Nebengewerbe oder Hauptgewerbe?

Sie müssen auf jeden Fall im Rahmen Ihrer Gründungsstrategie entscheiden, ob Sie Ihre Firma im  Nebengewerbe oder im Hauptgewerbe gründen und schlussendlich betreiben möchten. Diese Entscheidung kann weitreichende Folgen für Ihre Selbständigkeit haben.

Diese 10 teuren Fehler machen Gründer im Haupt- und Nebengewerbe.
Wir zeigen, wie Sie sich davor schützen.

Eine gescheiterte Existenzgründung kostet in Deutschland durchschnittlich rund 20.000 Euro. Wenn Sie die zehn teuersten Fehler vermeiden möchten, dann lesen Sie meinen kostenlosen Ratgeber.

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Was ist eigentlich ein Nebengewerbe?

Unter einem Nebengewerbe ist ein angemeldetes Gewerbe zu verstehen, was allerdings nicht hauptberuflich oder in Vollzeit ausgeübt wird. Der Gesetzgeber, dabei insbesondere der Sozialversicherungsträger (die gesetzlichen Krankenkassen), ziehen bei 20 Arbeitsstunden pro Woche (bis 2011: 15 Stunden) die Grenze zwischen Nebengewerbe und hauptberuflicher Tätigkeit. Das Wort Nebengewerbe gibt dabei keine Auskunft über Opens internal link in current windowdie Rechtsform des Unternehmens. Es kann prinzipiell jedes Gewerbe als Nebengewerbe ausgeübt werden, wobei es keine unterschiedliche Anmeldung beim Gewerbeamt gibt, d.h. die Anmeldung eines Nebengewerbes sieht genau so aus, wie die eines Hauptgewerbes. Im Lexikon sollten Sie sich darüber hinaus die Begriffe Vollerwerbsgründung sowie Teilselbständigkeit durchlesen. Das entspricht etwa den Begriffen Haupt- bzw. Nebengewerbe. Lesen Sie sich auch meine Definition zum Begriff Nebengewerbe durch.

Achtung: Unterscheiden Sie die Begriffe Opens internal link in current windowKleinstunternehmen, Kleinunternehmen, Einzelunternehmen und Nebengewerbe voneinander! Erst wer weiß, wovon er spricht, kann mitreden und etwas planen, gerade wenn es um so viele teilweise synonym verwendete Begrifflichkeiten geht!

Der Standard ist die Gründung im Haupterwerb

Sicher können Sie auch aus der Arbeitslosigkeit eine Existenzgründung im Hauptgewerbe starten, was ich ja bereits in der vorhergehenden Strategie beschrieben habe, wenn Sie jedoch aus der Arbeitslosigkeit mit einem Nebengewerbe beginnen wollen, müssen Sie sich über einige Folgen im Klaren sein:

Nachteile:

Vorteile

Beispiel für ein Nebengewerbe

Der Arbeitnehmer möchte neben seinem Vollzeitjob als Bürokaufmann bei einem großen deutschen Büroartikelhersteller in seiner Freizeit selbst hergestellte Textilien bei eBay verkaufen. Dazu meldet er ordnungsgemäß ein Gewerbe bei seinem zuständigen Gewerbeamt an. Einmal im Jahr ermittelt er die Betriebsausgaben und seine Erlöse, Umsätze bzw. Betriebseinnahmen, so dass er dem Finanzamt in seiner Steuererklärung den Gewinn aus seinem Nebengewerbe mitteilen kann. Eine zusätzliche Krankenversicherung benötigt er nicht, da er ja im Hauptjob bereits krankenversicherungspflichtig beschäftigt ist. Die Steuern (insbesondere die Einkommensteuer) für sein Nebengewerbe kann er nur ermitteln, wenn er auch seine übrigen Einkünfte ermittelt hat und seine steuerliche Situation insgesamt betrachtet. Das kostet ihm schon eine Menge Arbeit, weshalb er sich überlegt, die gesamte Steuererklärung, aber auch die Gewinnermittlung für sein Nebengewerbe von einem Steuerberater machen zu lassen.

Häufig gestellte Fragen zum Nebengewerbe

GründerlexikonTV: Was ist ein Kleinunternehmer?

