Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben und am 29.08.2019 um 12:40 aktualisiert
Abzugsfähigkeit

Keine Betriebsausgaben: Raumteiler begründet kein Arbeitszimmer

Nicht jeder Unternehmer hat ein eigenes Büro. Viele Selbstständige arbeiten von zu Hause aus. Dort richten die meisten ein Zimmer als Büro her. Die Aufwendungen dafür können als Betriebsausgaben abgezogen werden. Doch reicht es auch, wenn der Unternehmer einen Raumteiler aufstellt? Kann man dann von einem separaten Arbeitszimmer sprechen?

raumteiler für ein arbeitszimmer?
© pixabay.com

Karlsruhe, 07. Oktober 2016 - Mit der Frage, ob ein Raumteiler ausreicht, um damit ein “häusliches Arbeitszimmer” zu begründen, musste sich der Bundesfinanzhof (BFH) beschäftigen. Ein selbstständiger Architekt hatte in seinem Wohnzimmer einen Bereich mit einem Sideboard abgetrennt. Diesen Bereich nutzte er für seine berufliche Tätigkeit. Er war der Ansicht, dass ein Sideboard genüge, um den abgetrennten Bereich einem häuslichen Arbeitszimmer gleichzusetzen. Den abgetrennten Bereich nutzte er fast ausschließlich betrieblich. In seiner Steuererklärung gab er daher aus die Aufwendungen als Betriebsausgaben an. Das zuständige Finanzamt war jedoch nicht damit einverstanden, worauf der Architekt klagte und der Fall schließlich vor dem BFH landete, so steuertipps.de.

Richter sehen das anders

Die Richter sahen das nicht so wie der Unternehmer. Das Sideboard war lediglich 1 Meter hoch. Das kommt keinesfalls einem abgeschlossenem Zimmer gleich. Ein häusliches Arbeitszimmer muss durch Wände und Türen vom Rest der Wohnung getrennt sein. Außerdem muss es überwiegend für betriebliche Zwecke genutzt werden (BFH-Urteil vom 22.3.2016, Az. VIII R 10/12).

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