Unternehmensverkauf bei Liebhaberei: So wird versteuert

Es kommt zwar nicht sehr oft vor, doch gelegentlich findet bei einem Unternehmer der Übergang von einem Gewerbebetrieb zur Liebhaberei statt. Allerdings darf das nicht als Betriebsaufgabe angesehen werden. Die Betriebsaufgabe erfolgt erst, nachdem auch die Liebhaberei verkauft wurde. Welche Auswirkungen das auf die Versteuerung hat, erklärt dieser Artikel.

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München, 17. Februar 2017 - Der Bundesfinanzhof in München entschied mit seinem Urteil vom 11. Mai 2016, dass der Übergang vom Gewerbebetrieb zur Liebhaberei keineswegs mit einer Betriebsaufgabe gleichzusetzen ist. Die Betriebsaufgabe erfolgt erst bei Verkauf oder Aufgabe des Liebhabereibetriebs. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Versteuerung bei Verkauf des Betriebs, wie steuertipps.de berichtet. Die Richter machten in ihrem Urteil folgendes klar:

Der Veräußerungs- oder Aufgabegewinn hieraus ist steuerpflichtig, soweit er auf die einkommensteuerlich relevante Phase (Anm. der Redaktion: die Zeit vor der Liebhaberei) des Betriebs entfällt...Eine negative Wertentwicklung während der Liebhabereiphase berührt die Steuerpflicht des auf die einkommensteuerlich relevante Phase entfallenden Gewinnanteils nicht.

Zum Zeitpunkt der Aufgabe oder des Verkaufs des Liebhabereibetriebs, ist der Veräußerungsgewinn zu versteuern. Er errechnet sich aber nicht danach, was der Liebhabereibetrieb aktuell wert ist, sondern richtet sich nach der Höhe zum Zeitpunkt des Übergangs vom Gewerbebetrieb zur Liebhaberei. Im konkreten Fall hatte eine Unternehmerin im Jahr 2008 ein Hotel verkauft. Bereits 1993 erfolgte der Übergang zur Liebhaberei. Die Steuerlast richtet sich nach dem Wert der stillen Reserven, also vor allem dem Wert der Immobilie, im Jahr 1993. Unerheblich ist, wie hoch der aktuelle Wert ist oder zu welchem Preis das Hotel verkauft wurde. Das kann sich für den betreffenden Unternehmer sowohl positiv, als auch negativ auswirken. Um beim hier genannten Beispiel zu bleiben: Wenn das Hotel an Wert verliert, und der Verkaufspreis unter dem Wert von 1993 liegt, spielt das für die Versteuerung keine Rolle. Auch dann nicht, wenn der Unternehmer mit dem Verkaufserlös nicht mal seine Darlehensschuld tilgen kann. Auf der anderen Seite: Findet ein Wertzuwachs statt, dann ist dieser auch nicht zu versteuern. BFH-Urteil vom 11. Mai 2016, Aktenzeichen: X R 15/15

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