Ausgaben auch vor der Existenzgründung oder Gewerbeanmeldung absetzen

Wer sein eigenes Unternehmen erfolgreich an den Start bringen will, muss sich im Vorfeld gut informieren, bereits Ware oder Material kaufen - kurz er muss bereits im Vorfeld zur Gründung schon tief in die Tasche greifen. Diese Kosten, die schon vor der Gewerbeanmeldung entstanden sind, kann er in Form der vorweggenommenen Betriebsausgaben beim Finanzamt geltend machen und damit seinen Unternehmensgewinn drücken, was ggf. Einkommensteuern sparen kann.

Bild: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

So werden vorweggenommene Betriebsausgaben richtig angesetzt

Absetzen kann der Firmengründer grundsätzlich alle Kosten, die in einem Zusammenhang mit der Firmengründung stehen. Dazu gehören sämtliche Kosten, die für den Besuch von Fachmessen entstehen ebenso wie der Wareneinkauf, wenn der Firmengründer ein Ladengeschäft eröffnen möchte uvam.

Auch Fachliteratur und die Kosten für einen Rechtsanwalt können abgesetzt werden, wenn dieser Ratschläge zur Firmengründung gibt. Steuerlich müssen diese Kosten in dem Jahr geltend gemacht werden, in dem sie entstehen. Am leichtesten lässt sich der Zusammenhang zwischen den Kosten und der Existenzgründung herstellen, wenn die Gewerbeanmeldung in dem Jahr erfolgt, in dem die Kosten entstanden sind.

Wie weit rückwirkend sind vorweggenommene Betriebsausgaben absetzbar?

Grundsätzlich können die vorweggenommenen Betriebsausgaben jedoch bis zu drei Jahre vor der Anmeldung des Gewerbes geltend gemacht werden, wie der Bundesfinanzhof in mehreren Urteilen bestätigte.

Damit die Kosten vom Finanzamt auch anerkannt werden, müssen die Existenzgründer die entsprechenden Belege sammeln und vorlegen können. Wer seine Fahrtkosten ansetzen möchte, muss die gefahrenen Kilometer mit Datum, Uhrzeit und Anlass dokumentieren. Mögliche Anlässe sind beispielsweise der Opens internal link in current windowBesuch von Gründermessen, von Lieferanten oder möglichen Kunden. Weil die meisten Existenzgründer ihre geschäftlichen Fahrten mit dem privaten Auto erledigen dürften, sollten sie sich rechtzeitig angewöhnen, ein Fahrtenbuch zu führen.

Was kann abgesetzt werden?

Von der Steuer abgesetzt werden können alle Kosten, die in einem direkten Zusammenhang mit der Existenzgründung stehen, z.B. die Kosten der Gewerbeanmeldung. Selbst die Vorsteuer können Sie geltend machen, sofern Sie nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. (Kleinunternehmerregelunverständlich erklärt mit Video)

Ob die Kleinunternehmerregelung Sinn macht, sollte mit einem Steuerberater abgeklärt werden. Gerade am Anfang, wenn die Umsätze noch niedrig sind, können sich Existenzgründer durch die vom Finanzamt erstattete Vorsteuer einen Wettbewerbsvorteil sichern.

Was, wenn die Existenzgründung platzt?

Selbst wenn die Firmengründung aus irgendwelchen Gründen platzt, müssen die vorweggenommenen Betriebsausgaben nicht zurückgerechnet werden. Auch dafür liegen entsprechende Urteile des Bundesfinanzhofs vor. Der Steuerpflichtige muss allerdings in diesem Fall nachweisen, dass er die Firmengründung ernsthaft verfolgt hat.



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