Der Papst im Eichsfeld - eine Chance für Region und Unternehmer

Noch in diesem Jahr wird im Eichsfeld, Thüringen, ein Ereignis stattfinden, über das die gesamte Region lange reden wird. Es besteht der Ausnahmezustand.

Bild: Wengen / pixabay.com

Papst Benedikt XVI, das Oberhaupt der katholischen Kirche, wird am 23. und 24. September Erfurt und die Wallfahrtskappelle Etzelsbach, die im Eichsfeld liegt, besuchen. Am späten Nachmittag des 23. September ist eine Marianische Vesper an der Eichsfelder Wallfahrtskapelle geplant. Wie der für die Organisation des Papstbesuches zuständige Generalvikar Raimund Beck im Bistum Erfurt mitteilte, haben sich bereits 74.000 Menschen um eine Eintrittskarte beworben, um mit dem Papst an diesen beiden Tagen in Thüringen einen Gottesdienst zu feiern. 42.000 Anmeldungen betreffen die Veranstaltung am 24. September auf dem Domplatz in Erfurt. Für die Marianische Vesper an der Wallfahrtskapelle in Etzelsbach im Eichsfeld liegen bisher 32.000 Anmeldungen vor. Die Teilnehmerzahlen sind jedoch begrenzt. In Erfurt werden 27.900 Menschen zugelassen. Für die Messe in der Etzelsbacher Wallfahrtskapelle sind als Obergrenze 50.000 Menschen aufgrund der Infrastruktur und der Verkehrsanbindung des Ortes festgelegt worden.

Vorbereitung

Eine logistische Herausforderung kommt auf die Veranstalter im Eichsfeld zu. Circa 50.000 Menschen müssen sicher zum Veranstaltungsort des Gottesdienstes geleitet werden. Dazu soll ein rund zehn Kilometer langes Teilstück der Autobahn 38 zu einem Busparkplatz für registrierte Pilgerbusse umfunktioniert werden. Zugänge zu den Pilgerwegen sind geplant. Die Südharzautobahn wird dafür für etwa dreißig Stunden gesperrt. Wegen der schwachen Infrastruktur in der Region soll ein Großteil des Personen- und Güterverkehrs auf die Schiene verlegt werden. Umleitungen erfolgen über Bundesstraßen oder andere Autobahnen. Außerdem sollen Shuttlezüge die Besucher zu den Haltepunkten Bodenrode und Wingerode bringen. Von dort haben die Pilger dann noch einen drei Kilometer langen Fußmarsch bis zu Wallfahrtskapelle Etzelsbach vor sich.

Auswirkungen auf Region, Wirtschaft und Unternehmer

Die Wallfahrtskapelle Etzelsbach liegt zwischen den Eichsfelddörfern Steinbach und Hundeshagen. Sie blickt auf eine lange Wallfahrtstradition zurück. Der Besuch des Papstes am 23. September wird in den umliegenden Dörfern der Wallfahrtskapelle für reichlich Trubel sorgen. 50.000 Menschen als Obergrenze, dürfen die Messe von Papst Benedikt XVI im Eichsfeld besuchen. Diese Menschen benötigen zum Beispiel einen Platz zum Schlafen, wollen etwas zu Essen und zu Trinken haben, nehmen bestenfalls das ein oder andere Souvenier mit nach Hause, müssen Tanken oder eventuell ihr Fahrzeug reparieren lassen. Das sind 50.000 Übernachtungen, 50.000 Mahlzeiten, 50.000 Tankfüllungen. Beispielsweise werden sich Tankstellenbetreiber, Hotels, Zimmervermieter, gastronomische Betriebe sowie Getränkeanbieter die Hände reiben. Denn neben dem ganzen Rummel, der mitunter als sehr lästig empfunden wird, weil zum Beispiel jede Menge Müll anfällt oder die Entstehung von Krawall oder Randale befürchtet wird, werden 50.000 Menschen jede Menge Geld im Eichsfeld ausgeben.

Sicherlich wird Papst XVI das Gefühl kennen, dass hunderdtausende von Menschen seine Messen besuchen. Somit ist auch klar, dass egal wo der Papst etwas zu sagen hat, enorme Geldmengen im Umlauf sind, weil dort viele Menschen anwesend sind und somit auch viel Geld für oben Genanntes ausgegeben wird. Dazu kann man stehen wie man will. Fakt ist nun einmal, dass dadurch die Unternehmer, die in der jeweiligen Region (wie jetzt im Eichsfeld) ansässig sind, Geld verdienen und die Wirtschaft, zumindest für einen kurzen Zeitraum, angekurbelt wird.

Beispiel: Besucherströme und Einnahmen

In dem kleinen, beschaulichen Dorf Wacken in Schleswig-Holstein, hat man mit Besucheranstürmen zigtausender Menschen schon seit einigen Jahren Erfahrungen gemacht. Zum sogenannten Wacken Open-Air, der weltweit größten Hevy-Metall Veranstaltung der Welt, kommen jährlich über 80.000 Fans aus der ganzen Welt. Ein Wochenende verbringen sie meist friedlich in dem kleinen Ort, um sich von der Atmosphäre und der Musik des Großereignisses begeistern zu lassen. Die Veranstaltung hat längst Kultstatus. Jeder Besucher zahlt an diesem Wochenende für Unterkunft, Verpflegung, Tanken etc. circa 230 Euro. Eine enorme Geldeinnahmequelle, für die am Ort und in der Umgebung meist kleinen, ansässigen Unternehmer. So oder ähnlich, dürfte es auch den Eichsfeldern gehen.



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