Frage von Laloona am 06.09.08

Kleingewerbe oder freiberuflich?

Hallo und guten Tag,

auf der Suche nach brauchbaren Infos bezüglich Kleingewerbe bin ich erst auf ein paar Fragen und dann auf dieses Forum gestoßen.

Vielleicht kann man mir hier weiterhelfen.

Ich bin im November 07 nach 9 Jahren nochmal Mutter geworden, und kann daher nicht arbeiten gehen. Da ich aber nicht nur untätig da sitzen will, habe ich vor ein Kleingewerbe anzumelden. Kleingewerbe allein schon deshalb, weil ich ganz gerne in der Krankenversicherung meines Mannes bleiben möchte.

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich überhaupt unter Kleingewerbe falle, oder eher unter freiberuflich. Denn ich möchte mich mit meiner Handarbeit (häkeln,stricken,weben), Malerei und Bastelei selbstständig machen. Vielleicht auch den ein oder anderen Häkel- oder Bastelkurs anbieten.

Nun weiss ich aus meiner Ausbildung zur Bürokauffrau noch dunkel, das es in künstlerischen und unterrichtenden Bereichen eine Sonderregelung gibt, eben die freiberufliche Schiene. Allerdings hab ich die noch nicht ganz begriffen!

Auch bin ich nicht ganz dahinter gestiegen, wie ich ohne Ausweisung der Umsatzsteuer eine Rechnung schreiben kann/soll die mein Gegenüber gegebenenfalls selbst einreichen kann?! Und wie diese Rechnung mir dann in meiner Steuererklärung weiterhilft.

Ich hoffe das es nicht zu chaotisch formuliert ist, und bin gespannt auf ihre Reaktion.

Mit freundlichen Grüßen

Laloona

Antwort von

Hallo Laloona,

 

Ich bin im November 07 nach 9 Jahren nochmal Mutter geworden


Wir gratulieren und wünschen Ihnen und dem Baby samt Vater alles gute.

 

 

ob ich überhaupt unter Kleingewerbe falle, oder eher unter freiberuflich


Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun. Freibrufliche Tätigkeiten sind im EStG erfasst. wer da nicht drin steht, kann auch nciht freiberuflich tätig sein.
www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html

 

 

Denn ich möchte mich mit meiner Handarbeit (häkeln,stricken,weben), Malerei und Bastelei selbstständig machen.


Das könnte eine freiberufliche tätigkeit sein, wenn das finanzamt es als künstlerische tätigkeit einstuft.

 

 

Auch bin ich nicht ganz dahinter gestiegen, wie ich ohne Ausweisung der Umsatzsteuer eine Rechnung schreiben kann

 



Siehe Vorlage unter:
www.betriebsausgabe.de

 

www.gruenderlexikon.de/checkliste/fuehren/rechnungen-schreiben/rechnungen-vorlage/

Antwort von

Hallochen laloona, ... ich versuchs mal recht chaotisch mit dem antworten:

Ob du Freiberuflerin werden kannst, ist von mancherlei Dingen abhängig

Hast Du wirklich die Voraussetzungen??????

a.) Kannst Du aufgrund der Ausbildung zu den Freiberuflern zählen?

b.) Kann die von Dir angestrebte Tätigkeit steuerlich begünstigt werden?

Folgende Merkmale müssen für freiberuflich Tätige gelten:

a.) Du erbringst ideelle Leistungen

b.) Die Leistungen bauen auf berufliche Kompetenz und hohen Ausbildungsgrad auf

c.) Die Leistungen werden in persönlicher Verantwortung weisungsunabhängig erbracht

Alle drei Punkte sind zu erfüllen.

Eine weitere Hilfestellung ist im EKstG §18 zu finden. Hier werden die sogenannten Katalogberufe aufgeführt, nach denen man freiberuflich eingestuft werden kann.

Neben den hier beschriebenen Katalogberufen hat der Bundesfinanzhof für eine Reihe weiterer Berufsbilder die Freiberuflichkeit zuerkannt.

Allerdings gibt es hier wiederum Grenzfälle. Künstlerische Tätigkeiten werden im Großen und Ganzen den Freibruflern zugeordnet.

