Gründomat: Produktideen to go

Den praktischen "Coffee to go" kennen und schätzen die meisten. Wie wäre es aber mal mit "Produktideen to go"? Studenten der Leuphana Universität Lüneburg haben genau das jetzt entwickelt. Doch wie soll das in der Praxis funktionieren?

Lüneburg, 02. März 2016 - Studierende der Leuphana Universität Lüneburg können jetzt selbstentwickelte Produkte in einem Automaten anbieten. Der „Gründomat“ funktioniert im Prinzip wie ein Getränkeautomat: Geld einwerfen, Klappe öffnen, Produkt entnehmen.

Anstelle von Brause, Wasser oder Cola liefert das Gerät aber originelle Produkte von Studierenden. Unter anderem im Angebot: ein „Flaschenbuch“, spezielle Teemischungen oder ein maßgeschneidertes Etui.

„Der ursprünglich an der Universität Oldenburg entwickelte Gründomat eignet sich hervorragend, um Studierenden einen praktischen Zugang zu den Themen Entrepreneurship und Gründung zu vermitteln“, sind sich Prof. Dr. Jantje Halberstadt und Dr. Mark Euler einig.

Sie hatten im Wintersemester das Seminar „AUTOMATISCH gründen“ angeboten. Ziel der Veranstaltung war die praxisorientierte Vermittlung von Grundlagen des Gründungsmanagements. Opens internal link in current windowVon der Generierung einer Geschäftsidee über Geschäftsmodellentwicklung, Vertrieb, Preisfindung und Finanzierung bis hin zum Marketing arbeiteten sich Studierende aller Fakultäten anwendungsorientiert durch den Gründungsprozess.

Gesucht und umgesetzt wurden Geschäftsideen, die sich für den Vertrieb im Automaten eignen. In Kleingruppen kümmerten sich die studentischen Unternehmer um alles selbst, entwickelten konkrete Angebote, kalkulierten Preise und organisierten die Herstellung. Die Rohlinge für die Flasche in Buchform kamen zum Beispiel aus China.

„Der Einsatz der Studierenden hat uns beeindruckt“, sagt Professorin Halberstadt. Das Seminar solle auf jeden Fall weiter angeboten werden. Aber auch Hochschulmitglieder, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen, können den Gründomaten künftig nutzen, um zu testen, Opens internal link in current windowob ihre Produktidee Abnehmer findet. Einige Produkte im Gründomaten waren bereits mehrfach ausverkauft.

Eine Marktnische mit Zukunft?

Gründomat

Produkte in einem Automaten zu verkaufen ist sicherlich nicht neu. Wer sich die Produkte aus dem Gründomaten anschaut, merkt schnell, dass die Zielgruppe sehr spezifisch auf die Studierenden aus der Universität Leuphana zugeschnitten ist. Beispielsweise werden Teesorten mit dem Namen "DörTea" angeboten. Wie kam man auf diesen Namen? Johanna Pahmeier, eine Entwicklerin äußert sich dazu:

...jeder besucht im ersten Semester die Vorlesung „Mathe für alle“ und kennt daher die Dozentin Dörte Haftendorn.

Das Ziel, was die Universität mit dem Gründomaten verfolgt ist weniger, dass Studierende jetzt den großen Durchbruch mit ihrer Idee schaffen. Im Vordergrund steht viel mehr folgendes, wie Dozent Mark Euler sagt:

Im Mittelpunkt des Seminars stand das „selber machen“. Lernziel war es mittels des Gründomaten alle Stadien einer Gründung selber zu erleben. Die Studierenden lernten so Selbständigkeit und Handlungsorientierung; beides Lehrziele die für das EXIST-Projekt immer im Mittelpunkt stehen und auch zum Leitbild der Leuphana passen.

Der Gründomat soll auch den nachfolgenden "Studenten-Generationen" erhalten bleiben, sodass ein möglichst praxisnahes Studium möglich ist.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Machen Sie jetzt den Test!