Diese Voraussetzungen müssen Sie für die Ausbildung von Auszubildenden erfüllen

Viele Existenzgründer entscheiden sich früher oder später dazu, einen Auszubildenden einzustellen. Dies erfordert allerdings eine gute Vorbereitung und die Klärung der Voraussetzungen. Denn ein Auszubildender kommt nicht einfach als billige Arbeitskraft daher, Sie sollen ihm etwas beibringen und ihn sowohl auf seine Abschlussprüfung als auch auf sein zukünftiges Berufsleben vorbereiten.

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Bild: Stefan Bayer / pixelio.de

Pro und kontra: Sollte ich einen Auszubildenden beschäftigen?

Zunächst sollten Sie sich darüber klarwerden, welche negativen Seiten ein Auszubildender mitunter haben kann und ob für Sie die positiven oder die unerwünschten Effekte überwiegen:

Pro Ausbildung:

  • Auszubildender kann schnell produktiv mitarbeiten, zumindest an einfachen Aufgaben
  • oftmals bleibt der bereits gut eingearbeitete Azubi dem Betrieb nach der Ausbildung erhalten
  • Fachkräftenachwuchs aus den eigenen Reihen
  • bei der Übernahme keine Kosten für die Personalrekrutierung
  • Risiko von Fehlbesetzungen nach der Ausbildung ist minimal
  • flexibler Einsatz möglich
  • positiver Einfluss auf das Unternehmensimage („die bilden aus“)

Kontra Ausbildung:

  • hohe Kosten für die Ausbildung (z. B. Ausbildungsvergütung, Ausbilder, Sachkosten, Prüfungsgebühren, Lernmaterialien)
  • hoher Aufwand für die Unterweisung des Lehrlings
  • Mangel an geeigneten Bewerbern
  • die lange Ausbildungsdauer
  • häufige Unterbrechung der Einsatzmöglichkeiten im Betrieb, besonders bei Blockunterricht
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Bild: Jili / lustich.de

Insbesondere sollten Sie sich dessen bewusst sein, dass mit Auszubildenden durchaus auch Probleme auf Sie zukommen können. Heutzutage hat man es oftmals mit Bewerbern zu tun, denen bereits elementares Grundwissen aus der Schule fehlt, die keine Umgangsformen besitzen, unzuverlässig sind oder nicht bereit sind, sich unterzuordnen. Es gibt viele Gründe, aus denen die Einstellung von Lehrlingen scheitert. Wenn Sie sich aber auf die Bedürfnisse der „Generation Z“, die sich aktuell auf Lehrstellen bewirbt, einstellen, können Sie auch hier geeignete Auszubildende finden.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Sobald Sie für sich geklärt haben, dass Sie junge Mengen ausbilden möchten, sollten Sie sich damit beschäftigen, ob Sie die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Je nach Betrieb und Branche können diese sehr unterschiedlich aussehen. Prüfen Sie anhand dieser Checkliste:

 ✓  Voraussetzung erfüllt?
Verfügt ein Mitarbeiter über die Meisterprüfung? (Nur in bestimmten Handwerkszweigen notwendig)
Ist ein eigener Arbeitsplatz für den Auszubildenden vorhanden?
Sind alle für die Ausbildung notwendigen Geräte und Arbeitsmittel vorhanden?

Liegen die einschlägigen Gesetze (Berufsbildungsgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz) sowie die Ausbildungsordnung des gewählten Berufs im Betrieb vor?
Sind genügend Fachkräfte vorhanden, um die Ausbildung zu gewährleisten? (1 – 2 Fachkräfte für 1 Azubi, 3 – 5 Fachkräfte für 2 Azubis, 6- 8 Fachkräfte für 3 Auszubildende, je drei weitere Fachkräfte für einen weiteren Auszubildenden)
Sind Ausbildender und Ausbilder persönlich geeignet? (in der Vergangenheit weder straffällig geworden noch mehrfach gegen das BBiG verstoßen)
Liegt die fachliche Eignung des Ausbilders vor? (Mindestalter 25 Jahre und abgeschlossene Berufsausbildung)
Ist der Ausbilder arbeitspädagogisch geeignet?
Gibt es ein Berufsbild, das Sie in Ihrem Betrieb voll ausbilden können? Falls nicht, können Sie die Ausbildung zusammen mit Ausbildungspartnern oder überbetrieblichen Stellen abdecken?
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Tipp

Sprechen Sie am besten zunächst in Ruhe mit dem Ausbildungsberater der für Sie zuständigen Kammer (IHK oder HWK) darüber, welche Voraussetzungen Sie konkret erfüllen müssen, um ausbilden zu dürfen. Dort werden Sie gewöhnlich mit offenen Armen empfangen, denn den Kammern ist ja daran gelegen, neue Ausbildungsplätze zu schaffen.

