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Umsatzsteuergesetz

Fehlende Erfassungsbescheinigung führt zur Sperrung von Online-Händlern

Am Anfang des Jahres gab es Änderungen im Umsatzsteuergesetz. So müssen insbesondere Online-Händler, die in Deutschland auf Marktplätzen wie eBay, Amazon usw. aktiv sind, dem Marktplatz eine sogenannte Erfassungsbescheinigung vorlegen. Das gilt auch für Kleinunternehmer. Wer dies nicht bis Ende September tut, dem droht die Sperrung als Händler auf den Portalen.

Das Projekt “gläserner Unternehmer” nimmt immer mehr Form an.
Das Projekt “gläserner Unternehmer” nimmt immer mehr Form an.
© geralt / pixabay.com

Berlin, 20. März 2019 - Wer als Online-Händler auf Amazon, eBay, Hood usw. aktiv ist, wird wahrscheinlich bereits von den genannten Portalen informiert worden sein. Das Umsatzsteuergesetz wurde dahingehend geändert, dass Unternehmer, auch diejenigen, die die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, die als Händler auf Marktplätzen aktiv sind, eine Erfassungsbescheinigung vorlegen müssen.

Hintergrund ist, dass Marktplätze nun nur noch mit Händler zusammenarbeiten sollen, die nachweislich in Deutschland steuerlich registriert sind. Marktplätze, die dem nicht nachkommen, haften im Zweifelsfall selbst. Das wiederum führt dazu, dass Marktplätze Online-Händler sehr wahrscheinlich sperren werden, die den Anforderungen nicht nachkommen.

Was muss ich als Online-Händler jetzt tun?

Sofern noch nicht geschehen, müssen Online-Händler bei ihrem zuständigen Finanzamt eine Erfassungsbescheinigung beantragen. Noch erfolgt die Ausgabe dieser Bescheinigung nur in Papierform und ist 3 Jahre lang gültig. Ab 2020 soll der Prozess vollständig digitalisiert sein. Diese Erfassungsbescheinigung müssen Selbstständige dann wiederum dem Marktplatz gegenüber vorlegen. Hier bieten die meisten Marktplätze eine Upload-Funktion an. Das heißt, der Unternehmer scannt die Bescheinigung ein und lädt den Scan auf dem jeweiligen Portal hoch. Es ist also nicht notwendig, für jedes Portal eine eigene Bescheinigung zu beantragen.

Bis wann habe ich Zeit die Erfassungsbescheinigung einzureichen?

Händler die ihren Sitz in Deutschland, der EU bzw. dem EWR haben, haben Zeit, die Erfassungsbescheinigung bis 30. September 2019 bei dem jeweiligen Marktplatz einzureichen. Sollte der Händler seinen Sitz außerhalb des EWR haben, zum Beispiel in der Schweiz, so müsste die Bescheinigung bereits seit dem 01. März vorliegen. Die Finanzverwaltung hat jedoch eine Fristverlängerung bis 15. April 2019 gewährt.

Was passiert, wenn ich die Bescheinigung nicht rechtzeitig einreiche?

Das Umsatzsteuergesetz sieht vor, dass ab dem 01. Oktober 2019 der Betreiber des Marktplatzes für Steuerausfälle haftbar gemacht werden kann, wenn ein steuerlich nicht erfasster Händler aus der EU bzw. dem Europäischen Wirtschaftsraum auf dem Portal aktiv ist. Um das zu vermeiden, werden die Marktplätze Händler, die bis zu diesem Datum keine Erfassungsbescheinigung eingereicht haben, wohl komplett sperren.

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