Noch schnell in die KSK: Ausweg aus der Rentenversicherung?

Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Wir sind über einen Artikel von gruendungszuschuss.de gestolpert, in dem es rund um die Rentenversicherungspflicht für die KSK-Mitglieder geht. Die kommende Rentenversicherungspflicht für Selbstständige (das Gründerlexikon berichtete hier) bringt voraussichtlich mehrere Ausnahmen mit sich. Darunter befinden sich auch die Künstler und Publizisten, die in der Künstlersozialversicherung versichert sind. Der Grund dafür ist einfach: Sie sind bereits über die Künstlersozialkasse rentenversicherungspflichtig.

Dabei ist die Rentenversicherung über die KSK außerordentlich attraktiv, denn verglichen mit normalen sozialversicherungspflichtigen Angestellten sind die Beiträge sehr niedrig. Dies macht die Versicherung über die Künstlersozialkasse sehr interessant – und dabei wissen viele nicht einmal, dass es die KSK überhaupt gibt und sie sich darüber versichern könnten. Daher möchten wir Ihnen einen groben Überblick über die Versicherung in der KSK geben.

Die Versicherung in der KSK

Sinn der KSK ist es, für Künstler und Publizisten die Möglichkeit zu schaffen, sich ähnlich wie Arbeitnehmer subventioniert zu versichern. Sie bezahlen lediglich 50 Prozent des kompletten Beitrags. Der restliche Beitrag finanziert sich zum einen über die Künstlersozialabgabe, die Unternehmen entrichten müssen, die Künstler und Publizisten beauftragen (über die Künstlersozialabgabe berichteten wir bereits, hier klicken). Zum anderen trägt auch ein Bundeszuschuss zur Finanzierung der Beiträge bei.

Wer kann sich in der KSK versichern?

Damit Sie sich in der Künstlersozialkasse versichern können, müssen Sie eine ganze Reihe an Voraussetzungen erfüllen. Wir haben diese für Sie in einer Checkliste zusammengestellt:

Voraussetzung

Ja

Nein

Sind Sie Künstler oder Publizist?

Sie sind Künstler, wenn Sie Musik, darstellende oder bildende Kunst schaffen, ausüben oder lehren. Sie sind Publizist, wenn Sie schriftstellerisch oder journalistisch tätig sind oder Publizistik lehren.

 

 

Üben Sie Ihre Tätigkeit auf selbstständiger Basis aus?

 

 

Üben Sie Ihre künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig aus?

Die Tätigkeit muss auf Dauer darauf ausgelegt sein, Einnahmen zu erzielen.

 

 

Sie beschäftigen nicht mehr als einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer?

Die Anstellung von Auszubildenden und Minijobbern ist zulässig.

 

 

Sie verdienen mindestens 325 Euro im Monat bzw. 3.900 Euro im Jahr oder haben sich innerhalb der letzten drei Jahre selbstständig gemacht?

Unterhalb dieser Verdienstgrenze sind Sie nicht versicherungspflichtig. Berufsanfänger dürfen innerhalb der ersten drei Jahre diese Grenze unterschreiten.

 

 

Sie sind vorrangig im Inland tätig?

 

 

Nur wenn Sie all diese Fragen mit Ja beantworten, kommt eine Versicherung in der KSK in Frage. Dennoch müssen Sie dann immer noch einen ausführlichen Fragebogen zu Ihrem Lebenslauf und zahlreiche Nachweise einreichen, anhand derer die Sachbearbeiter der KSK über Ihre Versicherung entscheiden.

KSK als Ausweg aus der Rentenversicherungspflicht?

Sicherlich wird es jetzt einige Selbstständige geben, die sich nun durch die kommende Rentenversicherungspflicht genötigt sehen, bei der Künstlersozialkasse an die Tür zu klopfen. Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen und künstlerisch oder publizistisch tätig sind, steht es Ihnen natürlich jederzeit zu, sich für die Versicherungspflicht zu melden und von den günstigen Beiträgen zu profitieren.

Allerdings raten wir davon ab, jetzt einfach mal einen Antrag auf die Aufnahme in die KSK zu stellen, wenn Sie wissen, dass Sie objektiv betrachtet keine Chance auf einen Aufnahme haben. Damit würden Sie lediglich die Sachbearbeiter bei der Künstlersozialkasse unnötig belasten und möglicherweise anderen Künstlern und Publizisten, denen die Aufnahme zusteht, Steine in den Weg legen.



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