Am von Ruben in Urteile geschrieben
Bewerten Sie jetzt!
Chef muss sich nicht alles gefallen lassen

Fristlose Kündigung: Heimliche Aufnahme eines Personalgesprächs

Unternehmer die Angestellte beschäftigen, führen hin und wieder ein Personalgespräch. Sei es einfach um aktuelle Dinge zu besprechen oder weil es “sein muss”. Fakt ist, ein Angestellter, der das Personalgespräch mit dem Chef heimlich aufnimmt, darf fristlos gekündigt werden. Auch wenn er schon Jahrzehnte in der Firma tätig ist. Das hat das LAG Frankfurt am Main bestätigt.

Gespräch abhören
Unternehmer, deren Angestellte Gespräche heimlich mitaufzeichnen, dürfen fristlos entlassen werden.
© Couleur / pixabay.com

Frankfurt am Main, 05. Januar 2018 - In einem konkreten Fall hatte ein Angestellter bereits eine Abmahnung erhalten, da er Kollegen beschimpfte. Nachdem der Kollege sich nicht änderte, lud der Unternehmer den Angestellten zu einem Personalgespräch ein.

Der Arbeitnehmer nahm das Gespräch jedoch heimlich mit seinem Smartphone auf. Als der Arbeitgeber einige Zeit danach davon erfuhr, kündigte er ihn trotz 25 Jahre Betriebszugehörigkeit fristlos. Der Angestellte ging deswegen vor Gericht.

Richter geben Unternehmer recht

Der Angestellte verteidigte sich, indem er behauptete, er wusste nicht, dass solche Aufnahmen verboten seien. Außerdem lag das Handy die ganze Zeit über offen auf dem Tisch. Doch das heimliche Mitschneiden von Personalgesprächen verletzt das allgemeine Persönlichkeitsrecht nach Art. 2 Abs. 1 und Art. 1 Abs. 2 des Grundgesetzes.

Zwar müssen bei einer außerordentlichen fristlosen Kündigung die Interessen von beiden Seiten abgewogen werden. Doch trotz 25 Jahre Betriebszugehörigkeit überwiegen in dem Fall die Interessen des Unternehmers. Die Heimlichkeit der Aufnahme sei in keinem Fall zu rechtfertigen gewesen. Außerdem erhielt der Angestellte zuvor eine Abmahnung, da er Kollegen beleidigte (Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 23.August 2017 Aktenzeichen 6 Sa 137/17).

Fazit: Es ist nicht einfach, gutes Personal zu finden. Fakt ist aber auch, dass sich ein Unternehmer keinesfalls alles gefallen lassen muss. Gerade wenn das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört ist, sollten auch drastische Schritte in Erwägung gezogen werden.

vg wort pixel
Spontanurlaub rechtfertigt fristlose Kündigung

Fristlose Kündigung nach eigenmächtigen Spontanurlaub gerechtfertigt

Ein Arbeitnehmer, der eigenmächtig und nicht abgesprochen Urlaub nimmt, kann vom Unternehmer fristlos gekündigt werden. Eine Abmahnung muss dieser zuvor nicht aussprechen. Eine Arbeitnehmerin hatte spontan und ohne Rücksprache per E-Mail dem Unternehmen geschrieben, dass sie sich derzeit auf Mallorca befindet und eine Woche Spontanurlaub nimmt. Das LAG Düsseldorf sieht dies als erhebliche Verletzung der vertraglichen Arbeitspflichten.

Besetztes Haus

Wiederholt unpünktlich gezahlte Miete ist Kündigungsgrund

Zahlt ein Wohnungsmieter den Mietzins trotz wiederholter Abmahnung zu spät, darf der Vermieter kündigen, auch wenn der Zahlungsverzug jeweils nur wenige Tage beträgt. Denn es handelt sich um eine erhebliche Pflichtverletzung. Das hat das Landgericht Nürnberg-Fürth in einem Berufungsverfahren gegen einen Räumungsbeschluss entschieden.

hart arbeitender mann

Unternehmer können Angestellte für 12 Tage ohne Ruhetag beschäftigen

Ein Unternehmer kann einen Angestellten zu 12 Tagen Arbeit am Stück ohne Ruhetag verpflichten. Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen innerhalb der EU sehen zwar vor, dass jedem Arbeitnehmer innerhalb eines 7-Tages Zeitraums ein Ruhetag zusteht. Aber es ist nicht definiert, wann dieser innerhalb der 7-Tages-Periode sein muss. So hat vor Kurzem der Europäische Gerichtshof geurteilt.