Am von Torsten in kurz notiert geschrieben und am 03.02.2022 um 10:23 aktualisiert
Geschäftsidee

Schrottsammler: Autoverwerter und Schrotthändler werden

Das zu verkaufen, was andere Menschen entsorgen möchten, obwohl es noch verwertbar ist, kann zum einträglichen Geschäft werden, beispielsweise, wenn man den Schrott anderer Menschen sammelt und verkauft.

Haufe mit Metallschrott, hier: Schrotthändler werden
Immer im Dreck, aber bringt Kohle. Ludolphs lassen grüßen ;-)
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Auch die Autoverwertung kann ein Gewinn bringendes Geschäft werden, wenn gleich die Auflagen hier wesentlich höher sind als beim Schrottsammler. Wir stellen Ihnen beide Wege vor, um mit Schrott Geld zu verdienen.

Was macht der Schrottsammler?

Im Prinzip bedient der Schrottsammler zwei unterschiedliche Interessen, was für ihn selbst auch vorteilig ist. Einerseits befreit er Menschen von Schrott, andererseits versorgt er etwa professionelle Schrotthändler mit dem Produkt, welches diese eventuell aufbereiten, weiterverkaufen und damit einem Recyclingprozess zuführen. Aufgabe des Schrottsammlers ist es demnach, diejenigen aufzuspüren, die Schrott besitzen, aber nicht mehr haben möchten, und den Transport des Schrotts zu denjenigen zu organisieren, die etwas mit ihm anfangen können.

Start — ein LKW und Engagement

In jedem Fall benötigen Sie als Schrottsammler ein Fahrzeug, mit dem Sie den gesammelten Schrott transportieren können. Um effektiv arbeiten zu können, sollte es zumindest ein kleiner Transporter, besser noch ein LKW sein. Da Sie gewerblich tätig sind, benötigen Sie natürlich einen Gewerbeschein, den Sie beim zuständigen Gewerbeamt beantragen. Danach können Sie Ihre Existenz als Schrottsammler eigentlich auch schon beginnen. Als Startkapital kann selbstverständlich der Gründungszuschuss (bei ALG I) oder das Einstiegsgeld (bei ALG II) eingesetzt werden.

Hinweis

Damit Sie auch bei Privatleuten Schrott abholen können, benötigen Sie einen Reisegewerbeschein, den Sie bei der jeweiligen Kommune beantragen müssen. Hinzu kommt, dass Sie Ihre Schrottsammlungsabsichten auch bei den unteren Abfallbehörden anmelden müssen. Wichtig ist, dass Sie die Genehmigung für jede Kommune einzeln benötigen, was jeweils mit Kosten verbunden ist! Es kann auch durchaus sein, dass Ihnen eine Kommune die Genehmigung gestattet, eine andere Kommune nicht. Die Gebühren für die Anfrage müssen Sie jedoch in jedem Fall zahlen.

Die Suche nach Schrott

Gedanken sollten Sie sich bereits vor Ihrer Existenzgründung als Schrottsammler darüber machen, wie Sie möglichst einfach an möglichst viel Schrott kommen, den Sie weiterverkaufen können. Bestenfalls bauen Sie ein Netz aus festen „Schrott- Lieferanten“ auf, aus Unternehmen in Ihrer Region, bei denen regelmäßig zu entsorgender Schrott anfällt. Das können beispielsweise KFZ-Werkstätten sein, Fahrradläden, Klempner oder auch Computershops.

Je mehr regelmäßige Lieferanten Sie haben, desto sicherer steht Ihr Geschäft als Schrottsammler da. Deshalb nehmen Sie am besten vor Ihrer Existenzgründung als Schrottsammler einmal mit solchen potenziellen Lieferanten Kontakt auf, um abzuklären, bei wie vielen Unternehmen Ihre Dienste als Schrottsammler gefragt wären. Vielleicht erfahren Sie dann ganz nebenbei auch etwas darüber, wie viel Konkurrenz für Sie bereits in Ihrer Region tätig ist und ob sich Ihr Einstieg in das Geschäft der Schrottsammler überhaupt lohnen könnte. Mitunter bieten Schrotthändler und Recycling-Unternehmen auch an, nicht nur Schrott kostenlos abzuholen, sondern bezahlen den Lieferanten auch für den abgegebenen Schrott, was das Leben von Schrottsammlern etwas schwieriger macht.

Generelle Informationen zum Business rund um die Verwertung von sogenannten Sekundär-Rohstoffen bekommen Sie beim Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. Alternativ zum Aufbau eines Lieferantennetzwerks oder parallel dazu können Sie es wie viele Schrottsammler vergangener Zeit machen, die Straßen Ihrer Heimat abfahren, auf sich aufmerksam machen und Schrott aus privaten Händen entgegennehmen. Testen Sie eventuell auch Flugblattaktionen und Zeitungsanzeigen, um auf Ihre Dienste als Schrottsammler aufmerksam zu machen. Als sinnvoller Einstieg in das Geschäft empfiehlt sich das Betreiben des Schrotthandels oder das Schrottsammeln im Nebengewerbe.

