Frage von Hesterman am 22.02.10

Gründungszuschuss in Rentabilitätsberechnung eine Einnahmen?

Ich habe eine fachkundige Stelle um Hilfestellung bei der Erstellung meines Businessplan gebeten.

In meiner Rentabilitätsberechnung hatte ich folgende Angaben gemacht:

Einnahmen Monat 1-9: Gründungszuschuss + Auslastung 20%

Einnahmen ab Monat 10: Auslastung 50%

Dies wurde wie folgt geändert:

Einnahmen ab Monat 1: Auslastung 50%

Mir wurde mitgeteilt, dass die Einnahmen aus dem Gründungszuschuss

"nicht" in der Rentabilitätsberechnung aufzuführen sind.

Dies kann ich nicht nachvollziehen. Daher meine Frage:

Ist dies wirklich üblich?

Antwort von

Du solltest grundsätzlich ein Bad Case und ein Worst Case durchrechnen.

Eine Auslastung von 50% ab dem ersten Monat ist meines erachtens unglaubwürdig es seie denn du hast bereits jetzt, also vor der gründung interessenten.

Ich weiß nicht wie du deine Einnahmen berechnest, ich rechne über Stundenlohn.

Ich habe mir den Stundenlohn für Badcase ausgerechnet und dann da noch mal 20 EUR draufgeschlagen, damit es auch im Worst Case zumindest zu einer KOstendeckung kommt.

Im ersten Monat habe ich gerade mal 10 Bezahlte Arbeitsstunden gerechnet, langsame steigerung in 5 Stunden Schritten, im dritten Jahr hab ich 70 Stunden pro Monat, also immer noch keine Auslastung.

50% gleich zu beginn ist unrealistisch, rechne lieber noch mal deinen Stundenlohn durch und guck ob du was an den Preisen ändern kannst.

Zum Gründerzuschuß:

Bei meiner ersten Selbständigkeit war es so:

Der darf auftauchen, darf aber nicht für den Betrieb verrechnet werden. Sprich Gründerzuschuß ist immer komplett Privatentnahme!!

Er erhöht somit nicht deine Liquidität o.ä. Du kannst über die zusätzliche Privatentnahme aus dem Geschäft den Gründerzuschuß indirekt einrechnen.

So habe ich in den ersten Monaten nur eine Privatentnahme von 500 EUR aus dem Geschäftsvermögen berechnet, erst nach Auslaufen der Förderung steigt die Privatentnahme.

Es kann natürlich sein, das sich auch an diesen Vorgaben was geändert hat, aber ich glaube nciht, denn kein Unternehmen kann sich vom ersten Moment an selbst tragen, deswegen, gibt es ja den Gründerzuschuß.

Wenn du es absichtlich schön rechnest unterläufst du ja den Sinn des Businessplans und stellst dein Unternehmen auf Wackelige Füße.

Rede diesbezüglich noch mal mit deinem Coach. Denn der Businessplan soll ja nicht nur schön ausehen, sondern dir auch eine Planungsvorgabe geben.

Ahanit

Antwort von

hallo Philip ...

... ein Gründerzuschuss hat nichts in einem Businessplan zu suchen. Es ist kein Ertrag, der sich originär aus der selbständigen Tätigkeit ergibt.

Wenn, dann wäre er im Bereich der neutralen, außerordentlichen Erträge anzusiedeln, die buchhaltungsrelevant sind, aber im Businessplan zur Ermittlung/Darstellung der betriebswirtschaftlichen Ertragskraft nicht zu suchen haben.

Schau Dir mal den Band "Existenzgründung - Businessplan & Chancen - 2. Auflage - ISBN 978-3-938684-08-5 an. Hier erhältst Du nicht nur die Gliederung aufgezeigt, sondern die einzelnen Posten erklärt - warum hier und nicht dort entsprechende Postitionen stehen. Nach der allgemeinen Beschreibung wird eine authentische Gründung von Beginn an als Muster abgebildet, wie sie in der Praxis erfolgreich auch mit den entsprechenden Bankengesprächen durchgeführt und finanziert wurde. Auch auf Varianten wie best, - middle- und worst case wird eingegangen.

Bedenklich halte ich auch Deinen Einsatz von 50% von irgend etwas. Es ist völlig utopisch, imaginär von einem Sollumsatz von 30%, 50% oder mehr auszugehen. Hier sind absolut konkrete Planzahlen erforderlich und deren Herleitung im allgemeinen Teil zu erklären (siehe Buch). Verstehe es bitte richtig. Planansätze müssen schlüssig erklär- und nachvollziehbar sein und keinesfalls fiktiv.