Gründe, die für das Nebengewerbe sprechen

Viele Existenzgründer beginnen ganz bewusst im Nebengewerbe, sind sich jedoch sehr oft nicht im klaren darüber, warum sie es überhaupt tun. Ich möchte mit einer kleinen Liste einige Gründe nennen, warum es manchmal besser ist, neben gewerblich zu starten:

  1. Der Hauptjob bringt noch zuviel und sicheres Einkommen.
  2. Eine Kündigung vom Arbeitgeber ist Im Moment nicht denkbar.
  3. Der Arbeitgeber gestattet mir eine neben gewerbliche Betätigung, so das das Einkommen zur Finanzierung und Vorbereitung genutzt werden kann.
  4. Der Chef toleriert die nebengewerbliche Beschäftigung und bietet gleichzeitig für eine Vollerwerbsgründung in Zukunft Aufträge als neuer Kunde an.
  5. Das Einkommen vom Arbeitgeber ist höher und wird wesentlich länger gezahlt, als mögliche Fördermittel in der hauptberuflichen Existenzgründung.
  6. Sie möchten zunächst ausprobieren, Opens internal link in current windowob Sie ein Unternehmertyp sind.
  7. Ihre Geschäftsidee muss noch reifen, es müssen gegebenenfalls langwierige Registrierungen, Zulassungen bzw. Patente eingetragen werden.
  8. Es ist noch sehr viel Zeit für Forschung und Entwicklung nötig, welche jedoch über das nebengewerbliche Einkommen zumindest teilweise gegenfinanziert werden sollen.
  9. Die Idee soll durch das Nebengewerbe etabliert werden, sodass mögliche Konkurrenz abgeschreckt werden soll, auch in den Markt einzusteigen.

Kennen Sie weitere Gründe oder haben Sie eigene persönliche Intentionen zunächst im Nebengewerbe zu starten, dann lassen Sie es mich wissen.

Und so geht´s weiter:

Leserfragen zum Thema Nebengewerbe

Kann man ein Nebengewerbe zu zweit gründen?

Hallo, ein Bekanter und ich möchten beide ein Nebengewerbe gründen. Da wir beide noch einen Hauptjob haben, möchte ich gern wissen, ob man ein Nebengewerbe zu zweit anmelden kann und das zuzweit betreiben darf. Wenn ja, würde ich gern wissen wie das geht.

Antwort

Selbstverständlich kann man auch ein Nebengewerbe zu zweit betreiben, die Rechtsform lautet dann, wie auch im Hauptgewerbe, GbR (BGB Gesellschaft). Wie die Anmeldung geht? Ganz einfach, zu zweit zum Gewerbeamt gehen, Gewerbe anmelden und los geht's. Ein paar Euro wird das Kosten und den Personalausweis würdig ich mitnehmen.

Allerdings sollten Sie sich über die Folgen einer solchen Rechtsform und auch über die Folgen einer Selbstständigkeit im klaren sein. Sind sie das? Stichwort Teamgründung

Dürfen Familienmitglieder im Kleingewerbe mitarbeiten?

Hallo, im konkreten Fall sieht es so aus. Da ich momentan an einem Zweitwohnsitz wohne, mein Nebengewerbe aber gerne an meinem Hauptsitz anmelden möchte, da dort die Produkte gefertigt werden, weiß ich nicht genau, ob das so funktioniert. D.h. auf mich würde das Gewerbe laufen, aber vor allem meine Mutter würde die "Hauptarbeit" leisten (zumindest am Anfang). Dürfen Familienmitglieder ohne weiteres mitarbeiten oder muss man dieses "Personal" anmelden? Wenn ja, wo? Wo muss das Kleingewerbe gemeldet werden? Da wo der Antragssteller wohnt oder wo die "Betriebsstätte" ist?

Jetzt nehmen wir mal an, dass meine Mutter freiwillig mitarbeiten würde, d.h. sie möchte daran garnichts verdienen, sodern mich nur unterstützen (ohne Gehalt, Krankenversicherung etc.). Kann sie dann einfach mitarbeiten oder muss ich sie trotzdem irgendwo anmelden? Wie gesagt, sie würde mir nur helfen, da ich ja auch noch auf Vollzeit nebenher angestellt bin.

