Muss im Nebengewerbe eine extra Krankenversicherung abgeschlossen werden?

Nachdem Sie nun wissen, inwiefern sich das Opens internal link in current windowFinanzamt für Ihre Nebeneinkünfte interessiert, wenden wir uns nun einem weiteren wichtigen Thema zu: Ihrer Krankenversicherung. Ob Sie sich für das Nebengewerbe extra krankenversichern müssen, hängt zum einen von Ihrer persönlichen Konstellation ab, zum anderen auch vom Verdienst. Im Folgenden skizzieren wir einige unterschiedliche Fälle für Sie.

Fall 1: Hauptberuflich angestellt und Nebengewerbe

Wenn Sie Vollzeit arbeiten und hauptberuflich angestellt sind, so müssen Sie sich im Regelfall nicht gesondert krankenversichern. Sollten Sie irgendwann die Einkommensgrenzen überschreiten bzw. zu viele Stunden im Nebengewerbe arbeiten, könnte es passieren, dass Sie in die freiwillige Krankenversicherung wechseln müssen. Alternativ können Sie sich dann auch privat versichern.

Fall 2: Nur Nebengewerbe

Betreiben Sie nur Ihr Nebengewerbe und sind ansonsten nicht berufstätig, können Sie bei einem Einkommen von unter 395 Euro (Stand: 2014) in der Familienversicherung versichert bleiben. Dies funktioniert allerdings nur dann, wenn Ihr Partner in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie sich selbst freiwillig versichern. Bei einem geringen Einkommen bemisst sich Ihr Beitrag dann nach der sogenannten Mindestbemessungsgrundlage.

Diese 10 teuren Fehler machen Gründer im Haupt- und Nebengewerbe.
Wir zeigen, wie Sie sich davor schützen.

Eine gescheiterte Existenzgründung kostet in Deutschland durchschnittlich rund 20.000 Euro. Wenn Sie die zehn teuersten Fehler vermeiden möchten, dann lesen Sie meinen kostenlosen Ratgeber.

Geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein und ich schicke Ihnen den kostenlosen Ratgeber zu:


Ihre Kontaktdaten sind bei uns natürlich sicher. Wir verkaufen diese nicht und geben sie nicht an Dritte weiter.

Fall 3: Nebengewerbe und Minijob

Analog zu Fall 2 gilt auch hier die niedrigere Freigrenze von 395 Euro, bis zu der die Familienversicherung in Anspruch genommen werden kann. Mehr dazu lesen Sie in einem anderen Artikel zur Familienversicherung.

Fall 4: Studium und Nebengewerbe

Wer in einer Studentenversicherung versichert ist, kann im Regelfall bis zu 20 Stunden pro Woche gewerblich tätig sein, ohne den Versicherungsstatus zu verlieren. Übersteigt das monatliche Einkommen aber 75 Prozent der monatlichen Bezugsgrenze (2014: 2.765 Euro), muss sich der Student freiwillig versichern.

Hand in Hand mit der Frage nach der Krankenversicherung geht auch die Frage nach der Opens internal link in current windowStundenzahl, die im Nebengewerbe gearbeitet werden darf. Im nächsten Artikel sehen wir uns genauer an, wie lange Sie im Hinblick auf das Finanzamt, die Krankenversicherung und das Arbeitslosengeld gewerblich arbeiten dürfen, ohne als Hauptgewerbetreibender eingestuft zu werden!

Häufige Fragen zum Thema "Nebengewerbe"

Leserfragen zum Thema Krankenversicherung im Nebengewerbe

Krankenkassenbeiträge bei Minijob und Kleingewerbe?

Hallo, ich habe einen Minijob 45h/Monat (450,- €) und seit Anfang des Jahres ein Nebengewerbe mit derzeit ca 300,- € monatl. in dem ich ca 10-15h/Woche arbeite.

Ich bin freiwillig Versichert, da ich keine Leistungen beziehe und zahle ca 150,- € an Beiträgen.

Ich bin nicht verheiratet, aber lebe mit dem Vater meines Kindes zusammen.

Nun möchte meine Krankenkasse prüfen ob ich meine selbständige Tätigkeit nebenberuflich oder hauptberuflich ausübe.

Stimmt es, dass wenn meine selbständige Tätigkeit zeitlich überwiegt, es dann als Hauptgewerbe zählt?

Werden dann meine Krankenkassenbeiträge erhöht? So wie ich gehört habe werden es dann über 300,- € sein. Stimmt das?

Antwort

Es gibt ziemlich viele Konstellationen, letztlich kommt es immer darauf an, ob die nebenberufliche Selbstständigkeit als Haupttätigkeit betrieben wird oder ob es wirklich einer wirtschaftliche Unterordnung zur Haupttätigkeit ist. Die Krankenkassen beurteilen das durch die wöchentliche Arbeitszeit, die, so mein letzter Stand, etwa 18 Stunden die Woche nicht überschreiten sollte. Sofern das basiert, ist die Nebentätigkeit als Hauptberuf/Haupttätigkeit zu sehen und damit Krankenversicherungspflicht dich. Bei selbstständigen gibt es da einen Mindestbeitrag der unabhängig vom Einkommen/Gewinn angenommen.

Mehr zum oben genannten Thema Opens internal link in current windowMinijob bei Existenzgründern lesen!

Zum zweiten Teil ihrer Frage musste ich selbst recherchieren, da ich die aktuellen Werte nicht Amon Kopf habe. Empfehlenswert ist auf jeden Fall, Sie rufen selbst ihre gesetzliche Krankenversicherung an, schildern ihren Fall und lassen sich die entsprechenden Werte mitteilen:

Folgende Aussagen habe ich auf Krankenkassen.de gefunden:

Das Mindesteinkommen für sonstige freiwillig Versicherte in der GKV beträgt im Jahr 2014 921,67 Euro. Wer so eingestuft ist, zahlt im Jahr 2014 monatlich 137,33 Euro. 2013 kostete die Krankenkasse mindestens 133,85 Euro.
...
Bei Selbstständigen und Freiberuflern wird üblicherweise davon ausgegangen, dass sie ein monatliches Bruttoeinkommen über der Beitragsbemessungsgrenze von 4.050,00 Euro im Jahr 2014 erzielen. Das trifft aber nicht immer zu. Einige Selbstständige und Freiberufler sind auch mit dem reduzierten Satz von 308,99 Euro finanziell überfordert. In Ausnahmefällen und wenn ein Gründungszuschuss durch die Bundesagentur für Arbeit gezahlt wird, ist daher eine noch günstigere Einstufung möglich.

Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!
Meine Checkliste

Finden Sie selber heraus, wie Sie es mit diesem Kurs ganz einfach schaffen, die wirklich nötigen Versicherungen auszuwählen - und zwar direkt nach dem Ansehen meines Videos.

Klicken Sie hier, um mehr über Versicherungen herauszufinden.