Die arbeitspädagogische Eignung

Die Forderung nach der sogenannten arbeitspädagogischen Eignung steckt in § 30 Abs. 1 BBiG: „Fachlich geeignet ist, wer die beruflichen sowie die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt […]“. Dafür reicht es nicht, schon einmal einen Auszubildenden angeleitet zu haben. Jeder Ausbilder muss diese Fertigkeiten zwingend in der Ausbildereignungsprüfung gemäß AEVO nachweisen. Diese besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil und berechtigt anschließend zur Ausbildung.

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Hinweis

Der sogenannte AdA-Schein („Ausbildung der Ausbilder“) ist oftmals Teil von Aufstiegsfortbildungen (z. B. Meister, Fachkaufmann, Fachwirt). Es reicht aus, wenn Sie die Prüfung im Rahmen dieser Weiterbildung absolviert haben.

Sie können jederzeit auch ohne Prüfungsvorbereitung an der Prüfung nach der AEVO teilnehmen. Wir empfehlen Ihnen allerdings, sich vorher bei der IHK oder HWK zu einem entsprechenden Kursus anzumelden. Der schriftliche Teil, der in Form eines Multiple Choice-Tests durchgeführt wird, ist meist weniger das Problem – er ließe sich auch im Selbststudium vorbereiten. In der Praxis fallen aber viele durch, weil sie sich auf die praktische Prüfung und das mündliche Fachgespräch nicht ausreichend vorbereitet haben bzw. im Vorfeld nicht genau wussten, was von ihnen erwartet wird.

passfoto torsten montag
Konzept und Unterweisungspräsentation zur Ausbildereignungsprüfung nach AEVO

Zur praktischen Prüfung als Ausbilder, in der sogenannten Ausbildereignungsprüfung nach AEVO (Ausbildereignungsverordnung) muss jeder Seminarteilnehmer (zumindest bei der IHK) eine theoretische Prüfung (Multiple Choice) am Computer durchführen. Darüber hinaus erfolgt eine praktische Prüfung, welche entweder als Unterweisung zusammen mit einem Partner oder als Präsentation zu einer Lehrunterweisung allein (Unterweisungspräsentation) durchgeführt werden kann.

Da ich selber die Ausbildereignungsprüfung gerade sehr erfolgreich durchgeführt habe, möchte ich meine Unterlagen dazu hier anbieten. Neben der Vorstellung des Konzepts der Unterweisung via Powerpoint, ist auch ein Konzept für die Prüfer vorhanden, welches die Prüfungskomission in 3-facher Ausfertigung erhalten hat. Als Anlage, quasi als Bonus, ist auch eine Präsentation für die eigentliche Unterweisung des Azubis zur Schritt für Schritt Anleitung der Registrierung und Verifizierung eines Paypal Kontos enthalten.

Themenwahl und Strategie

Das Thema der Unterweisung wurde bewusst sehr einfach (bei Paypal anmelden) gewählt, da man so den Schwerpunkt auf die Methodik (hier: Leittextmethode), die Analyse und die Auswertung der Ergebnisse legen konnte, was letztlich die Prüfer auch überzeugt hat. Es handelte sich um eine Kombination von Unterweisung (Paypal) gekoppelt von sozialem und didaktischem Vorgehen mit dem Azubi, denn der sollte durch die Unterweisung kommunikativer und teamfähiger werden. So hatte ich ein Doppelziel zu präsentieren.

Mein Prüfungsergebnis

Mein Ergebnis dieser praktischen Prüfung: "Wir haben nichts daran auszusetzen." - was mir eigentlich alles gesagt hat, ohne eine Note oder etwas vergleichbares bekommen zu haben, denn an allen anderen Prüflingen, die vor mir dran waren) wurde sehr viel ausgesetzt. Schlussendlich kommt es natürlich auch auf die eigene Person an, die Art und Weise wie man Vorträgt und Präsentiert, wie sicher man im Thema ist usw. Anmerkung: Denken Sie bitte nicht, wenn Sie genau dieselbe Präsentation vortragen, den selben Erfolg zu erzielen, es ist personenabhängig und zwar von Ihnen als Prüfungsteilnehmer als auch abhängig von den Ihnen gegenübersitzenden Prüfern.

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