Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben und am 11.10.2019 um 14:10 aktualisiert
Bürokratie

Anhebung der Grenze zur Kleinunternehmerregelung auf 21.400 Euro gefordert

Diese Nachricht kommt sicherlich bei vielen Kleinunternehmern und Existenzgründern gut an. Die Umsatzgrenze zur Kleinunternehmerregelung auf 21.400 Euro anzuheben, das forderte der Deutsche Steuerberaterverband mit Schreiben vom 27.08.2018.

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Berlin, 27. August 2018 - Über viele Jahre hinweg war der Grenzbetrag zur Kleinunternehmerregelung konstant. Wenn der Vorjahresumsatz nicht mehr als 17.500 Euro und der im laufenden Jahr nicht mehr als 50.000 Euro beträgt, können Unternehmer die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, berichtet verein-aktuell.de (Beitrag leider nicht mehr verfügbar). Das bedeutet, dass sie auf ihre Umsätze keine Umsatzsteuer abführen müssen.

Der DStV fordert eine Anhebung der Grenzbetrag auf 21.400 Euro angehoben werden.

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Gerade für Existenzgründer und Selbstständigen mit geringen Einnahmen würde die Anhebung zur Kleinunternehmerregelung sehr entgegen kommen. Denn so können Mehrkosten, auch in Form von erhöhten Bürokratiekosten, gespart werden. Allerdings würde diese Anpassung auch “höchste” Zeit. Denn die Anhebung der Grenze soll auch die allgemeine Preissteigerung der letzten Jahre ausgleichen. Und über viele Jahre gab es keine Anpassungen. Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland ohnehin hinterher. In Österreich beträgt die Grenze zur Kleinunternehmerregelung beispielsweise 30.000 Euro. Außerdem ist diese Grenze dort nicht starr, sondern geringfügige Überschreitungen sind zulässig. In Frankreich liegt der Wert bei mindestens 32.900 Euro, in Belgien bei 25.000 Euro und in vielen osteuropäischen Ländern liegt die Grenze noch viel höher.

Anhebung der Kleinunternehmergrenze - was würde sich ändern?

Neben der Anhebung der Kleinunternehmergrenze ändert sich nichts. Liegt der Umsatz im laufenden Jahr wahrscheinlich nicht über 50.000 Euro, muss auch weiterhin keine Umsatzsteuer abgeführt werden. Dieser Wert bleibt bestehen. Lediglich die Grenze zum Vorjahresumsatz wird von 17.500 Euro auf 21.400 Euro angehoben. Wird die neue Regelung zum 01. Januar 2020 umgesetzt, bedeutet das, dass Unternehmer bereits dieses Jahr von der Anhebung profitieren.

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Denn: In 2020 schaut das Finanzamt, wie hoch die Umsätze in 2019 waren. Lagen diese dann unter 21.400 Euro, muss der Unternehmer keine Umsatzsteuer abführen. Der Selbstständige kann die neue 21.400 Euro Grenze demnach schon dieses Jahr “nutzen”.

Existenzgründer, die erst in 2020 gründen, können für eine “unterjährige” Gründung ebenfalls einen höheren Wert ansetzen. Denn in diesem Fall gilt nicht der 50.000 Euro Wert, sondern (ab nächstes Jahr), die 21.400 Euro Grenze. Je nach Gründungstag, wird der Wert anteilig berechnet. Gründet der Unternehmer also beispielsweise am 01. Juli 2020, so dürfen seine Umsätze im laufenden Jahr nicht mehr als 10.700 Euro betragen (bisher 8.750 Euro).

Achtung: Das ist nur ein Gesetzesentwurf, kein Gesetz!!!

Leider handelt es sich noch nicht um eine konkrete Gesetzesänderung und damit um eine Tatsache, sondern es wurde zunächst ein Gesetzesentwurf vorgelegt, schreibt haufe.de. Der Gesetzgeber ist nunmehr in der Pflicht, das Gesetz zu verabschieden, um die neuen Regelungen wirksam zu machen. Mit dieser notwendigen Maßnahme wird im Herbst diesen Jahres gerechnet. Im Internet selbst wird sehr wenig über dieses Thema berichtet, sodass man jetzt bereits davon ausgehen kann, dass es keine Gesetzesänderung diesbezüglich geben wird. Auch die Anhebung der Kleinbetragsregelung (§ 33 UStDV) von 150 Euro auf 200 Euro sind in diesem Zusammenhang dem Gesetzgeber vorgeschlagen worden und bedürfen nun dessen Zustimmung. (Recherche bei Lexware, Verein aktuell, sowie Steuerberater Mauel) Die Kleinunternehmerregelung ist eine sehr wichtige Regelung für nebengewerbliche und hauptberufliche Existenzgründer, die etwas bürokratische Entlastung in den ersten Monaten und Jahren benötigen. Eine Anhebung dieser Grenze würde selbstverständlich genau dieser Zielgruppe sehr entgegenkommen. Wir persönlich gehen davon aus, dass eine Entlastung in Sachen Bürokratie nicht beabsichtigt ist, auch wenn in der Öffentlichkeit dieser Anschein gewahrt werden soll. Unterm Strich zählen die steuerlichen Einnahmen, die durch die Umsetzung obiger Regelungen wegbrechen würden. Darüber hinaus kann es doch die Bundesregierung nicht verantworten, eine tatsächliche Erleichterung für den Unternehmer herbeizuführen. Diese Kuh muss auch in Zukunft so lange gemolken werden, wie sie Milch hat und nicht durch den Ausbruch von Rinderwahn Probleme bereitet. In diesem Sinne möchten wir uns für diese teilweise ungenaue und verwirrende Berichterstattung entschuldigen. Aber das basiert eben genau dann, wenn Menschen Newsletter schreiben, Redaktion betreiben und sich durch Unmengen von Nachrichten, gesetzliche Regelungen und Webseiten arbeiten müssen. Genau dann entstehen eben Fehler, die zugegeben, korrigiert und aus denen gelernt werden muss.

Alle Forderungen des DStV hier nachlesen!

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