Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Kfz Nutzung

Privatanteil auch bei geringfügiger privater Kfz-Nutzung versteuern

In Sachen Fahrtenbuch und Betriebsausgabe kommt es immer zu Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Finanzamt. In einem aktuellen Fall hatte eine Selbstständige einen privaten Anteil am Betriebs-Pkw von nur 5,07 Prozent. Sie war der Meinung, dass dies so gering ist, dass kein Ausweis in der Gewinnermittlung nötig sei. Das Finanzamt war hingegen anderer Meinung. Das Finanzgericht bestätigte die Vorgehensweise der Beamten.

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Stuttgart, 03. November 2016 - Die oben erwähnte Unternehmerin nutzte ihren Geschäftswagen nur zu 5,07 Prozent für private Zwecke. Das konnte dem Fahrtenbuch entnommen werden, welches auch vom Finanzamt anerkannt wurde. Die Freiberuflerin setzte hingegen die gesamten Pkw-Kosten als Betriebsausgaben an. Sie sah darin eine untergeordnete Privatnutzung, die steuerlich “unter den Tisch fallen” kann. Die Beamten des zuständigen Finanzamtes sahen das jedoch anders. Letztlich ging der Fall vor das Finanzgericht Baden-Württemberg, so steuertipps.de.

Bagatellgrenze gilt nicht bei Fahrzeugen

Die Unternehmerin berief sich auf einen Beschluss des Bundesfinanzministeriums, bei der bei einer untergeordneten privaten Nutzung, der steuerliche Anteil vernachlässigt werden kann. Sprich, es braucht keine Entnahme angesetzt zu werden. Die Bagatellgrenze liegt bei 10 Prozent (BMF-Schreiben vom 06. Juli 2010). Überzeugt in ihrer Ansicht hat sie außerdem die BFH-Rechtsprechung, die ebenfalls dahingehend urteilte (BFH-Beschluss vom 21. September 2009, GrS 1/06). Das Finanzamt und später auch das Finanzgericht beurteilten die Sachlage jedoch anders. Der Privatanteil wurde gewinnerhöhend berücksichtigt, was zu einer höheren Steuerlast führte. Die Richter begründeten das damit, dass mit Hilfe eines Fahrtenbuchs, der private Anteil genau berechnet werden kann. Das gilt auch, wenn der Anteil unter dieser 10 Prozent Marke liegt. Die Bagatellgrenze bzw. der Vereinfachungsgedanke, der hinter den Beschlüssen steht, die die Unternehmerin anführte, bezieht sich nicht auf Fahrzeuge. Sie gilt nur bei anderen gemischt genutzten Wirtschaftsgütern, wie zum Beispiel ein Computer oder Arbeitsmittel. Für Fahrzeuge gibt es jedoch spezielle Regelungen im Gesetz. Nur für oben genannte Gegenstände, die keine eigene Regelung haben, kann die Bagatellgrenze genutzt werden.

Steuervorteil Fahrtenbuch

Die Führung eines Fahrtenbuches bringt grundsätzlich steuerliche, und damit finanzielle, Vorteile für den Unternehmer. Wie sich das in der Praxis auswirkt und wie viel Geld damit eingespart werden kann, hat das Gründerlexikon in einem PDF-Dokument durchgerechnet und zusammengestellt: Wie erfasse ich meine Kfz-Kosten? In diesem Artikel wird auch die 1-Prozent-Methode erläutert und es werden weitere Tipps und Hinweise gegeben.

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