Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben und am 21.11.2017 um 10:46 aktualisiert
Mindestlohn

Nachtzuschlag muss auf Basis des Mindestlohns berechnet werden

Das Bundesarbeitsgericht hat nun die Rechte von Schicht- und Nachtarbeitern in Deutschland gestärkt. Denn mit dem im September 2017 gefällten Urteil, müssen Unternehmer bei Nachtzuschlägen und Urlaubsentgelten den gesetzlichen Mindestlohn als Basis nehmen - auch wenn die vertragliche Entlohnung eigentlich unter der Mindestgrenze liegt.

Zwei Arbeiter schlafen nach der Nachtarbeit
Nachtarbeit ist extrem anstrengend. Daher müssen Unternehmer hier Zuschläge zahlen.
© 5477687 / pixabay.com

Leipzig, 21. November 2017 - Im konkreten Fall ging es um eine Montagearbeiterin einer Kunststofftechnikfirma aus Sachsen, die einen vertraglichen Stundenlohn von 7,00 Euro bekam. Der Arbeitgeber nahm für Nachtzulagen und Urlaubsentgelte als Basis den Stundenlohn. Laut Manteltarifvertrag der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie stehe der Arbeiterin ein Nachtzuschlag von 25 Prozent des tatsächlichen Stundenlohnes zu und beim Urlaubsentgelt müsse ein 1,5facher Zuschlag des durchschnittlichen Arbeitsentgeltes gezahlt werden. K

onkret ging es der Klägerin um die im Januar 2015 abgerechneten Arbeits-, Feiertags- und Urlaubsstunden, die laut Arbeiterin mit 8,50 Euro (damaliger Mindestlohn) anstelle 7,00 Euro gezahlt werden müssen. Sie klagte vor dem Bundesarbeitsgericht, die der Klage statt gab.

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Revision des Unternehmers ohne Erfolg

Das Bundesarbeitsgericht ließ sich von seinem Urteil auch nicht durch eine Revision der Beklagten abbringen. Lediglich eine neue Differenz bei der Berechnung entstand. Damit müssen zukünftig Nachtzulagen und Urlaubsentgelte auf Basis des Mindestlohns berechnet werden. Das Bundesarbeitsgericht bestätigte damit bereits gefällte Urteile des sächsischen Landesarbeitsgerichtes und dem Arbeitsgericht Bautzen.

Für die Klägerin ging es um eine geringe Summe von 25,74 Euro für den Januar 2015. Doch mit ihrer Klage hat sie die Rechte von tausenden Schichtarbeitern in Deutschland gestärkt, die nun auch von dem Urteil profitieren können.

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