Die laufende Rechtssprechung hat zwischenzeitlich auch noch eine Reihe weiterer Berufzweige zugelassen, die in den Bereichen:

a.) freie heilpädagogische Berufe

b.) freie Sozialberufe

c.) freie rechts- und wirtschaftsberatende Berufe

d.) freie Medien-, Informations- und Kommunikationsberufe

e.) freie Kulturberufe

f.) freie technische und naturwissenschaftliche Berufe

g.) frei Umweltberufe

h.) Beratung

angesiedelt sind.

Die weiterführenden Einzelheiten zu den Freien Berufe, eine Listung der in den einzelnen Gruppen zugelassenen Berufsformen und viele weitere damit verbundenen Bestimmungen sind in dem Werk:

Existenzgründung - Fakten & Grundsätzliches - ISBN - 978-3-938684-07-8 in der 2. Auflage

zu finden, dem ein Teil der obigen Informationen entnommen wurde. Zudem sind hier die Neuerungen zu finden, die ab den Jahr 2008 gelten oder noch gelten werden. Hier weiter in die Tiefe zu gehen, würden den Rahmen sicherlich sprengen und kaum Raum für andere Vorschläge lassen.

Du kannst schon einmal vorab einen Einblick zu den weiteren Themen im Inhaltsverzeichnis unter www.uvis-verlag.de/uv5100.htm nehmen. Außerdem lasse Dir in jeder guten Buchhandlung einmal ein Ansichtsexemplar zur Verfügung stellen oder schlage bei den Rezensionen oder Leserbewertungen einschlägiger Online-Buchdienste nach.

Weiter zum Unterthema Umsatzsteuer. Hier kannst Du bei deinem zuständigen Finananzamt Erkundigungen einziehen oder Dich an einen Steuerberater wenden. Vorweg: Als gewerblicher Newcomer hast du ein Optionswahlrecht soweit die Umsätze und Erträge nur gering sind. Hier kannst du auf Umsatzsteuer verzichten, darfst im Gegenzug aber keine Vorsteuer verrechnen. Ob das dann wirklich sinnvoll ist, muss im Einzelfall abgewogen werden. Kannst hierzu auch im obigen Literaturtipp nachlesen.

Das Thema Krankenversicherung in deinem konkreten Fall ist nicht so einfach zu beantworten.

Als Nebengewerbe, musst du während deines Erziehungsurlaubes nicht unbedingt deine KV selbst bezahlen bzw. bleibst nachträglich bei deinem Mann noch versicherst, es sei denn du verdienst soviel, daß es als Haupteinnahmequelle angesehen wird. Zudem könnte die wöchentliche Arbeitszeit und die Höhe der Verdienstgrenze eine Rolle spielen. Man kann es auch anders formulieren: Im Erziehungsurlaub ist man beitragsfrei krankenversichert, soweit die selbständige Tätigkeit nicht hauptberuflich ausgeübt wird und nicht mehr als 30 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt.

Erkundige Dich unbedingt bei der KK Deines Mannes, denn soweit ich in Erinnerung habe, bekommst Du diese beitragsfreie Versicherung nur, wenn Du schon vor der Elternzeit (bei Deinem Mann) pflichtversichert warst.

Ich denke, jetzt hast Du wieder genug Stoff weiterzuarbeiten, toi-toi-toi und viel Erfolg.

J.Arnold - BDU/CMC

- www.uvis.de -

Antwort von

Uffz ... ja das ist eine Menge.

Also die Lage ist so:

Das ganze ist Handarbeit, das heisst also alles sind individuelle Stücke und definitiv keine Massenware.

Die Zeit wöchentlich ... ich habe Haushalt und zwei Kinder zu versorgen, das heisst ich komme mit bisschen glück auf 2 Stunden täglich eher weniger!

Krankenkasse:

Wir sind seit Juli verheiratet und seit dem bin ich in der Familienversicherung mit drin. Vorher war ich auf minimum freiwillig selbstversichert, weil mein Mann 20 Euro zu viel verdiente und ich keinen Anspruch auf ALG2 hatte.

Ich werde kaum auf 400 Euro monatlich kommen, geschweige denn soviel, das es eine Haupteinnahmequelle werden kann.

Mit einer Einnahmenüberschuss- Rechnung dürfte es da wohl getan sein. Werde da aber auf jedenfall noch mit dem Finanzamt reden.

Ich denke das ich auch mit der Möglichkeit auf freiberuflich eher ein Kleingewerbe machen werde, da ich dann gegebenenfalls noch Handel mit einfließen lassen kann.

Ich werde berichten!

Danke für die vielen Infos, die mir weiter geholfen haben!

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