Bewerten Sie jetzt!
 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
0 Bewertungen
0 %
1
5
0
 

Diese Voraussetzungen müssen Sie für die Ausbildung von Auszubildenden erfüllen

Viele Existenzgründer entscheiden sich früher oder später dazu, einen Auszubildenden einzustellen. Dies erfordert allerdings eine gute Vorbereitung und die Klärung der Voraussetzungen. Denn ein Auszubildender kommt nicht einfach als billige Arbeitskraft daher, Sie sollen ihm etwas beibringen und ihn sowohl auf seine Abschlussprüfung als auch auf sein zukünftiges Berufsleben vorbereiten.

Friseur
Bild: Stefan Bayer / pixelio.de

Pro und kontra: Sollte ich einen Auszubildenden beschäftigen?

Zunächst sollten Sie sich darüber klarwerden, welche negativen Seiten ein Auszubildender mitunter haben kann und ob für Sie die positiven oder die unerwünschten Effekte überwiegen:

Pro Ausbildung:

  • Auszubildender kann schnell produktiv mitarbeiten, zumindest an einfachen Aufgaben
  • oftmals bleibt der bereits gut eingearbeitete Azubi dem Betrieb nach der Ausbildung erhalten
  • Fachkräftenachwuchs aus den eigenen Reihen
  • bei der Übernahme keine Kosten für die Personalrekrutierung
  • Risiko von Fehlbesetzungen nach der Ausbildung ist minimal
  • flexibler Einsatz möglich
  • positiver Einfluss auf das Unternehmensimage („die bilden aus“)

Kontra Ausbildung:

  • hohe Kosten für die Ausbildung (z. B. Ausbildungsvergütung, Ausbilder, Sachkosten, Prüfungsgebühren, Lernmaterialien)
  • hoher Aufwand für die Unterweisung des Lehrlings
  • Mangel an geeigneten Bewerbern
  • die lange Ausbildungsdauer
  • häufige Unterbrechung der Einsatzmöglichkeiten im Betrieb, besonders bei Blockunterricht
"Erster veganer Metzger Deutschlands" - steht auf dem Sonntags Express zu lesen
Bild: Jili / lustich.de

Insbesondere sollten Sie sich dessen bewusst sein, dass mit Auszubildenden durchaus auch Probleme auf Sie zukommen können. Heutzutage hat man es oftmals mit Bewerbern zu tun, denen bereits elementares Grundwissen aus der Schule fehlt, die keine Umgangsformen besitzen, unzuverlässig sind oder nicht bereit sind, sich unterzuordnen. Es gibt viele Gründe, aus denen die Einstellung von Lehrlingen scheitert. Wenn Sie sich aber auf die Bedürfnisse der „Generation Z“, die sich aktuell auf Lehrstellen bewirbt, einstellen, können Sie auch hier geeignete Auszubildende finden.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Sobald Sie für sich geklärt haben, dass Sie junge Mengen ausbilden möchten, sollten Sie sich damit beschäftigen, ob Sie die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Je nach Betrieb und Branche können diese sehr unterschiedlich aussehen. Prüfen Sie anhand dieser Checkliste:

 ✓  Voraussetzung erfüllt?
Verfügt ein Mitarbeiter über die Meisterprüfung? (Nur in bestimmten Handwerkszweigen notwendig)
Ist ein eigener Arbeitsplatz für den Auszubildenden vorhanden?
Sind alle für die Ausbildung notwendigen Geräte und Arbeitsmittel vorhanden?

Liegen die einschlägigen Gesetze (Berufsbildungsgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz) sowie die Ausbildungsordnung des gewählten Berufs im Betrieb vor?
Sind genügend Fachkräfte vorhanden, um die Ausbildung zu gewährleisten? (1 – 2 Fachkräfte für 1 Azubi, 3 – 5 Fachkräfte für 2 Azubis, 6- 8 Fachkräfte für 3 Auszubildende, je drei weitere Fachkräfte für einen weiteren Auszubildenden)
Sind Ausbildender und Ausbilder persönlich geeignet? (in der Vergangenheit weder straffällig geworden noch mehrfach gegen das BBiG verstoßen)
Liegt die fachliche Eignung des Ausbilders vor? (Mindestalter 25 Jahre und abgeschlossene Berufsausbildung)
Ist der Ausbilder arbeitspädagogisch geeignet?
Gibt es ein Berufsbild, das Sie in Ihrem Betrieb voll ausbilden können? Falls nicht, können Sie die Ausbildung zusammen mit Ausbildungspartnern oder überbetrieblichen Stellen abdecken?
gründerlexikon tipp

Sprechen Sie am besten zunächst in Ruhe mit dem Ausbildungsberater der für Sie zuständigen Kammer (IHK oder HWK) darüber, welche Voraussetzungen Sie konkret erfüllen müssen, um ausbilden zu dürfen. Dort werden Sie gewöhnlich mit offenen Armen empfangen, denn den Kammern ist ja daran gelegen, neue Ausbildungsplätze zu schaffen.

Die arbeitspädagogische Eignung

Die Forderung nach der sogenannten arbeitspädagogischen Eignung steckt in § 30 Abs. 1 BBiG: „Fachlich geeignet ist, wer die beruflichen sowie die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt […]“. Dafür reicht es nicht, schon einmal einen Auszubildenden angeleitet zu haben. Jeder Ausbilder muss diese Fertigkeiten zwingend in der Ausbildereignungsprüfung gemäß AEVO nachweisen. Diese besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil und berechtigt anschließend zur Ausbildung.

gründerlexikon tipp

Der sogenannte AdA-Schein („Ausbildung der Ausbilder“) ist oftmals Teil von Aufstiegsfortbildungen (z. B. Meister, Fachkaufmann, Fachwirt). Es reicht aus, wenn Sie die Prüfung im Rahmen dieser Weiterbildung absolviert haben.

Sie können jederzeit auch ohne Prüfungsvorbereitung an der Prüfung nach der AEVO teilnehmen. Wir empfehlen Ihnen allerdings, sich vorher bei der IHK oder HWK zu einem entsprechenden Kursus anzumelden. Der schriftliche Teil, der in Form eines Multiple Choice-Tests durchgeführt wird, ist meist weniger das Problem – er ließe sich auch im Selbststudium vorbereiten. In der Praxis fallen aber viele durch, weil sie sich auf die praktische Prüfung und das mündliche Fachgespräch nicht ausreichend vorbereitet haben bzw. im Vorfeld nicht genau wussten, was von ihnen erwartet wird.

Bewerten Sie jetzt!
 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
0 Bewertungen
0 %
1
5
0
 
Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!
Haben Sie die richtige Geschäftsidee gefunden? GeschäftsideeFinder starten!
Meine Checkliste