Frage von Flo am 01.09.14

Fotograf neben Werksstudententätigkeit

Hallo Gründerlexikon,

mich beschäftigt seit zwei Wochen die Frage, wie ich mein "Hobby" offiziell anmelden muss, um an Wochenenden Automotive-Fotografien gegen kleines Geld anzubieten.

Zu mir selbst, ich bin 19 Jahre alt, studiere Elektro- und Informationstechnik und gehe einer Werksstudententätigkeit nach. 

Ich werde in letzter Zeit immer öfter nach sog. Car-Shootings gefragt und die Leute sind verdutzt, wenn ich sage, dass ein Shooting nichts kostet da es nicht gewerblich ist. 

Jetzt meine Frage:

1. Ist es überhaupt möglich, neben der Werksstudententätigkeit "offiziell bezahlt" Shootings durchzuführen (legal in irgendeiner Form angemeldet)?

2. Wie/Wo muss ich diese Tätigkeit anmelden, wenn ich Fotos gegen Entgelt anbiete?

3. Welche Möglichkeiten gibt es, diese Nebentätigkeit Papiertechnisch relativ gering zu halten (Thema Steuer)

Hat jemand genaue Informationen für mich, wo ich mich beraten lassen kann, bzw. einige Informationen zu meinem geplanten Vorhaben? Habe viel über Freiberufler und normale Gewerbeanmeldung gelesen, nie aber richtig schlau geworden.

 

Gruß

 

Flo

 

Antwort von

Hallo Flo,

 

 

ich antworte direkt auf die von dir (ich hoffe es ist ok, wenn ich dutze?) durchnummeriert Fragen. Sehr praktisch ;-)

 

 

 

Zu 1.)

 

Selbstverständlich ist es möglich, eine bezahlte gewerbliche Tätigkeit durchzuführen. Du musst dazu nur das Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden. Allerdings solltest du dir vorher im Klaren darüber sein, ob es wirklich gewerblich ist oder ob du vielleicht als Künstler eine freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt anmelden muss. Diese beiden Möglichkeiten gibt es nämlich, wobei sich die beiden nur durch die Gewerbesteuer unterscheiden, welche auch erst ab einem jährlichen Gewinn von 24.500 Euro anfällt. Aus diesem Gesichtspunkt ist es eigentlich egal, was du machst, denn ich gehe nicht davon aus, dass du diesen jährlichen Gewinn sofort überschreiten wirst. Aber eine Option ist es allemale, noch dazu bist du als Freiberufler nicht der Gewerbeordnung und den ganzen Pflichten darin unterworfen. Das solltest du dir vielleicht mal durchlesen.

 

 

 

Zu 2.)

 

wenn du ein Gewerbe anmeldest, musst du das auf dem zuständigen Gewerbeamt (meist in der nächstgrößeren Stadt) anmelden. Die Kosten für die Gewerbeanmeldung sind im Bundesgebiet recht unterschiedlich, wir haben dazu eine recht umfangreiche Studie erstellt.

 

 

 

Sofern du beim Finanzamt eine Tätigkeit anmelden möchtest (das macht man in der Regel formlos mit einem Brief ans Finanzamt) ist das für dich zuständige Finanzamt genau das, wo du deine Einkommensteuererklärung abgibst (Wohnsitzfinanzamt).

 

 

 

Zu 3.)

 

Das ist eine sehr allgemeine Frage, die ich nicht in ein paar Sätzen beantworten kann. Du möchtest also so wenig wie möglich Bürokratie und Schreibkram haben, hab ich das richtig verstanden? Wenn du so wenig wie möglich bürokratische Belastung möchtest, könntest du einen Steuerberater beauftragen, die für dich wahrscheinlich erst einmal ausreichende jährlich durchzuführende Einnahmenüberschussrechnung sowie Umsatzsteuererklärung zu erstellen. Bei der Umsatzsteuererklärung bitte keine Angst haben, die muss man erstellen, auch wenn man nicht umsatzsteuerpflichtig ist, die Umsatzsteuerpflicht kann man zum Beispiel mit der Kleinunternehmerregelung vorerst umgehen. Das Ganze wird beim steuerlichen Erfassungsbogen abgefragt, der unmittelbar nach der Gewerbeanmeldung/Tätigkeitsanmeldung zu dir nach Hause kommt.

 

Ob das jedoch für dich interessant ist, sollte wirklich ein Steuerberater klären. Ich kann dir auch dahingehend nur empfehlen, ein Existenzgründerseminar zu besuchen, dort kannst du gerade die Fragen zu 3.) in einer längeren Sitzung von einem Fachmann erklären lassen. Das beantwortet auch die häufig gestellte Frage, ob man ein Existenzgründerseminar besuchen muss.

 

 

 

Wir haben hier im Gründerlexikon sehr viele Artikel zu dem Thema, ich versuche mal hier einiges zu verlinken, Verweise aber gerade in deinem Fall auf das kostenlose E-Book zur Existenzgründung.

 

 

 

Das Thema der Beratung zur Gründung, habe ich gerade erst in einem sehr ausführlichen und interessanten (wie ich finde) Artikel abgeschlossen. Auch hier gibt's den Link dazu.

 

 

 

Viel interessanter finde ich, was ist um Himmels willen ein Car Shooting? Kannst du das mal erklären oder vielleicht sogar ein Bild davon verlinken? Hochladen geht leider für dich nicht, du kannst es mir auch gern per E-Mail senden und ich sorge dafür, dass man genau ein solches Bild hier bei deinem Beitrag mal ansehen kann. Ist sicherlich nicht verkehrt, denn viele wissen nicht, was du da genau machst.

 

 

 

Viele Grüße und viel Erfolg

 

Torsten

 

 

 

PS.: Wenn du weitere Fragen hast, gern, aber bitte einen neuen Artikel statt zu schreiben. Nicht alles hier rein. Es sei denn es betrifft die oben genannten Fragen selbstverständlich.

 

 

 

Die PPS.: Ich habe die Antwort per Spracherkennung diktiert, daher kann es zu linguistischen Fehlern gekommen sein. Das bitte ich an der Stelle zu entschuldigen.

Antwort von

Hallo Torsten,

 

vielen Dank für die umfangreichen Ausführungen, das bringt mich schon mal sehr viel weiter!

Fragen 2) und 3) habe ich verstanden, das sollte das wenigere Problem darstellen, ein Fotograf fällt definitiv unter einen Freiberuf, und das mit der EÜR sollte man auch noch hinbekommen.

Allerdings bin ich in Frage 1) immer noch etwas ratlos.

Meine Frage zielte eher darauf ab, ob ich überhaupt eine freiberufliche Nebentätigkeit neben meiner Werksstudententätigkeit ausüben darf, und ob ich dadurch nicht meinen Studentenstatus verliere (steuerlicher Vorteil).

 

Gruß

 

Flo

 

PS: Das versteht man unter einem Car-Shooting: https://scontent-a-fra.xx.fbcdn.net/hphotos-xpf1/v/t1.0-9/997047_693129327407543_1550480930597671981_n.jpg?oh=39cc382b529d77f423fd891d222cd170&oe=549385BA

(Eigentlich nichts anderes als Fotos von Autos :) )

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