Antwort

Hallo,

selbstverständlich darf die Familie mitarbeiten. Sie müssen den Arbeitsvertrag nur so gestalten, das er einem so genannten Drittvergleich standhält, also die Mutter nicht besser behandeln als einen fremde Person in dieser Tätigkeit. Selbstverstänlich auch mit Überweisung usw. nicht bar auf die Hand bezahlen, das geht in die Hose.

Grundsätzlich ist Ihre Mutter Personal was auch ordnungsgemäß angemeldet sein muss. Also zunächst eine Betriebsnummer bei der Bundesagentur für Arbeit, dann Anmeldung bei der Krankenkasse Ihrer Mutter, Finanzamt wegen Lohnsteuerl, Soli und Kirchensteuer. Dann eine regelmäßige Lohn oder Gehaltsabrechnung und die Beiträge pünktlich überweisen. Dann kann nichts schiefgehen. Hier haben wir einen Gehaltsrechner, da können Sie sich schon mal alles vorab ausrechnen.

Andere Alternative 400 EUR Job oder auch als Minijob bekannt. Das sind dann 400 EUR für die Mutter oder das Familienmitglied und zusätzlich 30% SV (Sozialversciherung) an die BUndesknappschaft. Entweder über die Lohnsteuerkarte oder pauschal versteuert. Dazu würde ich übrigens einen Steuerberater oder ein Lohnbüro nutzen, da es im allgemeinen schwer ist regelmäßig Lohnabrechnungen auf dem neusten Stand durchzuführen, erst recht für Laien. Das koste dann aber wieder extra.

Es wird gesetzlich niemand daran gehindert kostenlos zu arbeiten. In Deutschland sehen das nur die Gewerbschaften eventuell anders.

Wenn Ihre Mutter für Sie umsonst arbeiten möchte, ist die ihr freier Wille und ist vom Finanzamt zu akzeptieren.

Anzumelden ist das Unternehmen bei der Gemeindeverwaltung in dessen Bereich das Unternehmen betrieben wird, am Ort der Betriebsstätte.

Hauptgewerbe in Nebengewerbe ummelden, wie geht das?

Hallo, ich habe mich 2008 mit einem Reinigungsservice selbstständig gemacht - arbeite dazu auf 400€ schon lange in der Gebäudereinigung .

Meine Selbstständige Tätigkeit übe ich alleine aus, ich würde auch gut zurecht kommen, wenn da nicht die KK wäre. Mitlerweile soll ich 311€ zahlen, abzüglich meiner laufenden Kosten, bleibt mir nicht mehr viel.

Nun hat der AG bei dem ich auf 400€ arbeite gefragt ob ich nicht auf Karte bei Ihm arbeiten möchte. Wären brutto ca 700€ da wäre ich dann Kranken & RV.

Nun möchte ich aber meinen netten Kundenstamm nicht ganz aufgeben - und überlege das Gewerbe halt umzumelden.

1 Frage : Wie schauts dann mit der KK aus ? Was darf ich im NG verdienen um nicht noch zusätzliche Beiträge zu zahlen ?

2 Frage : Wie siehts dann mit der Kleinunternehmerregelung aus ?

Antwort

Hallo,

Nun möchte ich aber meinen netten Kundenstamm nicht ganz aufgeben - und überlege das Gewerbe halt umzumelden.

Das ummelden des Gewerbes in eine nebenberufliche Selbständigkeit ist kein Problem.

Wichtig sind die zeitlichen Begrenzungen, so gilt für die KK bis 18 Stunden die Woche eine nebenberufliche Selbständigkeit
Was muss ein Existenzgründer bei einem zusätzlichen Minijob bzw. einem 400 EUR Job beachten? FAQ 17

1 Frage : Wie schauts dann mit der KK aus? Was darf ich im NG verdienen um nicht noch zusätzliche Beiträge zu zahlen?

Solange der angestellte Hauptberuf wirtschaftlich überwiegt, müssen für die nebenberufliche Selbständigkeit keine weiteren Beiträge bei der KK gezahlt werden.

2 Frage : Wie siehts dann mit der Kleinunternehmerregelung aus?

Bis zu einem Umsatz von 17.500 Euro kannst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.

Kleinunternehmerregelung

Falls du bisher umsatzsteuerpflichtig bist, kannst du aber auf diese Begünstigung verzichten (vgl. §19(2)UStG), und an diesen Verzicht bis Du dann fünf Jahre gebunden

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