Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
Bewerten Sie jetzt!
Steuerliche Abzugsfähigkeit

Häusliches Arbeitszimmer: Kein Abzug bei geringer beruflicher & privater Nutzung

Der Umfang der beruflichen und privaten Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers ist entscheidend für die steuerliche Abzugsfähigkeit. Bis zu einem gewissen Grad darf das Zimmer auch privat genutzt werden. Wenn das häusliche Arbeitszimmer jedoch schon kaum beruflich genutzt wird, dann muss die private Nutzung quasi ausgeschlossen werden, so das FG Rheinland-Pfalz.

Häusliches Arbeitszimmer
Ein häusliches Arbeitszimmer welches nur wenige Stunden im Jahr genutzt wird, darf nicht privat genutzt werden.
© StockSnap / pixabay.com

Neustadt an der Weinstraße, 28. März 2018 - Gefühlt gibt es über kein anderes Thema im Gründerlexikon mehr Urteile als über die steuerliche Abzugsfähigkeit eines häuslichen Arbeitszimmers. Anfang diesen Jahres urteilte das FG Rheinland-Pfalz in einem Fall, bei dem ein Angestellter nebenbei eine Photovoltaik-Anlage betreibt und damit nebenberuflich selbstständig ist. Als Betriebsausgaben machte er unter anderem die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer in Höhe von 1.700 Euro geltend. Sowohl das zuständige Finanzamt als auch das Finanzgericht Rheinland-Pfalz versagten ihm jedoch diesen Betriebsausgabenabzug.

Die untergeordnete private Nutzung muss der betrieblichen Nutzung angepasst sein

Das Finanzamt versagte den Betriebsausgabenabzug des häuslichen Arbeitszimmers, weil es der Meinung war, dass der Kläger ein solches nicht bräuchte. Die Richter des FG Rheinland-Pfalz bestätigten zwar die Entscheidung der Behörde, führten aber eine andere Begründung an.

Das Gericht überzeugt sich davon, dass der alleinige Betrieb einer Photovoltaik-Anlage nicht mehr als ein paar Stunden im Jahr an Verwaltung erfordert. Trotzdem stehe dem Unternehmer ein häusliches Arbeitszimmer zu, denn der Umfang der Nutzung spielt beim Betriebsausgabenabzug keine Rolle, wie der Bundesfinanzhof vor Kurzem erklärte.

Allerdings muss die private Nutzung bei der steuerlichen Absetzbarkeit von untergeordneter Rolle sein. Wenn das häusliche Arbeitszimmer nur wenige Stunden im Jahr betrieblich genutzt wird, dann wäre eine private Nutzung, von zum Beispiel nur einer halben Stunde im Jahr, schon nicht mehr untergeordnet.

Aufgrund dessen versagten die Richter die steuerliche Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers. Bei der Prüfung hat sich übrigens ein Ermittlungsbeamter in der Wohnung des Unternehmers umgeschaut, um so festzustellen, inwieweit das häusliche Arbeitszimmer tatsächlich betrieblich und/oder privat genutzt wird.

Tipps:

  1. Was Betriebsausgaben überhaupt sind und wie sich damit Steuern sparen lassen, finden Sie in der Gründercheckliste.
  2. Fragen Sie sich generell wie viel Steuern Sie überhaupt auf Ihren Gewinn zahlen müssen? Auch darauf liefert Ihnen die Gründercheckliste die Antwort!
vg wort pixel
Häusliches Arbeitszimmer

Häusliches Arbeitszimmer absetzen: Umfang der Nutzung spielt keine Rolle

Betriebsausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer dürfen von einem Unternehmer abgesetzt werden, sofern der Raum ausschließlich oder nahezu ausschließlich für den betrieblichen Zweck genutzt wird. Keine Rolle spielt hingegen der Umfang der Nutzung oder ob dieser Raum überhaupt im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit erforderlich ist.

Teekannen Tankstelle

Benzin in der Buchhaltung absetzen trotz verlorener Tankbelege

Unternehmer verlieren schon mal den einen oder anderen Tankbeleg. Manchmal sind sogar alle Tankbelege verloren. Dennoch kann ein Betriebsausgabenabzug geltend gemacht werden. Zwei Varianten stehen dabei zur Verfügung: Kilometerpauschale (0,30 Euro je Kilometer) oder Nachweis der tatsächlichen Kosten.

Büro mit Schreibtisch und Stuhl

Häusliches Arbeitszimmer trotz betrieblicher Räume absetzen

Es gibt wohl wenig Themen, die so häufig Gegenstand von Streitigkeiten zwischen Finanzamt und Unternehmern sind, wie das häusliche Arbeitszimmer. Der BFH entschied jetzt zugunsten von Unternehmern, die zwar über Büroräume verfügen, aber dennoch die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer als Betriebsausgaben geltend machen dürfen. Voraussetzung ist jedoch, dass in den Büroräumen kein "angemessener" Arbeitsplatz zur Verfügung steht.