Zoll-auktion.de – Selbst ein Rettungswachturm kommt hier unter den Hammer

Die Auktionsplattform des Bundesministeriums für Finanzen zählt derzeit mehr als 78.000 registrierte Bieter. Bei der Auktionsplattform zoll-auktion.de kann der Bieter durchschnittlich zwischen 900 Auktionen wählen, wobei der Aufbau der einzelnen Artikel etwas abgespeckter und klarer strukturiert erscheint, als der anderer Auktionsplattformen. Außerdem fällt sofort auf, dass die Seite des öffentlichen Rechts gänzlich ohne Werbung und bunte „Hingucker“ auskommt.

Bild: newsong / pixabay.com

Doch was verbirgt sich hinter der „zoll-auktion“ wirklich?

Dieses Portal erlaubt es den Kommunen, Behörden und Städten Deutschlands Waren und Gegenstände zu versteigern. Die Auktionsartikel stammen meist aus Firmeninsolvenzen, Zwangsversteigerungen oder aus anderen Schuldverhältnissen gegenüber der öffentlichen Hand. So kann es passieren, dass der säumige Bürger durch das Nichtzahlen von Ordnungsgeldern, Knöllchen oder anderen Verwarngeldern plötzlich seinen Pkw in der Zollauktion wieder findet, weil das Amt zur Tilgung der Schulden diesen zwangsversteigert.

Wer darf etwas auf zoll-auktion.de versteigern?

Dieses Auktionsportal ist im Gegensatz zu den Portalen wie hood.de, eBay oder azubo.de nur Finanzämtern, Kommunalverwaltungen sowie anderen Behörden der Landes- oder Bundesverwaltung zugänglich. Es ist daher nicht möglich als Verkäufer seine eigenen Waren oder Produkte anzubieten. Zoll-auktion bietet lediglich die Möglichkeit günstige Artikel, Textilien oder Elektrogeräte zu erwerben, um sie zu einem höheren Preis weiter zu verkaufen. Die Idee der Zollauktionen stammt von der Zollverwaltung, welche als erste Behörde gepfändete Gegenstände dort veräußerte. Heute nehmen mehrere 100 Dienststellen unterschiedlichster Behörden an der Auktion teil.

Was werden für Produkte verkauft?

Zoll-auktion.de bietet eine nicht ganz so reichhaltige Palette an Artikeln bzw. Kategorien wie manch anderes Auktionshaus, was eher in der Zielgruppe der Anbieter begründet liegt. Neben Elektronik, wie Haushaltsgeräten, Computer und Zubehör, Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik können auch Kraftfahrzeuge, Jahreswagen, sonstige Pkws, Nutzfahrzeuge, Anhänger und Kfz-Zubehör von den Bürgerinnen und Bürgern ersteigert werden. Aber auch Teppiche oder Bekleidung wie Textilien, Schuhe und Stoffe oder Wertsachen wie Schmuck, Uhren, Münzen, Briefmarken sowie Spirituosen, Parfüm, Kaffee, Maschinen, Werkzeuge, Möbel, Sport- und Freizeitgeräte und optische Geräte können käuflich erworben werden. Zigaretten dürfen nicht zur Versteigerung angeboten werden, da diese in der Regel nicht den Bestimmungen des Tabaksteuergesetzes gerecht werden. Ebenso können keine vom Aussterben bedrohten und daher beschlagnahmten oder konfiszierten Pflanzen oder Tiere zum Verkauf angeboten werden, da dies aufgrund des Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) untersagt wurde. Außerdem werden auch keine Jagdwaffen angeboten.

Was wird für die Sicherheit getan?

Die Artikel werden von der anbietenden Dienststelle genau beschrieben, mit Fotos oder bei hochwertigen Gegenständen mit Gutachten von sachverständigen Dritten versehen. Die potentiellen Bieter müssen sich Online registrieren, wobei neben einem Bieternamen auch die vollständige Adresse anzugeben ist. Zoll-auktionen.de ist auch mit einem“Biet-Agenten“ ausgestaltet, welcher für den Bieter bis zu einer vorher festgelegten Höhe automatisch mit bietet. Nach erfolgreicher Auktionen kann der User zwischen einer Zahlungsart wählen und den Versand bestimmen. So kann er auch den Artikel bei der öffentlichen Dienststelle persönlich abholen oder per Post zugesandt bekommen.

Kosten und Gebühren

Da als Verkäufer nur Kommunen, Behörden oder Verwaltungen zugelassen sind, ist das Thema Einstellgebühren, Hervorhebungsgebühren oder Verkaufsprovisionen bei zoll-auktion.de kein Thema. Die Teilnahme als Bieter ist für jeden Teilnehmer kostenlos. Der Nutzer dieses Services sollte allerdings geschäftsfähig sein, was in der Regel dann der Fall ist, wenn das 18. Lebensjahr vollendet wurde.

Besonderheiten

Bei einigen Auktionen kann es auch vorkommen, dass diese nicht bis zum Ende durchgeführt werden oder während des Auktionsverlaufs nicht mehr auffindbar sind. Dies ist für gewöhnlich dann der Fall, wenn für den entsprechenden Artikel den Behörden neue Informationen bekannt geworden sind, welche eine Änderung der Artikelbeschreibung nach sich zieht. In diesem Fall wird die Beschreibung aktualisiert und der Artikel neu eingestellt. In einigen Fällen kann es auch vorkommen, dass der Artikel aufgrund neuer Tatsachen gar nicht mehr versteigert werden darf, so dass er endgültig gelöscht wird. Alle bis dahin abgegebenen Gebote gelten als ungültig.

Fazit

Das Portal Zoll-Auktionen.de ist für die Behörden eine sehr gute Möglichkeit um gepfändete oder zu veräußernde Gegenstände zu einem möglichst hohen Preis zu verkaufen. Allerdings bietet es dem gewerblichen Verkäufer keine Möglichkeiten seine eigenen Gegenstände zu veräußern. Er kann dieses Portal lediglich dazu nutzen, um günstige Gegenstände oder Waren zu erwerben, um diese Gewinn bringend weiterzuverkaufen.



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