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Widerrufsrecht

Unfreie Retouren: Müssen Händler die Rücksendungen annehmen?

Rücksendungen von Kunden sind im Onlinehandel gang und gäbe. Auch die Übernahme der Versandkosten durch den Händler ist weiterhin üblich. Wie sieht die Sache aber aus, wenn der Kunde das Paket unfrei zurücksendet? Muss der Kunde auf ein möglicherweise beigefügtes Retourenlabel zurückgreifen, wie es zum Beispiel bei Amazon oder eBay üblich ist? Unfreie Retouren kosten schließlich bis zu 18 Euro.

Händler müssen unfreie Retouren annehmen.
Händler müssen unfreie Retouren annehmen.
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Dingelstädt, 04. Juni 2019 - Im Jahr 2014 trat die Verbraucherrichtlinie in Kraft. Seit dem ist es möglich, dass Händler die Kosten für Retouren dem Verbraucher auferlegen können. Viele Online-Händler tun dies aber nicht. Die Möglichkeit von kostenfreien Retouren sind ja unter anderem auch ein Verkaufsargument im Marketing-Mix. Die Frage die sich stellt ist, müssen Händler unfreie Retouren annehmen? Ja, Online-Händler müssen unfreie Retouren annehmen. Das wurde in mehreren Urteilen immer wieder bestätigt.

Das heißt jedoch nicht, dass der Händler die Kosten dafür zwangsläufig tragen muss. Der Grund für den “Annahmezwang” einer unfreien Retour ist, dass der Kunde ja verpflichtet ist, die Ware zurückzusenden, sofern das erforderlich ist. Würde der Unternehmer nun die Retour nicht annehmen, würde er möglicherweise den Zugang des Widerrufs verhindern, was er nicht darf.

Wer trägt die Kosten für unfreie Retouren?

Die Pflicht zur Annahme einer unfreien Retour bedeutet jedoch nicht, dass der Online-Händler nun in jedem Fall auch die Kosten dafür tragen muss. Abhängig ist das davon, wie der Unternehmer diesen Punkt im Allgemeinen geregelt hat.

Entscheidend ist, ob die Kosten für eine Rücksendung generell der Händler oder der Kunde trägt. Bietet der Unternehmer im Rahmen seiner Produktpolitik an, die Kosten für eine Rücksendung zu tragen, dann muss er auch die Kosten für unfreie Retouren übernehmen. Das gilt übrigens auch dann, wenn der Händler der Sendung zum Beispiel ein Retourenlabel bereits beigelegt hat. Gerade bei Amazon oder eBay ist es beispielsweise möglich, für DHL oder Hermes einen entsprechenden Coupon auszudrucken und auf die Rücksendung zu kleben. Doch dies stellt lediglich eine Serviceleistung des Unternehmens dar. Der Kunde ist nicht verpflichtet, diesen Service zu nutzen.

Wurde jedoch die Regelung getroffen, dass der Kunde die Kosten für die Rücksendung übernimmt, dann kann der Händler die Gebühren von unfreien Retouren auf den Verbraucher abwälzen. In der Praxis geschieht dies dadurch, dass der Händler bei der Rückerstattung die Kosten einfach vom Kaufpreis abzieht. Übersteigen die Kosten einer unfreien Retour den Kaufpreis, so hat der Händler gegenüber dem Verbraucher einen Anspruch.

Klauseln in den AGBs wie zum Beispiel “unfreie Retouren werden nicht angenommen” sind im Übrigen nicht gültig.

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