Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Schwierige Entscheidung

Fußball­schieds­richter erzielt Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Der Bundesfinanzhof urteilte, dass die Einkünfte eines Fußballschiedsrichters steuerrechtlich gesehen Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind. Das gelte vor allem für Schiedsrichter, die auch international tätig sind. Seine Tätigkeit gilt dabei nicht als “Sportler”, auch wenn er sich sportlich betätigt.

Einkünfte eines Fußballschiedsrichters
Ob er berechnet, wie viel er pro Minute verdient?
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München, 03. April 2018 - Schiedsrichter im Allgemeinen haben es nicht gerade einfach. Sie müssen permanent Entscheidungen treffen, einige mit hoher Tragweite. Profi-Fußballschiedsrichter wie Urs Meier verraten, wie man am besten Entscheidungen trifft.

Eine ebenfalls wichtige Entscheidung musste der BFH treffen. Ein Fußballschiedsrichter bezog Einkünfte aus seiner Tätigkeit als Schiedsrichter. In den Streitjahren war er unter anderem für den DFB, die FIFA und die UEFA tätig, indem er dort bei Fußballspielen als Schiedsrichter agierte. Das Finanzamt sah dies als Einkünfte aus Gewerbebetrieb an. Die Klage vor dem Finanzgericht hatte zunächst Erfolg. Doch der Bundesfinanzhof kippte diese Entscheidung und urteilte anders.

Selbstständige, nachhaltige Betätigung, mit der Gewinn erzielt werden soll

Die Begründung der Richter des BFH ist recht simpel. Steuerrechtlich gesehen handelt es sich um einen Gewerbebetrieb, da die Tätigkeit selbstständig, nachhaltig und mit der Absicht einen Gewinn zu erzielen ausgeübt wird. Der Fußballschiedsrichter ist auch kein Angestellter eines Verbandes. Er erhält zwar Instruktionen, bei welchen Spielen er eingesetzt wird. Aber bei seiner eigentlichen Tätigkeit, unterliegt er keinen Weisungen durch einen Verband.

Außerdem machten die Richter deutlich, dass der Fußballschiedsrichter nur eine Betriebsstätte hat, nämlich seine Wohnung im Inland. Er unterhält ansonsten nirgends eine “feste Geschäftseinrichtung oder Anlage, die der Tätigkeit eines Unternehmens dient”. Das wiederum bedeutet, dass auch Einkünfte aus dem Ausland, wenn er zum Beispiel bei Auslandsspielen eingesetzt war, im Inland besteuert werden.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 20.Dezember 2017; Aktenzeichen: I R 98/15.

Apropos Betriebsstätte: Falls Sie ein eigenes Unternehmen gründen wollen, sollten Sie unbedingt eine Standortanalyse durchführen!

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Das entscheidet der BFH 2017 für Selbstständige

Jedes Jahr veröffentlicht der Bundesfinanzhof eine Liste mit Verfahren, bei denen es wahrscheinlich ist, dass im betreffenden Jahr ein Urteil gefällt wird. Steuertipps hat in einem Artikel die wichtigsten Verfahren aus verschiedenen Bereichen zusammengestellt. Unternehmer und Existenzgründer sind sicherlich auf den Ausgang des einen oder anderen Verfahrens gespannt.

Häusliches Arbeitszimmer kann an Auftraggeber vermietet werden

Wer ein Zimmer vermietet, erzielt in der Regel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Handelt es sich jedoch beim Vermieter um einen Gewerbetreibenden, der an einen Auftraggeber vermietet, so werden die Einnahmen den Einkünften aus Gewerbebetrieb zugerechnet, urteilte das BFH. Das hat Folgen für die Absetzbarkeit der Ausgaben in Verbindung mit dem Zimmer. Diese sind dann nämlich nur noch eingeschränkt absetzbar.

Häusliches Arbeitszimmer: Höchstbetrag für Absetzung auch bei gemischten Einkünften

Bei der Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers ist der gem. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 EStG geltende Höchstbetrag abziehbarer Aufwendungen nicht nach den Anteilen der zeitlichen Nutzung aufzuteilen, wenn verschiedene Einkunftsarten vorliegen. Freiberufler können Aufwendungen trotz zusätzlicher Anstellung bis maximal 1.250 Euro absetzen.