Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Abzugsfähigkeit

Keine Betriebsausgaben: Raumteiler begründet kein Arbeitszimmer

Nicht jeder Unternehmer hat ein eigenes Büro. Viele Selbstständige arbeiten von zu Hause aus. Dort richten die meisten ein Zimmer als Büro her. Die Aufwendungen dafür können als Betriebsausgaben abgezogen werden. Doch reicht es auch, wenn der Unternehmer einen Raumteiler aufstellt? Kann man dann von einem separaten Arbeitszimmer sprechen?

raumteiler für ein arbeitszimmer?
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Karlsruhe, 07. Oktober 2016 - Mit der Frage, ob ein Raumteiler ausreicht, um damit ein “häusliches Arbeitszimmer” zu begründen, musste sich der Bundesfinanzhof (BFH) beschäftigen. Ein selbstständiger Architekt hatte in seinem Wohnzimmer einen Bereich mit einem Sideboard abgetrennt. Diesen Bereich nutzte er für seine berufliche Tätigkeit. Er war der Ansicht, dass ein Sideboard genüge, um den abgetrennten Bereich einem häuslichen Arbeitszimmer gleichzusetzen. Den abgetrennten Bereich nutzte er fast ausschließlich betrieblich. In seiner Steuererklärung gab er daher aus die Aufwendungen als Betriebsausgaben an. Das zuständige Finanzamt war jedoch nicht damit einverstanden, worauf der Architekt klagte und der Fall schließlich vor dem BFH landete, so steuertipps.de.

Richter sehen das anders

Die Richter sahen das nicht so wie der Unternehmer. Das Sideboard war lediglich 1 Meter hoch. Das kommt keinesfalls einem abgeschlossenem Zimmer gleich. Ein häusliches Arbeitszimmer muss durch Wände und Türen vom Rest der Wohnung getrennt sein. Außerdem muss es überwiegend für betriebliche Zwecke genutzt werden (BFH-Urteil vom 22.3.2016, Az. VIII R 10/12).

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Häusliches Arbeitszimmer kann an Auftraggeber vermietet werden

Wer ein Zimmer vermietet, erzielt in der Regel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Handelt es sich jedoch beim Vermieter um einen Gewerbetreibenden, der an einen Auftraggeber vermietet, so werden die Einnahmen den Einkünften aus Gewerbebetrieb zugerechnet, urteilte das BFH. Das hat Folgen für die Absetzbarkeit der Ausgaben in Verbindung mit dem Zimmer. Diese sind dann nämlich nur noch eingeschränkt absetzbar.

Häusliches Arbeitszimmer: Höchstbetrag für Absetzung auch bei gemischten Einkünften

Bei der Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers ist der gem. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 EStG geltende Höchstbetrag abziehbarer Aufwendungen nicht nach den Anteilen der zeitlichen Nutzung aufzuteilen, wenn verschiedene Einkunftsarten vorliegen. Freiberufler können Aufwendungen trotz zusätzlicher Anstellung bis maximal 1.250 Euro absetzen.

Kurse und Coaching zur Persönlichkeitsbildung sind selten Betriebsausgaben

So manch ein Unternehmer besucht diverse Kurse oder Coaching Programme mit persönlichkeitsbildendem Charakter. Die Aufwendungen dafür sollten wenn möglich natürlich als Betriebsausgaben angesetzt werden. Doch das ist nur in den wenigsten Fällen möglich, wie das Finanzgericht Hamburg kürzlich entschied.