Ungewöhnliche Werbe- und PR-Aktionen und was Sie bringen, mein Erfahrungsbericht

Mit diesem Beitrag nehme ich an meiner ersten Blogparade teil. Dabei handelt es sich um ein vorgegebenes Thema von Dr. Kerstin Hoffmann (PR Doktor), zu welchem ich hiermit Stellung nehmen möchte.

Bild: DomenicBlair / pixabay.com

Mehr zu dieser Blogparade findet man unter Blogparade: Diesseits der Trampelpfade – ungewöhnliche Werbe- und PR-Aktionen.

Bevor ich beginne zu schreiben, möchte ich mich etwas eingrenzen, so dass folgende Ausführungen vorwiegend für den Onlinebereich gültig sind, worauf auch meine Erfahrungen beruhen. Ich selbst betreibe mehrere Blogs vorwiegend für die Zielgruppe Unternehmer bzw. Existenzgründer. Häufig fragen mich auch Existenzgründer im Rahmen meiner Beratung, wie sie erfolgreich mit einem Blog oder einem Onlineshop werden können. Ich antworte an dieser Stelle fast regelmäßig:

"Wenn ich die Antwort zu dieser Frage definitiv geben könnte, würde ich mit Sicherheit nicht die Arbeit tun, die ich derzeit mache."

Zunächst ist festzustellen, dass man Aufmerksamkeit erregen muss, im Offlinebereich ist das aus meiner Sicht relativ einfach. Bei einem Handwerker oder Dienstleister könnte der Weg über eine sehr aufwändige Werbung in der Tagespresse gehen, wo wir wieder beim Thema Geld sind, denn das wollen die meisten Mittelständlern nicht in dieser Größenordnung ausgeben. Meiner Ansicht ist die wahre Kunst Aufmerksamkeit zu erregen, wenn man mit einem kleinen oder einem 0 EUR- Budget eine wahnsinnig große Wirkung erzielen und viele Menschen erreichen kann. Dieses Phänomen spiegelt sich sehr häufig im so genannten Guerillamarketing wieder. Auf den Handwerker bezogen könnte man ihm raten: Stell dich mit runtergelassener Hose und einem Schild vor dem Bauch haltend vor´s Rathaus. Auf dem Schild steht mit großem Buchstaben folgendes geschrieben: 

"Wir lassen für sie die Hosen runter.“ oder vielleicht "Wir machen uns für Sie nackig.“

Das ist wohl eine ziemlich einfache und plumpe Möglichkeit Aufmerksamkeit zu erregen. Doch wie stellt man so etwas im Internet an?

Aufmerksamkeit im Internet erregen wie geht das?

Diese Frage habe ich mir als Seitenbetreibern schon sehr häufig gestellt. Bin jedoch immer wieder beim Punkt „Besucher erreichen“ hängen geblieben. Im Internet viele Besucher zu erreichen ist ebenso wie im offlinebereich über teure und großflächige Werbebuchungen auf anderen Seiten möglich, das soll jedoch nicht das Ziel sein und ist ebenso wie teure Zeitungswerbung immer eine Budgetfrage. Eine Alternative könnte das so genannte virale Marketing sein. Ich starte als Seitenbetreibern also eine Aktion, die so interessant oder auch lustig ist, dass sie jeder Leser sofort weiter erzählen oder versenden muss. Meine Aktion verbreitet sich daher wie ein Virus, automatisch von Seite zu Seite und somit von Mensch zu Mensch.

Beispiel zum viralen Marketing bei Wikipedia, Youtube (Dove) oder auf wiwo

Wie jedoch so eine Aktion aussehen könnte oder wie man eine solche Aktion generiert, also bewusst herbeiführt, habe ich nach unzähligen Versuchen bis heute noch nicht herausgefunden. Sicher bin ich dazu etwas zu unkreativ. Eine Lösung wäre, eine gute Marketingagentur für die Generierung einer solchen Idee zu bezahlen, doch da sind wir schon wieder am Thema Geld angekommen, was wir ja nicht ausgeben wollen. 

