Arbeitsmarktpolitische Instrumente auf dem Prüfstand

Wie eine aktuelle Studie des IAB Nürnberg, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, zu Tage brachte, gibt es erhebliche qualitative Unterschiede bei den arbeitsmarktpolitischen Maßnamen. Die Bandbreite reicht von höchst erfreulichen Ergebnissen bis hin zu Förderprojekten, die ihres Namens nicht würdig sind.

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Arbeitsmarktpolitik mit hoher Effizienz

Innerhalb der Studie des IAB konnten sich wenige Instrumente deutlich von der Masse abheben und durch hohe Effektivität überzeugen. Hierzu zählen die Gründungsförderung, die Unternehmensneugründern zugute kommt, der Eingliederungszuschuss, welcher die Einstellung von Arbeitssuchenden unter bestimmten Voraussetzungen bezuschusst, sowie die betriebliche Trainingsmaßnahme, eine Form der Arbeitserprobung.

Geringe, aber dennoch vorhandene Wirksamkeit

Neben den Top Positionen konnte die Studie des IAB Förderungen herausarbeiten, die zwar nicht von überragendem Erfolg gekennzeichnet sind, dennoch aber eine leicht positive Wirkung haben.

Hier nimmt der Vermittlungsgutschein eine gute Stellung ein. Ebenfalls in diesem Bereich angesiedelt findet sich die überbetriebliche Trainingsmaßnahme, also die allgemeine Schulung arbeitsuchender Personen bei einem Bildungsträger. Auch die gezielte berufliche Weiterbildung kann  leichte Vorteile induzieren, ebenso wie Arbeitsgelegenheiten, zu denen die umstrittenen Ein-Euro-Jobs zählen.

Hier regiert die Wirkungslosigkeit

Licht und Schatten liegen eng beieinander und bei der Arbeitsmarktpolitik ist dies ähnlich. Denn im Sammelsurium der zur Verfügung stehenden Instrumente konnte die Studie des IAB vollkommen wirkungslose Fördermaßnahmen zu Tage bringen.

Beispielsweise wenn Dritte jenseits des Vermittlungsgutschein mit der Arbeitsvermittlung beauftragt werden, kommt nur selten ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zustande.

Gleiches gilt  für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die lediglich der vorübergehenden Beschäftigung dienen, ohne als arbeitsmarktpolitisches Instrument Effizienz zu beweisen.

Noch schlimmer verhält es sich mit dem Beschäftigungszuschuss. Dieser begünstigt jene Arbeitgeber, die einen Langzeitarbeitslosen mit multiplen Vermittlungshemmnissen einstellen. Leider endet das Arbeitsverhältnis meist mit der Befristung des Beschäftigungszuschusses, so dass genau das Gegenteil des Gewünschten erwirkt wird.

Resümee der Studie

Zusammenfassend konnte die IAB Studie zur Effizienz verschiedener arbeitsmarktpolitischer Instrumente verdeutlichen, dass gewisse Maßnahmen tatsächlich äußerst viel versprechend sind. Neben dem Eingliederungszuschuss trifft dies auf das betriebliche Training und den Gründungszuschuss zu.

Umso verständnisloser steht man der Tatsache gegenüber, dass genau an diesem Instrumentarium der Rotstift angesetzt und der Gründungszuschuss gekürzt wird. Stattdessen empfiehlt der IAB, die Begünstigten verschiedener Maßnahmen präziser und passgenauer auszuwählen.



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