An welche Ämter werden meine Daten vom Gewerbeamt weitergegeben?

Genau kann man das als Außenstehender nicht sagen, da müsste man schon Sachbearbeiter oder generell Mitarbeiter des Gewerbeamtes sein. Es ist aber zu vermuten, dass unter dem Stichwort Amtshilfe das Gewerbeamt entweder automatisch oder auf Nachfrage Daten der Gewerbeanmeldung an etwa folgende Ämter weitergibt:

  • Finanzamt
  • Berufsgenossenschaften
  • Arbeitsagenturen
  • Kammern und Berufsvereinigungen

Beweis für die Datenweitergabe an die IHK

Die Tatsache, dass jeder beliebige Unternehmer Adressdaten bei der IHK, zum Beispiel von neu eingetragenen Meisterbetrieben (und damit Existenzgründern) käuflich erwerben kann, ist ein Zeichen dafür, dass diese Daten exklusiv von den Gewerbeämtern weitergeleitet werden. Es kann natürlich auch aufgrund durchgeführter Seminare ein selbst erhobener Datenbestand sein.

Und plötzlich klingen alle und wollen was verkaufen

Sehr oft habe ich als Berater beobachtet, das unmittelbar nach der Gewerbeanmeldung (oder äquivalent der Anmeldung der Tätigkeit beim Finanzamt) alle möglichen Vertreter und Institutionen dem Existenzgründer die Tür einliefen, um Telefonbucheinträge, Leasingsfahrzeuge, Werbung im allgemeinen, Internetseiten, Seminare und ähnliche Dinge zu verkaufen. Es ist also allgemein möglich und gängige Praxis, Opens internal link in current windowAdressen zu kaufen und dahingehend würde es mich auch nicht wundern, wenn die Gewerbeämter oder auch andere Ämter nicht nur untereinander, sondern auch kommerziell Daten weitergeben.

§ 14 Gewo zeigt´s schwarz auf weiß

Nach langem Suchen bin ich doch fündig geworden und der Beweis ist mit folgendem Zitat aus der Gewerbeordnung erbracht, dass die Daten tatsächlich weitergegeben werden dürfen. Allerdings nicht an jeden x-beliebigen, sondern nur an bestimmte Empfänger:

§ 14 Gewo
Auszug aus der Gewerbeordnung

Häufig gestellte Fragen zum Gewerbe anmelden

Leserfragen zum Thema Datenweitergabe Gewerbeamt

Gewerbe anmelden - welche Tätigkeitsbeschreibung soll ich eintragen?

Hallo ich habe allerdings einige Fragen die offen stehen:

1. Ich habe vor in 2 Tagen ein Gewerbe anzumelden. Was sollte ich bei der Tätigkeitsbeschreibung eintragen wenn ich Restposten, aber hauptsächlich KFZ-Teile und Zubehör verkaufen möchte und über Affiliate Anzeigen noch zusätzlich Geld verdienen will? EDV-Dienstleistungen und?

2. Ich trage ja die Haftung wenn bei einem Kunden beispielsweise ein von mir gekaufter Reifen wegen falscher Lagerung vom Hersteller platzt und er einen Unfall baut. Gibt es dazu bestimmte Versicherungen die ich abschließen kann? Haftpflicht für meine Produkte? Lohnt sich eine Rechtschutzversicherung? Wenn ja wie heißt denn diese Art von rechtschutz die gleichzeitig vor Abmahnungen vertritt aber auch für Unfälle wegen Sachmängel?

Antwort

Hallo,

Was sollte ich bei der Tätigkeitsbeschreibung eintragen wenn ich Restposten, aber hauptsächlich KFZ-Teile und Zubehör verkaufen möchte und über Affiliate Anzeigen noch zusätzlich Geld verdienen will? EDV-Dienstleistungen und?

In der Regel hilft dir der Sachbearbeiter auf dem gewerbeamt bei dieser Entscheidung. Ich würde aber Restpostenhandel angeben, mit der Ergänzung auch online. Fertig, mach da keinen heißen, das wird alles nur halb so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

zum Thema Restposten haben wir folgende Artikel geschrieben:

Haftpflicht für meine Produkte? Lohnt sich eine Rechtschutzversicherung?

Mit einer gewerblichen Haftpflichtversicherung wirst du ein Großteil der Schadensfälle abdecken können. Dazu würde ich dir empfehlen, lass dich von einem seriösen (gibt's die überhaupt?) Versicherungsmakler beraten. Oder vom Bundesverband der Versicherungsvertreter. Eventuell ist auch eine Beratung bei der Verbraucherzentrale, der IHK oder einer anderen öffentlichen Stelle sinnvoller als eine Beratung von einem Versicherungsvertreter. Denn der will ja nur Geld verdienen, die anderen wollen beraten.

Eine Rechtsschutzversicherung ist für Zwecke von Abmahnungen eher nicht geeignet, habe das selber am eigenen Leib erfahren. ich wollte auch eine Rechtsschutzversicherung, die mir bei Abmahnungen oder Internetstreitigkeiten im Rahmen meiner Internetseiten hilft. Man hat mir da eine Rechtsschutzversicherung+ ( also mit Internetpaket) angetreten. Später hat sich herausgestellt, dass dieses Internetpaket nur für den Fall greift, dass ich im Internet etwas bestelle und beispielsweise mit dem Versandhaus Probleme bekomme. Aber mein Wesen, Inkasso und Abmahnungen sind in keinem Fall dabei gewesen, obwohl dieser Rechtsschutzversicherung bereits pro Jahr knapp 500 € gekostet hat. Ich habe den ganzen Spaß angekündigt, da meine Schadensfälle oder Risiken durch keine Rechtsschutzversicherung abgedeckt wird, die ich mir leisten kann. Das geht dann so in die Tausende rein, wurde mir gesagt. Auch hier wurde ich mich bei einer unabhängigen Stelle näher erkundigen. Vielleicht auch einen Versicherungsvergleich machen, um erstmal ein Gefühl für die Zahlen zu bekommen. Man muss ja dann nicht abschließen.

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