Daher bin ich zum Ergebnis gekommen:

Eine derartige virale Marketingaktion ist nicht vorhersehbar oder kalkulierbar. Hier trifft der Spruch: "Probieren geht über studieren." den Nagel auf den Kopf. Wahrscheinlich gibt es im Internet sehr viele Menschen, die so kreativ sind, dass solche Ideen quasi täglich aus ihrem Kopf sprudeln, leider zähle ich nicht dazu. Was ich jedoch festgestellt habe ist: Eine solche Aktion muss mit guten und reichweitestarken anderen Onlinepartnern eingeleitet und damit sozusagen angeschoben werden. Dabei sollte man darauf achten, dass die „Anschieber“ auch etwas davon haben, denn nur so kann die Marketingaktion kostenlos gepusht werden. Ich binde derartige Partner gern als Mediapartner oder Werbepartner in die Aktion mit ein.

Für Geschenke machen die Leute sehr viel

Auch eine Erfahrung aus den letzten Aktionen: Die Leute wollen belohnt werden, nicht immer über Bargeld oder Gutscheine sondern eher über zielgruppenorientierte Geschenke. Ich denke darin liegt die Kunst, mit einer Aktion oder mit einem redaktionellen Beitrag die Zielgruppe zu erreichen, diese zu etwas zu bewegen und mit einem von der Zielgruppe sehnlichst gewünschten Geschenk zu entlohnen. Das Innovative an dieser Idee ist die im Internet zu veröffentlichende Aktion via Blogbeiträge oder zum Beispiel in sozialen Netzwerken wie Facebook & Co. zu bewerben und darüber wiederum schreiben zu lassen. Der Blogge bloggt zur Aktion und bekommt dafür ein Geschenk. Das lesen andere der Zielgruppen, wollen auch das Geschenk haben und bloggen wiederum.

Ich fasse diese Möglichkeit mal als „Bloggen für Geschenke" zusammen.

Was nicht sehr gut läuft ist „Bloggen für Spenden“ - soll heißen: „Wir spenden 5 Euro für jeden über uns geschriebenen Artikel an die Deutschen Krebsstiftung.“ Es gibt sicher Leute, die da mitmachen würden, die allgemeine Haltung der Menschen ist jedoch heutzutage eher nicht sozial eingestellt, so dass derartige Aktionen recht schnell auslaufen und die virale Welle schneller verebbt als sie entstanden ist.  Jeder möchte für sich selbst etwas haben, sonst wird nichts gemacht, das scheint wohl immer häufiger das Motto im Internet zu sein.

Was ich besonders interessant fand: Wenn man von Firmen unaufgefordert per Post kleine Werbegeschenke, Aufmerksamkeiten oder andere lustige und innovative Giveaways bekommt. Dann schreibt man automatisch über diese Firma oder deren Internetangebot. Nehmen wir mal an, man versendet kleine Geschenke im Gesamtwert (inklusive Porto) von 10 € an 100 Blogger, dann kostet das glatt 1000 €. Die Wahrscheinlichkeit der Berichterstattung durch die Blogger ist sehr groß, denn sonst wären es ja keine Blogger.

Begeisterung der Massen ausnutzen?

Stichwort Fußball WM: Was sicher in der Bevölkerung zum größten Teil zu einer Lähmung oder sogar Ablehnung führt, sind die derzeit von vielen großen Unternehmen inszenierte Rabattaktionen und WM-Spielchen. Sicher kann man rund um die Fußballweltmeisterschaft die Begeisterung der Bevölkerung ausnutzen. Jeder Deutschland- oder Fußballbegeisterte ist in diesen Tagen mit guten und lustigen Aktionen relativ schnell zu begeistern, jedoch können Leute im heutigen Medienrummel Trittbrettfahrer sehr schnell herausfiltern und mit Ignoranz bestrafen. Ich finde zumindest die 5. WM- Rabattaktion oder das 32. WM-Tippspiel als zu simple für eine gute Werbekampagne. Man sollte also daher nicht etwas abgucken sondern was Neues gestalten. Und eben das ist schwierig, auch hier zu beschreiben. Würde ich es hier schrieben, wäre es nicht mehr neu ;-)

In diesem Sinne: Seid kreativer als ich es bin und testet, testet, testet.



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