Frage von Dh. am 21.01.09

Unklarheiten bzgl. Steuerzahlungen bei Nebengewerbe - lohnt es sich überhaupt?

Hallo zusammen,

Seit einiger Zeit spiele ich immer mal wieder mit dem Gedanken mich nebenberuflich noch mit einem kleinen Online-Handel selbstständig zu machen – nur hat bisher immer die nötige Konsequenz gefehlt.

Mittlerweile bin ich aber entschlossen mein Vorhaben durchzusetzen – will aber sicher gehen, dass ich neben der Erfahrung die ich damit mache auch ein bisschen was daran verdiene =)

Viele Infos habe ich mir schon angelesen, aber noch ist mir nicht alles 100%ig klar – vielleicht könnt ihr mir ja helfen.

Zu meiner Person – ich bin 24 Jahre, hauptberuflich angestellt mit festem Einkommen und beziehe kein Kindergeld mehr – hier also erstmal nichts zu beachten.

Mit dem Online-Handel möchte ich eigentlich hauptsächlich Erfahrung auf dem Gebiet der Selbstständigkeit sammeln aber auch rund 400 Euro netto Gewinn pro Monat erwirtschaften.

400 Euro * 12 Monate = 4800 Euro Gewinn per anno

Ich habe mehrere Verkaufsszenarien durchgespielt und komme auf ca. 30% Gewinn bei einem durchgeführten Verkauf eines Artikels.

Bei Mein Umsatz müsste sich also auf 4800 Euro * 1/0,3 = 16000 Euro per anno kommen um mein Ziel zu erreichen. Da kein Wachstum angestrebt ist bleibe ich somit dauerhaft unter der 17500 Euro-Grenze und kann somit ein Kleingewerbe betreiben.

Da es sich bei dem Handel um Waren von privat an privat handelt bietet es sich an die Regelversteuerung NICHT zu optieren.

Somit zahle ich lediglich auf den Gesamtumsatz 19% Steuern – richtig?

Da ich aber von privat ankaufe und an privat verkaufe bietet sich zudem die Differenzbesteuerung an – richtig?

Also die 19% Steuern nur auf den tatsächlichen Gewinn beim Verkauf? EK – VK = zu versteuernder Gewinn.

Kann ich hier ausserdem die zu zahlenden Verkaufsgebühren z.B. bei Ebay vom EK abziehen sowie Gebühren einen Ebayshop darauf umschlagen? Oder kann ich die erst am Schluss in der GUV abziehen?

Mein nächstes Problem ist, dass ich die Ware (Bsp.: Xbox360 Spiele) in einer Sammlung kaufe (z.B. 5 Spiele für zusammen 50 Euro) und einzeln verkaufe – kann ich bei der Differenzbesteuerung nun einfach mit 10 Euro EK pro Spiel rechnen oder greift diese hier nun schon gar nicht mehr und ich muss tatsächlich auf einen möglichen VK von 15 Euro komplett die 19% entrichten (Gebührenunabhängig…)

Die Sammlungen werden via Banküberweisung bezahlt – genügt hier bei einer möglichen Wirtschaftsprüfung dieser Bankauszug mit entsprechendem Verwendungszweck als Beleg für die Ausgabe?

Und meine letzte Frage – in der Einkommensteuererklärung muss ich ja dann abschließend den Gewinn aus der GUV (die 19% wie auch immer bereits abgezogen) zu meinem normalen Einkommen dazu rechnen und erneut versteuern… für mein Einkommen habe ich ja schon per Vorauszahlung immer Lohnsteuer, Soli, etc. gezahlt… mit wie viel % Abschlag muss ich dann noch bei meinem gewerblichen Gewinn rechnen bei einem Jahresbrutto von 55000 Euro (Single, ohne Kinder, L.klasse 1) und einem angenommenen Gewinn von 4800 Euro (bereits Umsatzsteuerbereinigt)… werde aus den ganzen Rechnern nicht schlau was das Thema angeht…

Achso, ich würde das alles dann wohl schon von einem Steuerberater machen lassen – aber wenn ich durch eure Hilfe schon sehe ob es sich überhaupt lohnt kann ich mir den Gang dorthin ggf. auch gleich sparen, daher der ganze Fragenkatalog…

Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen…

Antwort von

Oha, muss mich natürlich korrigieren - als Kleinunternehmer muss ich ja gar keine Umsatzsteuer zahlen - also bezieht sich meine Frage nur noch auf die Einkommenssteuer - habe nochmal so einen Rechner bemüht.

Kann es sein, dass ich bei einem Gewinn von 5000 Euro knapp über 2000 Euro Steuern davon abzuführen habe!?

Antwort von

Niemand ne Idee?

Antwort von

hallo selidor,

in der Einkommensteuererklärung muss ich ja dann abschließend den Gewinn aus der GUV (die 19% wie auch immer bereits abgezogen) zu meinem normalen Einkommen dazu rechnen und erneut versteuern…



das ist richtig, der Gewinn stellt in der Einkommensteuererklärung Einkünfte aus Gewerbebetrieb dar. Diese sind in der entsprechenden Anlage zu erklären.

für mein Einkommen habe ich ja schon per Vorauszahlung immer Lohnsteuer, Soli, etc. gezahlt…



Das ist auch korrekt. Diese Vorauszahlung bezieht sich allerdings nur auf das Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit, also aus dem Angestelltenverhältnis. Daher wird es nicht mehr für den noch Nichtvorsteuergewinn reichen. Das kommt natürlich darauf an wie hoch der ist. Man kann das auf keinen Fall pauschalisieren.

mit wie viel % Abschlag muss ich dann noch bei meinem gewerblichen Gewinn rechnen bei einem Jahresbrutto von 55000 Euro (Single, ohne Kinder, L.klasse 1) und einem angenommenen Gewinn von 4800 Euro (bereits Umsatzsteuerbereinigt)… werde aus den ganzen Rechnern nicht schlau was das Thema angeht…



so einfach geht das nun nicht. Sie können nicht einen pauschalen Steuerbetrag annehmen, mit dessen Hilfe sie einfach die zu zahlende Einkommensteuer berechnen. Die Berechnung der Einkommensteuer ist eine komplizierte Sache, unterliegt einer bestimmten Berechnungsformel und kann ich hier auf keinen Fall innerhalb eines Satzes erklären. Die einfachste Variante ist, sie kaufen sich ein Steuerprogramm und geben alles ein. Das Steuerprogrammen sagt Ihnen denn genau wie viel Einkommensteuer Sie zahlen müssen. In Deutschland ist es leider nicht so pauschal möglichen, da der Steuersatz sich mit steigendem Einkommen ändert. Es ist also keine proportionale Versteuerung, sondern eine nicht proportionale, das macht es sehr schwer.

wenn Sie kein Steuerprogramm kaufen möchten, können sie nur einen und line Rechnern nutzen, pro wiederum keine Gewähr gegeben werden kann.

Zum Beispiel können Sie den Rechner unter www.n-heydorn.de/steuer.html nutzen.

Oder sie nutzen den Onlinerechner der direkt von der Bundesregierung bereitgestellt wurde unter:
www.abgabenrechner.de

Anders geht es leider nicht, sollten Sie das nicht hin bekommen, müssen Sie sich einen Steuerberater nehmen. So ist das System in Deutschland.

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