Frage von Karin am 18.10.13

Kleinunternehmen gründen - Kuchendeko aus Marzipan - was beachten???

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe in Kürze vor, mit meinem Hobby ein Kleingewerbe ins Leben zu rufen. Hierbei handelt es sich um die Dekoration aus Marzipan für Torten und Kuchen (die ich nicht anbieten möchte). Ich bin keine gelernte Konditorin. Mein Mann und ich sind selbständig und haben einige Küchenstudios. Die Funktionsküche unserer Hauptfiliale würde ich als Hauptarbeitsplatz verwenden. Die Marzipan-Dekorationen würde ich überwiegend übers Internet verkaufen wollen... vielleicht auch in unseren Läden anbieten und nach Aufträgen und Kundenwünschen anfertigen.   Jetzt interessiert mich, welche Auflagen muss ich erfüllen, was muss sonst noch beachtet werden? Das Material wie Marzipan oder Zuckerperlen sowie Lebensmittelfarbe würde ich fertig einkaufen und nicht selbst herstellen.

VG

 

Antwort von

Das ganze Unternehmen klingt sehr nach Konditor und hier muss man sehr genau nachschauen, ob es da nicht eine meisterpflicht gibt. Daher rate ich Ihnen nur dringend dazu, im Vorfeld zu prüfen, ob sie in der Liste der meisterpflichtiegen Tätigkeiten bei der Handwerkskammer stehen.

Ich werde jetzt ad hoc nachsehen, ob das so ist von Ihnen die genaue Stelle hier zeigen:

www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_a.html  

Einen interessanten Artikel zu diesem Thema haben wir unter folgender Adresse geschrieben:  

www.gruenderlexikon.de/checkliste/informieren/zulassungsvoraussetzungen-pruefen/meister  

Das Ergebnis aus meiner jetzigen Recherche lautet: als Konditor benötigen Sie einen Meistertitel. Gegebenenfalls kann durch einen Antrag eine Ausübungsberechtigung erwirkt werden, genau das sollten Sie mit der Handwerkskammer besprechen. Bitte fangen Sie nicht einfach die Tätigkeit an, denn dann ist es bereits zu spät, wenn jemand sie wegen einer unerlaubten Tätigkeit bei der Handwerkskammer meldet.   Auch wenn die Tätigkeit als Nebentätigkeit ausgeführt wird, ist sie trotzdem Anmeldung richtig und muss gegebenenfalls mit einem Meistertitel ausgeübt werden. Ob Sie nun jemanden einstellen, der den Meistertitel hat oder ob sie den selbst haben, ist dabei egal.   Selbstverständlich ist es nicht sinnvoll, wegen den paar Euro und der kleinen Ablenkung als Konditor einen Meister zu machen. Es ist auch sehr sinnvoll, mit der Handwerkskammer über die genaue Tätigkeit zu diskutieren, häufig ergibt sich im Nachgang auch etwas anderes, dass es doch gar nicht eine Konditorentätigkeit ist, sondern gegebenenfalls eine "künstlerische Tätigkeit" oä. So genau kenne ich mich da leider auch nicht aus, das ist aber mein Bauchgefühl.   

Habe derartige Fragestellungen und Probleme in Zusammenhang mit der Handwerkskammer schon oft hier gelesen und immer wieder das Gefühl bekommen, es ist fast eine Verhandlungssache, die man mit der Handwerkskammer die Tätigkeit umschreibt und nachweist was man letztlich macht.  

Wenn Sie es genau machen wollen und hundertprozentig wasserdicht, gehen sie nicht direkter Handwerkskammer sondern sondern lassen sich im Vorfeld von einem Juristen genau das Gesetz interpretieren und eine Alternative dazu für Ihre Anmeldung bei der Handwerkskammer generieren. Das kostet sicher ein paar Euro, erspart Ihnen aber im Nachgang viele dumme Fragen, Laufereien und gegebenenfalls eine Anmeldung bei der HWK oder sogar einen Rechtsstreit.  

Viel Erfolg dabei. Es wäre schön, wenn Sie Ihr Ergebnis hier wieder posten, so dass andere Leser auch etwas davon haben. Danke

 

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