Mit Ihrem Unternehmen in die Presse – Die Zielgruppe bestimmt die Themen

Dass PR und Pressearbeit mehr Aufmerksamkeit erregen können als klassische Werbung mit Anzeigen und Flyern hat sich schon bei einem Großteil der Unternehmer herumgesprochen. Redaktionelle Artikel im Lokalteil, Berichte im Internet, bessere Auffindbarkeit in Suchmaschinen, mehr Besucher auf der Internetseite und natürlich auch mehr Kunden im Ladengeschäft – wer würde dazu schon Nein sagen. Zumal kleine und mittlere PR-Kampagnen oftmals günstiger sind als gedacht - vor allem, wenn man sich im Vergleich dazu die gängigen Anzeigenpreise im Printbereich hinzuzieht.

Bild: geralt / pixabay.com

Themenfindung

Doch nicht immer ist dort, wo ein Wille ist, auch ein Weg. Der kreativste Existenzgründer, der fit ist in seiner Branche und mit Elan und Engagement an den Verkauf geht, sieht nur noch Fragezeichen, wenn die Gretchenfrage im Raum steht: Mit welchen Themen gehe ich an die Öffentlichkeit?
Jedes – wirklich jedes – Unternehmen hat Aspekte, die einzigartig sind. Bei den einen sind es die Produkte, bei den anderen eine interessante Geschichte, wieder andere verfolgen innovative Wege in Vertrieb und Verkauf oder können mit Fachwissen auftrumpfen.

Wie findet man also diese Themen im eigenen Unternehmen?

Zunächst hilft der Blick auf das Alleinstellungsmerkmal (auch unique selling proposition, kurz USP), das als herausragendes Leistungsmerkmal oftmals eine gute Quelle für die Themenfindung bietet. Hier bietet sich ein erster Ansatz. Für die Themenfindung ist es aber unabdingbar, sich auch die Zielgruppe anzusehen, die über PR und Pressearbeit erreicht werden soll und eine Zielgruppenalayse durchzuführen.

Angenommen, man möchte erreichen, dass in Printmagazinen über das eigene Geschäft berichtet wird. Hier gilt es weiter zu differenzieren. Soll die Pressearbeit zunächst lokale Veröffentlichungen erreichen oder größere Kreise ziehen? Soll das Fachpublikum der gleichen Branche erreicht werden, um sich als kompetenter Fachmann und somit als geeigneter Kooperationspartner zu präsentieren? Soll das Fachpublikum anderer Branchen angesprochen werden, um sich selbst und das neue Unternehmen als Zulieferer und Dienstleister zu zeigen? Sollen Kunden aufmerksam werden und Interesse entwickeln?

Zielgruppe Fachpublikum

Das Fachpublikum der eigenen Branche und auch aus geschäftlich interessanten Fremdbranchen erreicht man über Veröffentlichungen in Fachmagazinen. Während man die Magazine der eigenen Branche zumindest zum Großteil kennen sollte, ist die Recherche von Fachmagazinen fremder Branchen oftmals schwieriger. Recherchen über Suchmaschinen und Internetportale sind zeitaufwendig und bringen nur unvollständige Ergebnisse. Der zeitliche Aufwand ist nicht zu unterschätzen, denn selbst Medienprofis benötigen meist zwei bis drei komplette Arbeitstage, um einen vollständigen Presseverteiler nach individuellen Gesichtspunkten zu erstellen.

Als Themen bieten sich für das Fachpublikum zum Beispiel die Produkte und ihre Eigenschaften an. Aber Vorsicht: Allzu schnell verfällt man als Unternehmer in den Werbejargon, statt informativ zu schreiben. Der Kundennutzen, innovative Details und Besonderheiten, aber nicht die Verkaufsargumente per sé sollten hier im Mittelpunkt stehen.

Haben Sie schon mal daran gedacht, Ihr in vielen Jahren angeeignetes Fachwissen der Presse anzubieten? Schreiben Sie über aktuelle Themen aus ihrer Branche, bieten Sie Lösungen an, weisen Sie auf interessante Themen hin. Auch Leserbriefe sind geeignet. Beachten Sie aber, dass Leserbriefe immer nur zu Themen möglich sind, die im Blatt waren. Vielleicht ist auch eine Reportage oder ein Interview eine gute Möglichkeit, die Medien zu überzeugen? Hier geht es allerdings nicht ohne professionelle Hilfe eines freien Journalisten, den beide Textarten gehören zur Königsklasse der Stilformen und erfordern den Blick von außen. Zudem hat der freie Journalist das Wissen darüber, wie man Texte platziert und spricht die gleiche Sprache wie die entsprechende Redaktion des Wunschmediums.

Zielgruppe Kunde

Um den Endverbraucher als Zielgruppe zu erreichen, gibt es die Möglichkeit, Verbraucherthemen aufzugreifen. Verfassen Sie beispielsweise Opens internal link in current windowTipps und Checklisten für Ihre Produktsparte. So zeigen Sie Kompetenz, Hilfsbereitschaft und Fachwissen. Lifestyle, Geld, Sicherheit – das sind einige der Aspekte, die den persönlichen Nutzen für den Leser fördern. Diese Themen sind bei Publikumsmagazinen und auf den Ratgeberseiten der Zeitungen beliebt. Noch besser verbreiten lassen sie sich allerdings im Internet, beispielsweise auf der eigenen Homepage, im Blog oder in entsprechenden Portalen.

Vielleicht haben Sie auch einen großen Stamm an Kunden, die Sie per E-Mail mit wichtigen Infos versorgen möchten? Nutzen Sie alle drei Kanäle, dann können Sie Ratgebertexte am effektivsten verwerten.

Lokale Zielgruppe

Sie möchten Unternehmer und Kunden gleichermaßen ansprechen und haben ihren Kundenstamm im lokalen Umfeld? Dann sind die örtlichen Zeitungen ihre Partner.

In den Redaktionen ist man immer auf der Suche nach interessanten Themen, wie sie auch Existenzgründer oft zu bieten haben. Außergewöhnliche Geschäftsideen, die skurrile Vita des Geschäftsführers, der aus einer ganze anderen Branche kommt, originelle Produkte, neue Trends – all dies sollten Sie den Redaktionen anbieten. Beachten Sie aber: Wenn Sie eine Anzeige geschaltet haben, haben Sie nicht automatisch ein Recht auf redaktionelle Beachtung. Redakteure in Lokalzeitungen nehmen die strikte Trennung zwischen Anzeigenabteilung und Redaktion sehr ernst.

Machen Sie dem Redakteur das Thema schmackhaft, bietet Sie einen kurzen Text an, der es ihm erläutert, worum es geht, zeigen Sie Verständnis, wenn Ihr Thema für ihn derzeit nicht in Frage kommt. Durch das persönliche Gespräch bleiben Sie ihm im Gedächtnis und eventuell bietet sich daher später nochmal eine Gelegenheit, wo er auf Sie zukommt.

Barbara OchsAutor: Barbara Ochs (www.barbara-ochs.de)

Barbara Ochs ist seit ihrem Volontariat bei einer großen Tageszeitung 2003 selbstständig als Journalistin und Redakteurin. Seit 2005 widmet sie sich in erster Linie der PR und Pressearbeit für Firmen und Organisationen. Für Existenzgründer und junge Unternehmen bietet sie Unterstützung in der aktiven Pressearbeit, aber auch als Coach und Unterstützer, der mit Einzelschulungen, Vorträgen und Workshops wichtiges Wissen rund um das Thema Öffentlichkeitsarbeit vermittelt.



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