Existenzgründerin macht aus Berufung ihren Beruf

Als das Haus leer wurde

Es ist durch eine Vielzahl von Untersuchungen belegt, dass insbesondere Hausfrauen unter dem Auszug der eigenen Kinder mehr leiden als ihre Männer. Sie haben ihren Beruf aufgegeben und ihre Arbeitskraft voll in den Dienst der Familie gestellt. Jahrelang gab es kein anderes Bestreben und keinen anderen Sinn in dem Leben dieser Frauen, als ihren Kindern und ihrem Mann ein sicheres und wohlbehütetes Heim zu bieten. In dem Moment, in dem die Kinder ausziehen, stellen sich bei Frauen gemischte Gefühle ein: Zum einen sind sie stolz und froh, ihre „Aufgabe“ zu einem erfolgreichen Ende gebracht zu haben, zum anderen sind sie jedoch auch traurig. Eine gewisse Leere breitet sich aus. Viele dieser Frauen fühlen sich einsam. Es ist der Zeitpunkt, an dem ein Großteil von ihnen beschließt, ins Berufsleben zurückzukehren.

Bild: maxknoxvill / pixabay.com

Der Schock oder „Was kann ich eigentlich?“

Nicht selten haben diese Frauen 18 oder mehr Jahre nicht mehr entgeltlich gearbeitet. Egal, welchen Beruf sie gelernt haben: Die Anforderungen an diesen Arbeitsplatz haben sich in diesem Zeitraum gewaltig verändert. Die meisten Menschen, die eine so lange Berufspause hatten, scheitern an Aufgaben, wie der Erstellung einer Excel-Tabelle. Für die Frauen bedeutet dies die sehr unangenehme Erkenntnis, dass eine Rückkehr in den alten Job ausfällt. Es folgt die entscheidende Frage: „Was kann ich eigentlich?“ Die beruhigende Antwort lautet: Sehr viel. Die Tätigkeiten, die eine gute Hausfrau auszeichnen, sind auch in der Wirtschaft nachgefragt. Dies betrifft insbesondere das Putzen. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Büros, Restaurants, Clubs oder öffentliche Einrichtungen suchen händeringend nach geeigneten Putzkräften.

Die neue Existenz: Von Mundpropaganda profitieren

Frauen, die sich interessieren, ihre diesbezüglichen Fähigkeiten beruflich einzubringen, haben zwei Möglichkeiten: Zum einen können sie sich bei einem größeren Putzunternehmen bewerben. Diese Firmen stellen mit Vorliebe Hausfrauen ein. Zum anderen können sie sich aber auch selbstständig machen. Der Start in die neue Existenz ist vermutlich in keiner Branche so einfach. Hygiene und Reinigung sind hoch sensible Themen. Menschen legen besonders großen Wert auf gute Arbeit. Dies gilt für Privatpersonen gleichsam wie für Büros. Die Folge ist eine rege Mundpropaganda. Findet eine Frau drei bis vier Kunden, bei denen sie überzeugende Arbeit leistet, kommen die nächsten Interessenten häufig von allein. Denn Firmen und Privatpersonen hören auf Empfehlungen von Freunden.

Für den Start in den eigenen Putzservice reicht meist eine Anzeige in einer Zeitung und das Ausnutzen reger Kontakte im privaten Umfeld. Denn Bedarf an fähigem Reinigungspersonal gibt es überall. Und Hausfrauen bekommen durch diese Existenzgründergeschichte nicht nur die Chance, die Leere im Haus (und in der Seele), sondern auch die eigene Kasse zu füllen.

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