Sind Sie sicher vor Wirtschaftskriminalität?

Wirtschaftskriminalität ist eine allgegenwärtige Gefahr für kleine und mittlere Unternehmen. Das Bundeskriminalamt gibt an, dass im Jahr 2008 etwa 3,4 Mrd. Euro Schaden durch Fälle der Wirtschaftskriminalität entstanden sind. Experten schätzen die Dunkelziffer eher auf eine Schadenssumme von 15 bis 20 Mrd. Euro. Daran erkennen sie bereits die Brisanz dieses Thema, das von vielen immer noch unterschätzt wird.

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So schnell kann es gehen

Informationen aus Ihrem Unternehmen zu stehlen, ist heutzutage denkbar einfach. Musste man früher noch unauffällig Unterlagen verschwinden lassen und so geschickt verstecken, dass es niemand merkt, funktioniert dies heute schon mit wesentlich weniger Aufwand. Denken Sie nur an USB-Sticks, die die Speicherkapazität von ganzen Festplatten haben. Aber auch auf die Speichermedien von Kameras und Mp3-Playern lassen sich unauffällig Daten speichern und so unbemerkt aus dem Unternehmen transportieren.

Denken Sie bei Wirtschaftskriminalität nicht nur an den Diebstahl von Erfindungen und Neuentwicklungen. Dies kann zwar auch passieren, aber oft reichen schon vermeintlich geringwertigere Unterlagen, um ein Unternehmen mehr oder weniger in den Ruin zu treiben. Stellen Sie sich vor, Ihre Konkurrenz würde bei Ausschreibungen immer bereits im Voraus Ihr Angebot kennen und hätte so die Gelegenheit, stets einen günstigeren Preis zu nennen? Schnell würden Sie bereits sicher geglaubte Aufträge verloren.

Vertrauen zahlt sich nicht immer aus

Besonders in KMU neigen die Geschäftsführer und Führungskräfte oft dazu, ihren Mitarbeitern ein enormes Vertrauen entgegen zu bringen. Leider wird dieses nur allzu oft ausgenutzt. Viele Unternehmer suchen die Verbrecher auch auf der falschen Ebene, denn oft sitzen sie im mittleren und oberen Management. Die meisten Wirtschaftskriminellen sind männlich. Beinahe die Hälfte davon ist länger als zehn Jahre im Betrieb. Es scheint also so, dass sich oft gerade diejenigen, denen man eine besondere Treue zuspricht, letzten Endes als diejenigen herausstellen, die dem Unternehmen schaden.

So können Sie sich absichern

Sie können eine Menge tun, um sich vor Wirtschaftskriminalität zu schützen – wichtig ist aber zunächst, dass Sie Ihre Sinne dafür schärfen. Überprüfen Sie all Ihre Prozesse im Unternehmen, ob irgendwo Informationen durchsickern können. Dies ist besonders oft der Fall, wenn Funktionen und Entscheidungskompetenzen in einer Hand vereint sind. Sie sollten stets getrennt werden. Auch eine Ausschreibungspflicht kann für Sie zusätzliche Sicherheit bedeuten. Zusätzlich sollten alle wichtigen geschäftlichen Vorgänge immer dokumentiert werden.

Auch im EDV-Bereich können Sie Maßnahmen der Prävention ergreifen. Sorgen Sie beispielsweise dafür, dass Ihre Mitarbeiter keine privaten USB-Sticks oder Speicherkarten mit ihren PC nutzen können. Es gibt viele Unternehmen, die USB-Anschlüsse und CD-Laufwerke aller Rechner sperren, sodass ein Missbrauch über diese Schnittstellen gar nicht erst möglich wird. Gute Autorisierungssysteme über Zugangsberechtigungen und Passwörter tun ihr übriges. Die wichtigen Unterlagen des Unternehmens sollten auch physisch gesichert werden, beispielsweise mittels Tresoren.

Bemühen Sie sich auf jeden Fall darum, eine offene Unternehmenskultur zu realisieren, in der Ehrlichkeit und Kooperation vorherrschen. Je wohler sich die Mitarbeiter im Unternehmen fühlen und je motivierter sie sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich auf Wirtschaftskriminalität einlassen.
 



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