Beratungsförderung schön und gut – aber manchmal hapert’s eben

Ein Unternehmens- oder Existenzgründungsberater würde wohl vielen Unternehmen und Gründern gut tun. Doch die meisten Unternehmer – ganz besonders kleine und mittlere Unternehmen – haben Bedenken. Sie wissen um die hohen Kosten der Berater und können den tatsächlich erreichten Nutzen nicht evaluieren.

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Es gibt derzeit 119 verschiedene Programme, die entweder von den Ländern oder vom Bund vergeben werden, mit denen die Beratung gefördert werden kann. Viele Unternehmen wissen dies gar nicht oder schaffen es nicht, in der Vielfalt der Programme einen Überblick zu gewinnen.

Förderungen durch den Bund

Die meisten Programme des Bundes umfassen beispielsweise einen Zuschuss zu den Beratungskosten in Höhe von 50 Prozent, der jedoch in der Regel auf einen bestimmten Höchstbetrag gedeckelt ist. Wer sein Unternehmen in den neuen Bundesländern betreibt, kann teilweise sogar eine Förderung in Höhe von 75 Prozent in Anspruch nehmen. Wenn die Gründung aus der Arbeitslosigkeit heraus erfolgt, kann sogar eine Förderung bis 90 Prozent gewährt werden.

Der Bund hat ein jährliches Fördervolumen von etwa 50 Millionen Euro zur Verfügung, das für verschiedenste Arten von Förderungen genutzt werden kann, beispielsweise für ein Existenzgründercoaching oder eine Unternehmensberatung. Die KfW-Bankengruppe organisiert das Gründer-Coaching für Jungunternehmen, deren Gründung nicht mehr als fünf Jahre zurückliegt.

Die Probleme der Beratungsförderung

Auf den ersten Blick wirkt das natürlich alles ganz toll – allerdings hat die Beratungsförderung auch mit einigen Problemen zu kämpfen, die die Programme für viele Unternehmer wieder unattraktiv macht:

  • Der Genehmigungsprozess für die Förderungen dauert teilweise viel zu lange. Dies ist umso schlimmer, da die meisten Programme nur dann ziehen, wenn die Beratung noch nicht begonnen hat.
  • Für die Beantragung der Zuschüsse ist ein hoher bürokratischer Aufwand erforderlich, den viele Unternehmer scheuen.
  • Viele Förderprogramme schließen sich gegenseitig aus oder dürfen nur in Anspruch genommen werden, wenn eine bestimmte Förderhöhe noch nicht erreicht wurde.
  • Wenn der Berater höhere Tagessätze verlangt als im Förderprogramm vorgesehen ist, kann es Probleme bei der Auszahlung des Zuschusses geben.

An diesen Mankos müssen die Förderprogramme wohl noch ein wenig arbeiten, um die Leistungen von Unternehmens- und Existenzgründungsberatungen für kleine und mittlere Unternehmen wirklich attraktiv zu machen.



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