Wohin mit dem Schrott?

Natürlich sollten Sie möglichst auch vorab wissen, wer als Abnehmer für den von Ihnen gesammelten Schrott infrage kommt. Erkundigen Sie sich beispielsweise auf Business-Adressseiten nach Schrotthändlern in Ihrer Nähe, denen Sie den Schrott möglicherweise verkaufen können. Solche Seiten finden Sie etwa bei dmoz.

Die etwas kostenintensivere Variante — Autoverwertung

Möchten Sie sich in der Autoverwertung selbstständig machen, so wird der Aufbau Ihres Unternehmens kostenintensiver und auch komplizierter, da Sie weitaus mehr Auflagen erfüllen müssen. Dafür steigen aber auch Ihre Verdienstchancen, wenn Ihr Gewerbe richtig anläuft.

Was macht der Autoverwerter?

Meist gehört die Abholung von Unfallwagen oder anderen zu entsorgenden Fahrzeugen zur Dienstleistung des Autoverwerters, was bedeutet, dass Sie ein passendes Fahrzeug dafür besitzen müssen. Zum Kapital einer Autoverwertung gehört zudem eine Schrottpresse oder aber ein Schredder, mit dem zuvor nicht ausgebaute und einer Verwertung zugeführte Autoteile zerkleinert werden. Eine Hebebühne ist ebenfalls notwendig, um als Autoverwerter zu arbeiten.

Bei der Autoverwertung werden also alle verwertbaren Teile des Autos verwertet, nicht mehr zu verwertende Teile entsorgt oder einer Entsorgung zugeführt. Teilaufgaben bei der Autoverwertung sind etwa das Trockenlegen des Fahrzeugs, darunter ist nach Altfahrzeugverordnung das Entfernen von Betriebsflüssigkeiten, bspw. Getriebeöl, Motorenöl, Benzin, Diesel oder Bremsflüssigkeit zu verstehen. Bei der Autoverwertung müssen Umweltauflagen beachtet werden, da zur Autoverwertung beispielsweise auch die Entsorgung von umweltgefährdeten Stoffen wie Altölen gehört.

Kombinieren lässt sich der Betrieb einer Autoverwertung mit dem einer Autoreparatur-Werkstatt, der ausgebaute und für ihren ursprünglichen Nutzen verwendbare Teile der Fahrzeuge zugeführt werden. Wie etwa ein Musterbetrieb für Autoverwertung aussehen könnte, zeigt Ihnen beispielsweise die Seite www.europaeische-autoverwerter.de.

Autoverwertung — gesetzliche Grundlagen

Als Autoverwerter benötigen Sie ein Zertifikat, das Ihren Betrieb als Autoverwertungsbetrieb gemäß Altfahrzeugverordnung auszeichnet; solche Zertifikate erhalten Sie nach Prüfung durch den technischen Überwachungsverein (TÜV). Basis der Altfahrzeugverordnung sind das Deutsche Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz sowie die Richtlinie 2000/53/EG über Altfahrzeuge der Europäischen Union. Eingetragen wird Ihre anerkannte Autoverwertung in die Datenbank auf der Seite der gemeinsamen Stelle Altfahrzeuge der 16 Bundesländer (GESA).

Mögliche Kooperation mit Autoherstellern

Sie können Ihren Betrieb für Autoverwertung unabhängig von Automarken für jede Automarke zur Verfügung stellen, können aber auch die Kooperation mit Autoherstellern suchen. Sie wurden durch die Altfahrzeugverordnung verpflichtet, Altfahrzeuge zurückzunehmen. Diese Aufgabe übertragen sie meist an Lizenzwerkstätten, bisweilen auch direkt an Verwertungsunternehmen. Nachfragen könnte sich lohnen, Sie hätten eventuell einen starken Partner an Ihrer Seite.
Die bekanntesten Autoverwerter sind die Ludolphs.

In dieser Geschäftsidee steckt sehr viel Potenzial, sie ist umweltbewusst und bietet großartige Möglichkeiten eine dauerhafte Existenz aufzubauen. Nichtsdestotrotz muss auch bei dieser Geschäftsidee der Standort durch eine Standortanalyse sehr genau unter die Lupe genommen werden, ebenso wie ihre Konkurrenz und das Einzugsgebiet. Auf dieser Basis sollten Sie auf jeden Fall einen ausführlichen und detaillierten Businessplan erstellen!

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Autor: gruenderlexikon.de-Redaktion Torsten
Torsten Montag ist seit 2004 als Chefredakteur inhaltlich für das Gründerlexikon verantwortlich. Er ist regelmäßig Interviewpartner sowie Gastautor von Fachbeiträgen externer Medien zum Thema Gründung und Selbständigkeit. Bevor er gruenderlexikon.de gegründet hat, war er als Steuerfachangestellter und Betriebswirt ua. bei PwC und einer Steuerkanzlei in Thüringen tätig.

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