Geschäftsmodellanalyse des Amazon Marketplace

Bild: www.amazon.de

Für die Leser des Gründerlexikons veröffentlicht der Autor, Markus Fost Auszüge aus seinem Buch „E-Commerce Existenzgründung mittels Amazon“ und geht hierbei insbesondere auf die Chancen & Risiken ein, die der Marktplatz potentiellen Existenzgründern bietet.

Teil 2: Geschäftsmodellanalyse des Amazon Marketplace

Bevor das Geschäftsmodell des Amazon Marketplace näher beleuchtet werden kann, empfiehlt es sich, die Darstellungsform der Produktangebote näher zu betrachten, um so die Marketplace Angebote eindeutig von den Amazon Direktlieferungen abgrenzen zu können.  screenshot amazon marketplaceWie aus der Abbildung hervorgeht, werden die Marketplace Angebote innerhalb der Standard-Artikelpräsentation integriert, die Amazon auch für ihre Direktlieferungen nutzt integriert. Der Kunde navigiert daher zu dem gewünschten Produkt bzw. nutzt hierfür die Suchfunktion. Als Ergebnis gelangt er auf die Produktdetailseite, wo sich der Kunde entweder für einen Marketplace-Händler, für die Amazon Direktlieferung, oder sofern vorhanden, sogar für ein gebrauchtes Angebot eines privaten Anbieters entscheidet. Um als Existenzgründer auf dem Amazon Marketplace als Händler agieren zu können, ist es zunächst erforderlich, sich für die Verkaufsplattform anzumelden. Die Anmeldemaske bietet die Möglichkeit sich zwischen zwei Verkäuferkonten zu entscheiden. screenshot "verkaufen bei amazon" Das Standard-Verkäuferkonto empfiehlt sich für Anbieter, die lediglich einzelne (wenige) Artikel anbieten möchten. Dieses kann zu jederzeit auf das größere Professional-Verkäuferkonto aufgewertet werden. Für den Verkäufer fällt dann eine monatliche Grundgebühr in Höhe von EUR 39,00[1] an, jedoch sinkt dann die Verkaufsgebühr pro Artikel um EUR 0,99. Zudem stehen zahlreiche Funktionen zur Auswertung der Verkaufsstatistiken oder zur Neulistung von Artikeln, die bislang nicht bei Amazon erhältlich waren, zur Verfügung. Die verschieden Services, die Amazon neben bzw. als Ergänzung zum Marketplace anbietet, werden in folgender Tabelle dargestellt. Entscheidet sich der potentielle Händler für eine eigene Distribution, d.h. er verwendet Amazon als Vertriebskanal (1), übernimmt jedoch die Kommissionierung und den Versand in Eigenregie, so wird automatisch auch die Zahlungsabwicklung über Amazon Payments angewandt. Darüber hinaus hat der Händler die Möglichkeit, die Fulfillment-Services (2) von Amazon in Anspruch zu nehmen  D.h. der Händler hat jederzeit die Möglichkeit, Amazon mit der Lagerhaltung und dem Versand zu beauftragen. Dieses Extra  lässt sich Amazon mit einer monatlichen Pauschale für die Lagerhaltung, sowie mit einer variablen Vergütung für die Kommissionierung und den Versand bezahlen.

Vorteile des amazon Marketplace Für Betreiber eines eigenen Online-Shops bietet Amazon die Möglichkeit, deren Fulfillment Services, auch autark zu nutzen, ohne das Amazon als zusätzlicher Vertriebskanal dienen muss (3). Wesentlich interessanter dürfte die Möglichkeit der Integration der E-Payment Services (4) in den eigenen Online Shop für manche Betreiber sein. So übernimmt bei dieser Option Amazon beispielsweise das gesamte Inkasso. Alle genannten Services von Amazon lassen sich zwar auf den Zielmarkt Deutschland begrenzen, es besteht jedoch die Möglichkeit diese auf den gesamten Europäischen Markt auszuweiten. Auf die Chancen für Existenzgründer, welche diese Möglichkeit mit sich bringt, wird im letzten Beitrag dieser Schriftenreihe eingegangen. In der nächsten Woche wird
Teil 3: "Einordnung des Amazon Marketplace Geschäftsmodells”
im Gründerlexikon veröffentlicht.




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