Tätowieren: Kunden als Existenzgründer finden

Zumeist rekrutieren sich die ersten Kunden eines Unternehmensgründers, der sich im Tätowierer- Gewerbe selbständig gemacht hat, aus seiner bisherigen Tätigkeit.

Er war vorher in einem Tattoostudio angestellt oder hat dort zumindest ein Praktikum absolviert. Oder er arbeitete bereits nebenberuflich als Tätowierer und besitzt dadurch bereits einige Kunden. In diesem Gewerbe, wie in vielen anderen auch, ist die Mund-zu-Mund-Propaganda sehr wichtig. Darüber hinaus gelten allgemeine Werbe- und Marketingmaßnahmen, die auch jedes andere Unternehmen nutzen kann.

Spezielle Gruppen ansprechen

Potentielle Kunden rekrutieren sich nicht nur aus der "Szene" größerer Städte, sondern aus allen Schichten der Bevölkerung. Zumeist sind es jedoch Jugendliche oder Junggebliebene. Diese findet man vorrangig in Szenelokalen und Musikveranstaltungen. Im Rahmen dieser Räumlichkeiten und aus Anlass entsprechender Veranstaltungstermine lassen sich Handzettel oder Visitenkarten auslegen. Es gibt lokale Zeitschriften, die besonders Jugendliche ansprechen. Hier bietet sich eine Anzeige in Verbindung mit einem redaktionellen Artikel an. Und es gibt bereits Geschäfte in benachbarten Gewerken, die bereits über einen größeren Kundenkreis verfügen. Dann könnte man, bei gegenseitigem Interesse, eine kleine Kooperation anbahnen. Interessant dafür sind Friseurgeschäfte, Nagelstudios, Kosmetikstudios und spezielle Bekleidungsgeschäfte. Aber auch Piercingstudios, ein ganz ähnliches Gewerbe und Musikgeschäfte sind dafür geeignet.

Den Kunstaspekt unterstreichen

Von, zugegeben, etwas geringerer Wichtigkeit, aber dennoch nicht unbedeutend, ist der künstlerische Aspekt der Tätigkeit eines Tätowierers. Beispielsweise lässt sich in einer geeigneten Räumlichkeit ein Show-Tätowieren veranstalten, ähnlich wie eine Kunstausstellung oder eine Modenschau. Vielleicht sogar in Verbindung mit einer solchen Veranstaltung. Aber dafür muss man auch ein sehr kontaktfreudiger Mensch sein, um öffentlich zu arbeiten und seine Werke zu zeigen. Jedoch auch ein Buch- oder Schablonenverkauf bietet sich in entsprechendem Rahmen an. Eigene Motive, zu Papier gebracht, selbst gebunden oder vom Buchbinder, aber auch über einen Books-on-Demand-Verlag gedruckt, bringen unter Umständen nicht wenig Geld. Insbesondere auf Veranstaltungen lassen sich auch gut Tattoos zum Aufkleben verkaufen. Als Spaßfaktor sozusagen. Oder man bringt seine Motive auf Leinwand und verkauft sie als Grafik. Da ist einiges möglich.

Allgemeines Marketing

Ist man Mitglied im deutschen Tattooverband „Deutsche Organisierte Tätowierer e.V.“ (DOT), www.dot-ev.de, in der IHK oder der jeweiligen Kammer, kann man diese "Maschinerie" mit für seine eigene Werbung nutzen. In den gängigen Branchenverzeichnissen sollte man als Tätowierer natürlich zumindest mit einem Standard-Eintrag präsent sein. Auch eine ständige Anzeige in einem gängigen Anzeigenblatt einmal wöchentlich oder monatlich muss einfach im Budget liegen. Immer mit dabei sein. So prägt sich das Studio oder der Name ein. Der Erfolg kommt mit diesen Strategien im Laufe der Zeit. Ganz wichtig ist allerdings auch die Schaufenstergestaltung, wenn man über ein Studio verfügt. Die blanke Glasscheibe ist nicht sehr werbewirksam. Hier darf man sich schon etwas einfallen lassen und seine besten Werke ausstellen. Ein Vorbild dafür könnte das Schaufenster eines guten Fotografen sein. Wenn man seinen Kunden einen kleinen Preisnachlass oder ein Honorar gewährt, dann werden die meisten sicher mit ihrem Tattoo nach dem Heilungsprozess gern noch einmal wiederkommen und das eigene Bild unter der Haut porträtieren lassen.

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