Regionenmarketing in der Praxis: Der Marketing-Mix

Das Marketing für eine Region kann nicht direkt mit dem Marketing für ein Produkt oder ein Unternehmen verglichen werden, denn bestimmte Teile des Marketing-Mix wie eine Preis- oder Distributionspolitik kommen hier nicht in Frage. Das wichtigste Standbein des Regionenmarketings ist daher die Kommunikationspolitik. Aber auch andere Marketingmöglichkeiten stützen das Regionenmarketing.

Bild: ClkerFreeVectorImages / pixabay.com

Kommunikationspolitik

Im Rahmen der Kommunikationspolitik werden verschiedenste Medien genutzt, um die Region nach außen zu kommunizieren und zu präsentieren. Hierfür kommen natürlich die klassischen Kommunikationskanäle wie Fernsehen, Radios, Zeitschriften usw. in Frage. Immer stärker wird der Drang des Regionenmarketings ins Internet. Imagevideos auf Youtube, ein aktiver Austausch mit Fans in Social Networks, Aktivitäten in Blogs und Foren und vieles mehr sichern die Akzeptanz der Zielgruppe.

Ein gelungenes Beispiel hierfür ist die Imagekampagne der Halbinsel Zypern, die sich als facettenreiches Urlaubsland bezeichnet. Sehen Sie sich folgende zwei Videos an, welche die Region als Werbung für Urlaub auf der Halbinsel bei Youtube eingestellt hat. Weit über 20.000 Aufrufe zeugen vom Erfolg einer solchen Kampagne.

  1. Opens external link in new windowCyprus in your Heart! (Love Cyprus has evolved!)
  2. Opens external link in new windowCyprus in your Heart! (From Holy Light...to sunlight in no time!)

Zur Kommunikationspolitik gehören aber auch Auftritte der Region auf Messen. Sie kann hier ebenso als Veranstalter auftreten, beispielsweise als Veranstalter einer Messe zu einem Thema, das regional bedeutsam ist (z. B. IT-Messen an Technologie-Standorten). Ebenso kann die Region mit ihren regionalen Produkten auf Messen als Aussteller tätig werden. So würde sich beispielsweise eine Weinbauregion auf einer Genuss- oder Konsummesse mit einem Stand zum Thema Wein und Weinanbau präsentieren, um ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen.

Wer die Menschen in die Region ziehen möchte, sollte sich auch auf die Planung von Großveranstaltungen konzentrieren. Exemplarisch seien beispielsweise genannt:

  • sportliche Wettbewerbe
  • Konzerte
  • Kunstausstellungen
  • Stadtfeste

Die Regionalvermarktung

Die Regionalvermarktung ist ein weiteres wichtiges Standbein des Regionenmarketings. Dabei geht es darum, Produkte, die in der Region hergestellt werden, als typisch für diese Region zu vermarkten. Dabei werden besondere Werte wie eine hohe Qualität, eine umweltbewusste Produktion oder Heimatverbundenheit zu einem Pusher für die Attraktivität eines Produkts. Die regionale Herkunft ist Teil der Vermarktungsstrategie. Beispiele für die Regionalvermarktung finden sich beispielsweise bei Äpfeln aus bestimmten Apfelanbauregionen, Wein aus Südtirol oder Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald.

Die Produkte, die aus der Region stammen, werden zu einer großen Regionalmarke zusammengefasst und werden unter dieser Marke überregional vertrieben. Man spricht auch vom Regionalbranding.

Weitere Maßnahmen

Die Region kommuniziert aber nicht nur nach außen, sondern sorgt auch im Inneren dafür, dass sie die gemachten Versprechen auch erfüllt werden. Altstädte werden saniert, Naturschutzgebiete aufgebaut und erweitert, Naherholungsgebiete geschaffen oder Veranstaltungszentren gebaut. Die Infrastruktur wird ausgebaut, sodass die Region für Unternehmen, Einwohner und Touristen attraktiver wird.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!