Ist die GmbH-Gründung in der Schweiz eine kostensparende Alternative?

Wer eine GbmH gründen möchte, muss in Deutschland ein Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro einbringen. Gerade für Startups und junge Unternehmen stellt das eine ziemlich Hürde dar. Seit geraumer Zeit lockt die Schweiz mit günstigen Konditionen deutsche GmbH-Gründer. Doch lohnt sich im Vergleich zur Ersparnis der Aufwand? Wir haben nachgeforscht und unsere Ergebnisse aufbereitet.

Bild: Cristine Lietz / pixelio.de

Deutschland: 3 Phasen brauchen Zeit

In Deutschland sollten  man für die GmbH-Gründung Zeit einplanen. Denn alles läuft hier seinen geregelten Gang und zwar in 3 unterschiedlichen Phasen. 

  • Vorgründungsgesellschaft - Wer in dieser Phase schon unternehmerisch tätig wird haftet noch mit seinem Privatvermögen, denn diese Form wird wie eine GbR oder oHG behandlet. In dieser Phase wird der Gesellschaftsvertrag für die notarielle Beurkundung erarbeitet. 
  • GmbH in Gründung (GmbH i.G.) - Die Phase zwischen notarieller Beurkundung und Eintragung in das Handelsregister. In dieser Zeit müssen die Stammeinlagen eingezahlt und ein Geschäftsführer bestellt werden.
  • Die GmbH - ist erfolgreich gegründet, wenn der Eintrag ins Handelsregister erfolgt ist.

Das ganze kann schon mal 6 Monate in Anspruch nehmen.

Schweiz: In 10 Tagen zum Ziel

In der Schweiz entfallen diese Phasen und die öffenltiche Beurkundung der GmbH-Gründung durch das Handelsregister dauert in der Regel 10 Tage. Voraussetzung ist allerdings der Wohnsitz in der Schweiz, den man rechtzeitig anmelden sollte. Das ist einfacher als gedacht. Weitere Informationen gibt es weiter unten im Text.

Der Kostenaspekt

In der Schweiz werden für die GmbH-Gründung 20.000 CHF oder 12.500 Euro als Stammeinlage erbracht werden. Es ist eine Bar- oder eine Sacheinlage möglich. nach erfolgreicher Eintragung in das Handelsregister kann über das Kapital im Sinne der Gesellschaft verfügt werden.

Weitere Gründungsmodalitäten im Vergleich

  Deutschland Schweiz
Stammkapital 25.000 Euro
(12.500 Euro Mindesteinlage) 
12.500 Euro
(oder 20.000 CHF)
Anzahl Gesellschafter mind. eine natürliche oder juristische Person mindestens eine Person, mit Wohnsitz in der Schweiz (die Nationalität ist nicht relevant)
Geschäftsführung mindestens ein Geschäftsführer mindestens einen Geschäftsführer (in der Regel ist dies der Gesellschafter)
mit Wohnsitz in der Schweiz
Dauer bis zur Eintragung 4 bis 6 Monate in der Regel 10 Tage
(Expressverfahren 5 Tage)
Kosten ab ca. 700 Euro (je nach Kapitaleinlage und Notaraufwand - Übersicht) ca. 1.250 Euro (oder 2.000 CHF)

Findige Schweizer bieten Hilfe

Auch wenn die Kostenersparnis lockt, muss man auch in der Schweiz Behördengänge erledigen und Vorgaben erfüllen. Die Wohnsitzverlegung wirkt z.B. auf deutsche Gründer eher abschreckend. Das haben natürlich etliche Schweizer entdeckt und bieten mittlerweile z.B. GmbH Gründung in der Schweiz mittels Treuhand an. Der Service beschränkt sich dabei nicht nur auf Behördengänge. Es werden auch Domizilgewährung und Einsitz des Geschäftsführers oder Gesellschafters, Sekretariatsarbeiten sowie ein Buchhaltungsservice für die korrekte Buchführung und Abschlusserstellung nach Schweizer Recht angeboten. Unterstützung bietet sogar das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft SECO. Auf seiner Internetseite bietet es ausländischen Unternehmern eine Opens external link in new windowÜbersicht über zertifizierte Unternehmen, die bei der Verlagerung des des Firmensitzes in die Schweiz behilflich sind. Diese Dienste kosten natürlich. Als Unternehmer sollte man entsprechend vorher kalkulieren, ob die Ersparnis beim Stammkapital und später auch bei den Steuern den Aufwand für den Treuhänder decken.

Alternative Gründungsformen in Deutschland

Wer doch lieber in den heimischen Gefilden bleiben möchte, findet mit der UG mittlerweile eine annehmbare Alternative zur GmbH. Diese Form bietet ebenfalls beschränkte Haftung aber ohne horrendes Stammkapital.



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