Am von Torsten in Urteile geschrieben und am 15.10.2019 um 12:16 aktualisiert
Domainadressen

Ausgaben für Domainadressen sind keine Betriebsausgaben

Wer einen bereits erfolgreichen Domain-Namen für seinen Internet-Auftritt übernimmt, kann die Anschaffungskosten dieser Internetadresse nicht als Betriebsausgaben abschreiben. Grund: Der Bundesfinanzhof wertet Internetadressen als nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter.

Das globale Internet
Die Aufwendungen für den Kauf einer Domain dürfen nicht als sofortige Betriebsausgaben angesetzt werden.
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München, 26. Juli 2017 - Einen Internetauftritt bei Null zu starten und zum Erfolg zu führen, setzt viel Zeit voraus - kostspielige Zelt. Bis eine Webseite erfolgreich genug ist, kann es Jahre dauern. Der Domain-Name, also die Internetadresse, muss zum Projekt passen und schnell bekannt werden. In einer Webseite steckt viel Arbeit. Diesen Aufwand verringern viele dadurch, indem sie teilweise hohe Beträge dafür bezahlen, eine bestehende Domain zu übernehmen.

Domain-Namen sind nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter

Unternehmer brauchen für ihren Internetauftritt einen Domain-Namen. Sind mit dem Erwerb bzw. der Übertragung des Domain-Namens Aufwendungen verbunden, dürfen diese nicht sofort als Betriebsausgaben abgezogen werden. Laut einem entsprechenden Urteil des Bundesfinanzhofs seien solche Aufwendungen, die an den bisherigen Inhaber eines Domain-Namens geleistet würden, "Anschaffungskosten für in der Regel nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter".

Demzufolge geht der Bundesfinanzhof davon aus, dass die Nutzbarkeit dieser wie auch anderer Domain-Namen zeitlich nicht begrenzt ist. Also können Unternehmer Investitionen in Domains auch nicht abschreiben. Üblicherweise werden von den Anschaffungskosten der abnutzbaren Wirtschaftsgüter jährlich Absetzungen für Abnutzung (AfA) vorgenommen. Diese verringern den Betriebsgewinn und senken somit die Steuerlast. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden als einmalige Betriebsausgaben sofort komplett abgeschrieben.

Wann ist ein Domain-Name abnutzbar?

Im beschriebenen Urteil handelte es sich um einen Domain-Namen, der sich auf einen Fluss in Deutschland bezieht. Damit sei deren Bekanntheit unabhängig vom Zeitgeist und von werterhaltenden Aufwendungen, so der Bundesfinanzhof. Was aber, wenn sich die Domain z. B. auf eine Marke bezieht? Ob in solchen Fällen ein Domain-Name abnutzbar ist, bleibt weiter offen.


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