Am von Torsten in Urteile geschrieben und am 02.10.2019 um 14:46 aktualisiert
Steuertricks nutzen

Gehaltserhöhung durch steuerfreie Vorteile

Eine Gehaltserhöhung klingt für jeden Mitarbeiter toll, bedeutet sie doch meist nicht nur mehr Geld auf dem Konto, sondern auch Anerkennung und Motivation seitens des Arbeitgebers. Ein höheres Bruttoeinkommen ist aber nicht immer die beste Wahl, um den Mitarbeitern etwas Gutes zu tun. Durch die kalte Progression steigt mit dem höheren Einkommen auch die Abgabenlast. Im ungünstigsten Fall hat der Gehaltsempfänger weniger in der Tasche als zuvor.

Eine Gürtel schnalle wird enger geschnallt. Es sind nur die Hände, die Hürde schneller in die Hose zu sehen. Hier im Kontext von Gehaltserhöhung
Ob es wirklich ausreicht, steuerfreie Gehaltserhöhungen zu zahlen oder ob die Lohnnebenkosten an sich für Unternehmer und Angestellte wesentlich zu hoch sind ... entscheiden Sie selbst.
© Fionn Große / pixelio.de

Berlin im August - Eine gute Alternative zur Gehaltserhöhung sind steuerfreie Extras. Der Vorteil kommt in voller Höhe an und sorgt für eine Bindung des Personals an das Unternehmen. Geschickt kombiniert können den Mitarbeitern auf diese Weise bis zu 300 Euro mehr gewährt werden, wovon auch wirklich 300 Euro netto übrig bleiben.

Die Fülle an steuerlichen Vorteilen ist groß. Es muss nicht immer der Gutschein mit konkretem Gegenwert sein. Man kann Mitarbeitern auch mal die freie Wahl lassen, so dass jeder einen Bonus bekommt, mit dem er auch wirklich etwas anfangen kann. Folgend einige beispielshafte Möglichkeiten.

1. Geschenkgutscheine

Der Bundesfinanzhof hat 2011 endlich Klarheit in die Rechtslage gebracht und Geschenkgutscheine als Sachleistungen eingestuft. Bis zu einem Wert von 44 Euro pro Monat sind diese steuerfrei. Vor allem Tankstellen, aber auch große Handelsketten, haben sich darauf eingestellt und bieten Gutscheinkarten mit genau diesem Wert an. Im Jahr können einem Mitarbeiter auf diesem Wege immerhin 528 Euro abgabenfrei zugewendet werden.

2. Jobticket

Einige Mitarbeiter haben gar kein Auto und können mit dem Tankgutschein nichts anfangen? Auch das Jobticket (z.B. das Jobticket der Bahn) für die öffentlichen Verkehrsmittel ist bis zu 44 Euro im Monat steuerfrei. Wichtig: Eine Hochrechnung auf einen Jahresbetrag ist nicht erlaubt. (Die Bahncard 100 kann der Unternehmer übrigens auch für private Fahrten als Betriebsausgaben absetzten, wir berichteten bereits.)

3. Firmenhandy

Einer der beliebtesten Vorteile bei Mitarbeitern ist das Firmenhandy. Arbeitgeber dürfen dieses zwar nicht verschenken, da das ein geldwerter Vorteil wäre, aber sie können es ihren Mitarbeitern zur Nutzung überlassen. Auch ein Leasingvertrag ist denkbar. Die meisten Unternehmen übernehmen außerdem die laufenden Vertragskosten. Viele Mobilfunkanbieter bieten dafür spezielle Tarife an. Weiterer Vorteil: Der Mitarbeiter ist für seinen Arbeitgeber stets erreichbar. Lesen Sie auch, wie Telefon, Internet und Mobiltelefone als Betriebsausgaben absetzbar sind!

4. Kinderbetreuung

Arbeitgeber können Familien fördern, indem sie die Kosten für die Betreuung nicht-schulpflichtiger Kinder übernehmen oder zumindest einen Zuschuss für Kindergarten, Kita oder Tagesmutter zahlen. Diese Leistung ist ohne Obergrenze steuer- und sozialversicherungsfrei.

5. Geschenke zu besonderen Anlässen

Wenn der Chef seine Mitarbeiter zu feierlichen Anlässen wie dem Geburtstag, der Hochzeit oder der Geburt eines Kindes mit einem Geschenk überrascht, dann ist das immer ein Zeichen der Wertschätzung. Drei Mal im Jahr kann der Arbeitgeber einem Mitarbeiter Sachgeschenke bis zu einem Wert von jeweils 60 Euro steuerfrei zukommen lassen. (Achtung: Auch das Schenken von Unternehmer zu Unternehmer will gelernt sein, dazu berichtete GründerNews erst kürzlich.)

6. Gesundheitsfördernde Maßnahmen

Wenn es um die Gesundheit der Angestellten geht, dann ist der Fiskus besonders spendabel: Für Ernährungsberatung, Raucherentwöhnung, Schutzimpfungen, Yoga-Kurse und ähnliches sind 500 Euro pro Person und Jahr steuerfrei. Aber Achtung: Zuschüsse zum Fitnessstudio oder Sportverein sind steuerlich nicht begünstigt.

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