Am von Torsten in Urteile geschrieben und am 11.10.2019 um 21:27 aktualisiert
Rabatte

Vorsicht bei Werbung mit "10% auf alles"

Unternehmer, die auf lange Sicht erfolgreich sein und dem Wettbewerb standhalten wollen, müssen sich einiges einfallen lassen. Ein probates Mittel hierfür sind nach wie vor Rabattaktionen.

10 Prozent reduziert Schild
Ein Schnäppchen, richtig?
© Tony Hegewald / pixelio.de

Erfurt, 23. Oktober 2018 - Preisnachlasse in Höhe von mehreren Prozent locken Kunden an und verleiten zum ausgiebigen Shoppen - schließlich hat man dabei das wohlige Gefühl, sogar noch etwas zu sparen. Dass diese Strategie aus Sicht des Anbieters jedoch nicht immer problemlos verlaufen muss, zeigte jüngst ein Urteil des Landesgerichts München.

Verbraucherschützer klagen Rabattaktionen an

Hintergrund war die Rabattaktion eines Gartencenters. Kunden versprach man 10% auf alle gekauften Artikel. Einen Haken hatte die Sache jedoch, denn bereits reduzierte Waren, Werbewaren und Gutscheine wurden von der Aktion ausgeschlossen. Auf das Kleingedruckte wurde mittels eines Sternchen auf den Werbetafeln hingewiesen. Für den Verbraucherschutzverein Grund genug, einen Antrag auf einstweilige Verfügung zu stellen. Diesem wurde seitens des LG München Ende August stattgegeben, einige Tage später folgte eine weitere Stellungnahme per Pressemitteilung.

Gericht bezieht Stellung

Als Begründung führten die Richter an, dass es sich bei der Schlagzeile "10% auf alles" schlichtweg um eine falsche Versprechung handele. Der Sternchenhinweis sei dafür völlig unerheblich. Denn eine Ausnahme sorge eben dafür, dass nicht "alles" mit den versprochenen 10% rabbatiert werde. Zwar erwiderte das Gartencenter, das die Mehrheit der im Aktionszeitraum verkaufen Waren mit dem versprochenen Prozentsatz verkauft wurde, das alles änderte jedoch nichts mehr am Urteil des Gerichts: Man hätte nicht "alles" versprechen dürfen. Auch der Begriff "Werbeware" solle in Zukunft unterlassen werden, da der Konsument in der Regel nicht wissen kann, welche Artikel unter diesen Begriff fallen.

Was bedeutet das für andere Unternehmer?

Die Reaktion der Verbraucherschützer und der Beschluss des Gerichts hat gezeigt, dass Rabattaktionen nicht immer mit Wohlwollen aufgenommen werden. Verbergen sich dahinter mehr oder weniger erkennbare Tricks oder falsche Versprechungen, kann dies schnell Folgen mit sich ziehen.

Auf Rabatte als Werbemittel muss daher jedoch nicht verzichtet werden. Unternehmer sollten jedoch stets auf die Klarkeit ihrer Aktion achten. Ausgenommene Artikel müssen eindeutig erkennbar sein und dürfen nicht hinter nebulösen Oberbegriffen versteckt werden. Unternehmer sollten auch nichts versprechen, was sie nicht halten können und auch nichts Gegenteiliges in ihren Werbebotschaften kommunizieren.

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