Am von Torsten in Urteile geschrieben und am 22.06.2017 um 17:38 aktualisiert
Lohnsteuer

Trinkgelder bleiben steuerfrei

Die Steuerfreiheit von Trinkgeldern wurde mehrfach von Gerichten bestätigt. Hintergrund ist, dass die Zuwendungen ja nicht vom Unternehmer, sondern von Dritten stammen. Wie sieht es aber aus, wenn der Unternehmer die Trinkgelder erhält und dabei als eine Art Treuhänder wirkt? Auch dann handelt es sich immer noch um Trinkgelder, auf die keine Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen, die der Bundesfinanzhof feststellte.

Schwarze Frau mit Zigarre
Je dicker die Zigarren, desto üppiger das Trinkgeld?
© epmuts / pixelio.de

München, 26. Juni 2017 - In der Gastronomie, beim Friseur und auch in anderen Bereichen ist es üblich Trinkgeld zu geben. Wer zum Beispiel einem Kellner Trinkgeld gibt, anerkennt damit nicht nur die Serviceleistung des Kellners, sondern auch die anderer MItarbeiter, wie dem Koch. Daher werden Trinkgelder häufig gesammelt und am Ende des Tages unter den Angestellten aufgeteilt. An der Steuerfreiheit dieser Zuwendungen ändert sich auch nichts, wenn der Unternehmer, sprich Arbeitgeber als eine Art Treuhänder fungiert, wie die Ausgabe Der Steuerzahler von 03/2017 auf Seite 39 beschreibt Die Richter des Bundesfinanzhofs urteilten, dass auch dann noch die Zuwendung durch Dritte erfolgt und nicht durch den Unternehmer.

Der Dritte, in den meisten Fällen der Kunde, muss nicht direkt an den Arbeitnehmer leisten. Entscheidend ist ganz allein die Tatsache, dass das Geld von einem Dritten stammt und nicht vom Unternehmer. Das BFH führte auch die oben erwähnten Beispiele an und sprach von einer “Poolung von Einnahmen”. Die Trinkgelder gehören in ihrer Gesamtheit den Arbeitnehmern, sodass sie entweder Miteigentümer am Inhalt der Trinkgeldkasse werden oder zumindest einen Anspruch auf Überlassung gegenüber dem Unternehmer haben. So zumindest die fachliche Ausdrucksweise. BFH Urteil vom 18. Juni 2015 - Aktenzeichen VI R 37/14

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Im Büro vor dem Kopierer

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