Am von Ruben in Urteile geschrieben
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Über Sternchen nicht alles abdecken

Werbung mit “Rabatt auf (fast) alles” - muss auch Rabatt auf fast alles sein

Eine Möbelhaus hatte mit der Werbung geworben, dass es 30 Prozent auf (fast) alles geben würde. Dazu war ein Sternchen vorhanden, welches 40 Hersteller von der Aktion ausnahm. Das OLG Köln urteilte, dass das so nicht geht. Es handle sich um eine “objektive Unrichtigkeit” - zu deutsch Lüge.

Irreführende Werbung
Auch aus eigenem Interesse heraus, sollte ein Unternehmer keine irreführende Werbung nutzen.
© 2694568 / pixabay.com

Köln, 12. Juli 2018 - Die Werbung des Möbelmarktes war so gestaltet, dass das Wort “fast” nur sehr klein geschrieben wurde. Hinzu kam, dass sich das Wort ausgerechnet noch senkrecht in den Knick des Prospektes gedruckt wurde. So konnte es von den Kunden gar nicht richtig wahrgenommen werden. Außerdem wurden viele Segmente aufgeführt, in denen der Kunde 30 Prozent Rabatt erhielt. Dieses Prospekt erweckte den Eindruck, dass tatsächlich sehr viele - wenn eben nicht sogar alle - Produkte rabattiert wären. Ein kleines Sternchen jedoch, nahm sehr viele Produkte von dieser Werbung aus.

Abgesehen von den bereits 40 Herstellern, fielen darunter auch bereits reduzierte Ware, Produkte aus anderen Prospekten, Mailings usw., sowie auch komplette Sparten wie Gartenmöbel.

OLG Köln urteilt: Werbung zu unterlassen wegen objektiver Unrichtigkeiten

Die Richter des Oberlandesgerichts Köln führten in ihrem Urteil 6 U 153/17 aus, dass “die Angaben zum Preisnachlass im Blickfang der Werbung objektiv falsch im Sinne einer sogenannten dreisten Lüge seien.” Mit anderen Worten: Für diese objektive Unrichtigkeit (juristischer Fachjargon), besteht kein vernünftiger Anlass.

Eine solche Falschangabe kann auch nicht mit Hilfe eines Sternchen aus dem Weg geräumt werden. Wenn ein Unternehmer mit 30 Prozent auf (fast) alles wirbt, dann sollte er auch tatsächlich diesen Rabatt auf fast alles gewähren. Abgesehen vom juristischen Standpunkt aus, ist es auch aus Sicht des Verbrauchers unangebracht. Unternehmer sollten bei ihren Marketingmaßnahmen darauf achten, dass sie immer im Sinne ihrer Kunden agieren. Es ist mehr als “suboptimal”, wenn sich Kunden durch Werbung hintergangen führen.

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