Auch hier gibt Dir der Literaturtipp nachvollziehbare Hilfestellungen, wie du Umsätze, entsprechende Material- und Wareneinsätze oder sonstige Fremdleistungen als variabele/direkte Kosten ansetzt und einbringst.

Es ist auch notwendig eventuelle Warengruppen oder Dienstleistungsmerkmale getrennt zu spezifizieren, um zu einen Rohertrag zu kommen. Typischerweise kommen hier unterschiedliche Kalkulationansätze zum Einsatz, auch weil die Mengenansätze unterschiedlich sein können.

Das Beschränken auf "eine" Umsatzahl in einem Businessplan zeugt von Dilentantismus und unausgewogene Vorbereitung einer Gründung. Der Plan würde sehr schnell in Frage gestellt und schließlich verworfen verworfen werden. Zudem würde er bei Bankgesprächen ohnehin gleich mit Minuspunkten in der Einschätzung belegt werden.

Schaue Dir mal das Inhaltsverzeichnis der obigen Buchempfehlung unter www.uvis-verlag.de/uv5100.htm an und wäge ab, - ich denke hier macht sich jeder Euro mehr als bezahlt.

Viel Erfolg bei Deinem weiteren Vorhaben.

Antwort von

Dies kann ich nicht nachvollziehen. Daher meine Frage:

Ist dies wirklich üblich?



Ja, der Gründungszuschuss ist steuerfrei, zählt daher nicht zu den Betriebseinnamen. Auch nicht in der Gründungszuschuss. er unterliegt auch nciht dem Progressionsvorbehalt so wie die meisten sozialen leistungen wie das Arbeitslosengeld

Antwort von

@Philip,

zu der Rentabilitätsvorschau, ist es richtig das der Zuschuss nicht mit einbezogen wird. Diese Zuschüsse, dienen der Hilfe Deiner Privaten Lebenshaltungskosten. Solche Zuschüsse, stellen im Steuergesetz keine Einkünfte dar. Anzuraten ist dabei, wenn Du eine Rentabilitätsvorschau erstellst, solltest Du ab dem Betriebsergebnis weiter Rechnen(Cash Flow), welche Kosten weiter zu Tragen sind, aus deinem Privaten Bereich. Abzüglich dieser Kosten, muß, oder sollte Dein Unternehmen ein Gewinn Ausweisen. Ergibt sich insgesamt ein Minus Betrag, würde sich das ganze nicht Tragen. Zu Anfang wirst Du unter aller Wahrscheinlichkeit keine Bücher Führen müssen, und ermittelst Deine Einnahmen und Ausgaben über die Einnahme Überschuss Rechnung. Überschreitest Du einen Gewinn von 50000 Euro, oder einen Umsatz von 500000 Euro, wirst du da zu veranlagt dieDoppelte Buchführung durchzuführen. Ein weiterer Gesichtspunkt den Du für Deine Zukunft berücksichtigen solltest ist, ob Du der Gewerbesteuer unterliegst. Da zu würde ich mich Informieren welchen Hebesatz und welcher Gewerbesteuermessbetrag in Deiner Stadt veranschlagt ist. Freibetrag ist 24500 Euro. Zu Deiner Rentabilitätsvorschau, musst Du Die Umsatzsteuer, und die Vorsteuer als Betriebsausgaben Ansetzen, die denUmsatzerlös um diesen betrag schmälert. Versicherungen, kannst Du nicht mit einbringen, weil diese keine Betriebsausgaben darstellen, sondern bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden.

Frage , welches Unternehmen möchtest Du Gründen.

Antwort von

Wenn der Gründungszuschuss in einer Rentabilitätsberechnung nicht zu suchen hat, weshalb dann private Kosten (Miete, Ernährung usw.)?

Gewerbesteuer und Einkommensteuer werden nicht anfallen. Auch in den nächsten Jahren nicht.

Die 50% Auslastung stammen nicht von mir. Ich hatte 20% angegeben.

1% = 1 Kunde. Branche: Wellness/Massage (meine Frau) sowie Internethandel und diverse andere Tätigkeiten.

Eine Auslastung von 300% ist ab 1.1.2011 auch möglich. Es stehen weitere Mitarbeiterinnen (400,- Euro-Basis) nach Bedarf bereit.

Ich werde versuchen irgendwie unter 17.500,- Euro zu bleiben und habe den Betriebsbeginn wieder ein wenig nach hinten verschoben. Spätestens am 1.9.2010 (90 Tage-Regelung) muss ich aber loslegen.

Antwort von gruenderadmin

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