Wenn Mitarbeiter Mehrarbeit leisten - Richtiger Umgang mit Überstunden

Überstunden gehören für viele Unternehmen, bzw. deren Mitarbeiter zum ganz normalen Arbeitsablauf. Häufig machen Mitarbeiter sogar recht gerne Überstunden, um Ihr Gehalt aufzubessern. Doch nicht in jedem Fall muss diese Zusatzarbeit bezahlt werden. Auf der anderen Seite beuten einige Arbeitgeber ihre Mitarbeiter regelrecht aus. Aber Vorsicht – in Zeiten von Social Media kann diese Taktik den Ruf im Netz ruinieren.

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Die Rechtslage – klare Regelungen im Arbeitsrecht

Das Arbeitsrecht spricht in Sachen Überstunden recht klare Worte: Der Arbeitgeber muss zusätzlich abgeleistete Arbeitszeit nur dann bezahlen, wenn er Sie angeordnet oder mindestens geduldet hat. Sinn dieser Vorgabe ist, dass nicht jeder Arbeitnehmer arbeiten kann, wie er will. Damit es hinsichtlich der Arbeitszeiten nicht zu Unklarheiten oder zum Streit kommt, sollte mit Stundenzetteln gearbeitet werden. Diese quittiert der Chef mit seiner Unterschrift. Häufig ist der Umgang mit den Überstunden bereits im Arbeitsvertrag festgelegt; allzu oft sind Mehrarbeit und Überstunden vertraglich im monatlichen Gehalt mit enthalten. Das Bundesarbeitsgericht hat hier in einem Urteil aus dem Februar 2012 (5 AZR 765/10) einen Riegel vorgeschoben. Die Vergütung für Überstunden muss im Arbeitsvertrag für den Arbeitnehmer transparent geregelt sein. Ist dies nicht der Fall, müssen die Arbeitsstunden vergütet werden.

Ausbeutung der Mitarbeiter – häufig an der Tagesordnung

Die angespannte Wirtschaftslage und ausgeprägtes Profitdenken führen häufig dazu, dass Firmen ihre Mitarbeiter regelrecht ausbeuten, allen arbeitsrechtlichen Vorschriften zum Trotz. Möglich wird dies durch intransparente Arbeitsverträge und die Angst der Mitarbeiter vor dem Verlust der Arbeitsstelle. Dabei sind nicht nur Überstunden an der Tagesordnung. Auch schlechte Arbeitsbedingungen, respektloser Umgang den Mitarbeitern gegenüber und eine Überforderung der einzelnen Beschäftigten sind Teil der Ausbeutung, unter der Angestellte und Arbeiter zu leiden haben. Viel negative Kritik erhält zu diesem Thema u.a. der Gründer von Media Consulta

Das Internet macht es möglich – Unternehmer werden angeprangert

In Zeiten des Internets begeben sich Unternehmen, die ihre Mitarbeiter allzu sehr mit Überstunden ausbeuten, in die Gefahr ihren guten Ruf zu verlieren. Über die Social Media Kanäle, in Blogs oder Communities werden diese Firmen schnell einmal angeprangert; anonym und zum Teil auch namentlich von ehemaligen Mitarbeitern. Auch wenn nur mit Andeutungen gearbeitet wird, ist meist schnell klar, um welches Unternehmen es sich handelt. Verbraucher und häufig auch Geschäftskunden reagieren dann schnell einmal mit Rückzug.
Geballte Kritik kommt oft von den verschiedenen Bewertungsportalen im Netz (z.B. kununu.com). Dort können Firmen hinsichtlich ihres Verhaltens den Mitarbeitern gegenüber und was das Arbeitsklima betrifft, anonym bewertet werden.

Fazit

Über die neuen Medien haben Arbeitnehmer ein recht wirkungsvolles Instrument gefunden, um sich gegen die Ausbeutung im Betrieb zu erwehren. Denn durch die Zugänglichkeit zu allen denkbaren Informationen über das Internet sind Firmen mehr denn je auf eine gute Reputation angewiesen. Es sollte sich also jeder Unternehmer gut überlegen, ob er durch unsoziales Verhalten seinen guten Ruf aufs Spiel setzen will.



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