Einheitlicher Zahlungsverkehr EU-weit – Vorbereitung auf SEPA

Ab Februar 2016 sind bargeldlose Zahlungen nur noch mit dem sogenannten SEPA-Überweisungsverfahren bzw. SEPA-Lastschriftverfahren möglich. Geldtransfairs erfolgen ab dann nur noch über die Verwendung der internationalen Kontonummern und Bankleitzahlen IBAN und BIC. Mit dieser Maßnahme soll der Zahlungsverkehr in der EU vereinheitlicht werden. Im regulären Einzugsermächtigungsverfahren gab es Änderungen, die seit Mitte 2012 gelten.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Neuregelungen im Einzugsermächtigungsverfahren

Seit Juli 2012 gibt es in Vorbereitung auf das SEPA-Verfahren bereits im regulären Lastschriftverfahren Änderungen. So muss nun der Kunde bei seiner Bank den Lastschrifteinzug autorisieren, vorher war die Erteilung der Einzugsermächtigung an den Vertragspartner ausreichend. Wurde der Lastschrift nicht innerhalb von sechs Wochen widersprochen, galt sie als genehmigt. Weiterhin dürfen Banken nun Gebühren verlangen, wenn eine Lastschrift mangels Deckung nicht ausgeführt werden konnte. Alle Änderungen bezüglich des Lastschrifteinzuges können in den aktuellen Geschäftsbedingungen der Banken nachgelesen werden. Als Bankkunde sollte man folgendes beachten:

  • Die Umstellung auf das neue Einzugsermächtigungsverfahren für die Kunden ist von den Banken automatisch durchgeführt worden. An bestehenden Einzugsermächtigungen muss nichts geändert werden.
  • Erteilte Einzugsermächtigungen können bis einen Tag vor Ausführung widerrufen werden.
  • Sind die Beträge abgebucht, ist eine Rückerstattung bis zu acht Wochen nach der Kontobelastung möglich.
  • Wird ein Konto trotz Widerruf der Einzugsermächtigung belastet, besteht über 13 Monate ein Rückerstattungsrecht durch den Kunden.

SEPA – “Single Euro Payments Area“

Das Hauptziel des SEPA-Verfahrens ist die Vereinfachung und Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs innerhalb der EU, der Vorteil für Unternehmer liegt darin, dass keine speziellen Konten für Auslandsgeschäfte mehr nötig sind. Generell übernehmen die Banken die Umstellung für die zahlenden Kunden, Unternehmer, die Lastschriften einziehen, müssen einige Maßnahmen ergreifen, um die SEPA-Konformität der Lastschrift zu gewährleisten:

  • Bei der Bundesbank muss eine sogenannte Gläubiger-ID beantragt werden, den Link zur Bundesbank finden Sie hier.
  • Bei der Bank muss die Teilnahme am SEPA-Basis-Lastschriftverfahren beantragt werden
  • Kontonummer und Bankleitzahl der Kunden müssen in die internationalen Kennziffern IBAN und BIC umgewandelt, bzw. erfragt werden.
  • Jeder Kunde benötigt eine individuelle Mandatsnummer, die vom Unternehmer vergeben wird.
  • Die eigene Zahlungsverkehrssoftware muss auf ihre SEPA-Fähigkeit geprüft werden
  • SEPA-Lastschriften haben fällige Einzugstermine, die festgelegt und den Kunden mitgeteilt werden müssen.
  • Für SEPA-Basis-Lastschriften gibt es feste Einreichungstermine, nämlich fünf Tage für Erstlastschriften und zwei Tage für Folgelastschriften.
  • Die Aufbewahrungspflicht für SEPA-Mandate (Einzugsermächtigungen) beträgt 14 Monate nach dem letzten Einzug.

Wichtige Information für Unternehmer

Neben der SEPA-Basis- gibt es die SEPA-Firmenlastschrift, die dem Abbuchungsverfahren ähnelt: Die Lastschrift muss einen Tag vor Fälligkeit vorliegen, ein Widerrufsrecht gibt es hier nicht.

Auch wenn scheinbar noch viel Zeit bis zur Verpflichtung zur SEPA-Lastschrift ist, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Unternehmer, um den eigenen Zahlungsverkehr EU-konform umzustellen. Weitere Informationen zum SEPA-Verfahren lesen Sie hier.



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