärmeren Zeiten, kann er diese anderweitig einsetzen. Auch für Beschäftigte bringt dies Vorteile mit sich. Diese können häufig Privates und Berufliches besser miteinander verknüpfen. Doch wie sieht es aus, wenn der Unternehmer etwaige Minusstunden mit Lohn und Urlaub verrechnen will. Kann er das so ohne Weiteres?

Wegen Corona ins Home Office

Wegen Corona ins Home-Office: So gelingt der Einstieg

Durch die “Corona-Krise” sind viele Unternehmen plötzlich gezwungen ihre Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Die meisten Firmen und Angestellten sind jedoch gar nicht darauf vorbereitet. Doch wie gelingt der Einstieg ins Home-Office für den Chef und für die Angestellten? Auch Selbstständige und Freiberufler haben jetzt viele Fragen. Hier gibt's die Antworten.

Aktenstapel im Büro

GoBD 2019: Was ändert sich, was bleibt?

Viele Existenzgründer überlassen ihre Buchhaltung lieber einem Experten. Aber damit gehen sie nicht unbedingt auf Nummer Sicher. Wenn das Finanzamt Fehler in der Steuererklärung entdeckt, haftet allein der Geschäftsführer. Deshalb sollte jeder Unternehmer die wichtigsten Vorschriften für die Buchführung kennen. Dazu hat das Bundesfinanzministerium 2019 neue GoBD-Regelungen veröffentlicht.

Bereitschaftsdienst kann langweilig sein

Auch für Bereitschaftszeiten muss gesetzlicher Mindestlohn gezahlt werden

Unternehmer sind verpflichtet, ihren Angestellten auch für Bereitschaftszeiten den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen. Wie das Bundesarbeitsgericht jedoch feststellte, ist es dabei unerheblich, ob die Bereitschaftszeit innerhalb der regulären Arbeitszeit erfolgt oder außerhalb. Ein Angestellter hatte geklagt, dass er zusätzlich zu seinem Gehalt, die Zeiten für Bereitschaftsdienst extra vergütet bekommen müsse. Dem widersprachen die Richter.