Gesetzesänderung

Lohn und Verleihdauer ab 2017 bei Leiharbeiter geändert

Unternehmer, die planen, in 2017 neue Mitarbeiter über eine Zeitarbeitsfirma einzustellen, müssen einige Änderungen beachten. Denn für Leiharbeiter ändern sich ab April 2017 die Regelungen zu Lohn und Verweildauer.

Leiharbeit Änderungen 2017
© sasint / pixabay.com

Berlin, 02. Februar 2017 - Laut Angaben der Bundesregierung gibt es in Deutschland rund 1 Million Beschäftigte in der Leiharbeit. Circa 11.000 Unternehmen nutzen aktiv Leiharbeiter. Grundsätzlich wurden die Rechte von Leiharbeiter(innen) gestärkt. Selbstständige Unternehmer müssen vor allem in Bezug auf die Leihdauer und Lohn einiges beachten.

Höchstdauer von 18 Monaten für Leiharbeiter

Bisher gab es keine Höchstüberlassungsdauer für Leiharbeiter. Einige Unternehmen haben daher aus Kostengründen hauptsächlich über Leiharbeitsfirmen Personal eingestellt. Außerdem waren bzw. sind Firmen so flexibler. Mit dem neuen Gesetz dürfen Leiharbeiter nun nur noch höchstens 18 Monate in einem Betrieb arbeiten, berichtet starting-up.de. Danach muss der Verleiher sie abziehen oder der Unternehmer sie übernehmen. Abweichend von dieser Regelungen können Tarifpartner sich auch auf längere Verleihzeiten einigen. Allerdings gelten Mindeststandards.

”Equal Pay” - Nach 9 Monaten gleiches Geld

Gemäß den neuen Richtlinien zu “Equal Pay”, müssen Leiharbeitnehmer nach spätestens 9 Monaten das gleiche Arbeitsentgelt erhalten, wie die Stammbelegschaft in vergleichbaren Tätigkeiten. Das ist eine wesentlich Änderungen der bisherigen Regelungen. Unternehmen hatten nicht selten Leiharbeiter eingestellt, die dieselbe Tätigkeit verrichteten wie die Stammbelegschaft, nur dass sie schlechter bezahlt wurden. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles äußerte sich dazu im Bundestag:

"Viele machen in der Pflege oder in der Fabrik die gleiche Arbeit, aber zu niedrigeren Löhnen. Dem wollen wir einen Riegel vorschieben".

Auch hier kann es abweichend dazu Ausnahmen geben, wenn diese in einem Branchen-Zusatztarifvertrag festgehalten werden. Allerdings gilt dort eine Höchstdauer von 15 Monaten und das Entgelt muss stufenweise angepasst werden.

Keine Streikbrecher

Ebenfalls von einigen größeren oder mittelständigen Unternehmen eingesetztes Mittel war, Leiharbeiter als Streikbrecher einzusetzen. Das heißt, wenn die Stammbelegschaft streikt, werden Leiharbeiter eingesetzt, die deren Tätigkeit übernehmen. Auch das wird durch das neue Gesetz nicht mehr möglich. Leiharbeiter dürfen zwar in einem bestreikten Betrieb arbeiten, dürfen allerdings nicht die Arbeit der streikenden Beschäftigten ausführen.

Flexibilität für Unternehmer soll erhalten bleiben

Das Ziel der Gesetzesänderungen ist es, Missbrauch in der Leiharbeitsbranche zu verhindern. Gleichzeitig soll aber auch die Flexibilität für Unternehmer erhalten bleiben. Möglich gemacht wird dies, indem tarifliche Einigungen immer Vorrang haben. Da es nicht immer leicht ist, qualifiziertes Personal zu finden, entscheiden sich immer mehr Unternehmer für eine externe Personalberatung. Dem Unternehmer hilft das auch insofern, dass er mehr Zeit und Kraft für sein Kerngeschäft hat. Auch bei einem plötzlichen Großauftrag, kann mit Hilfe von Leih- bzw. Zeitarbeitern ein personeller Engpass überbrückt werden. Daher könnte es sich auch für kleinere Unternehmen lohnen, über den Aspekt der Leiharbeit nachzudenken.

vg wort pixel