Am von Torsten Montag in UNTERNEHMERTUM & SELBSTSTÄNDIGKEIT geschrieben und am 04.07.2026 um 10:52 aktualisiert
Praxisbeispiel aus dem Fensterhandel

Vom Handwerksprodukt zum skalierbaren Online-Geschäftsmodell

Viele Gründer glauben, dass sie bestimmte Produkte online kaum verkaufen können. Sie halten Sondermaschinen, Industrieanlagen oder maßgefertigte Bauelemente für zu komplex und individuell. Doch heute können Sie fast alles online verkaufen oder zumindest digital vorbereiten. Die Frage ist nicht mehr, ob das geht. Wichtig ist, wie gut Sie den Verkauf digital gestalten. Und genau darin liegt Ihre Chance! Wenn viele glauben, dass Online-Verkäufe in einem bestimmten Segment nicht funktionieren, finden Sie dort oft eine Marktlücke. Wer das System sauber aufbaut, besetzt einen Bereich, den andere noch meiden.

Eine Person konfiguriert auf ihrem Laptop die Einrichtung für zu Hause.
Auch scheinbar nicht im Internet verkäufliche Dinge, lassen sich dort verkaufen. Wenn Sie es richtig machen!
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Ein Beispiel ist der Online-Fensterhandel von MeinFenster24. Er zeigt seit Jahren erfolgreich, wie ein Unternehmer erklärungsbedürftige Produkte nach Maß online skaliert.

Warum komplexe Produkte den Onlinehandel herausfordern

Komplexe Produkte bereiten dem Onlinehandel Probleme, die über die normale E-Commerce-Logik hinausgehen.

  1. Aufwand: Kunden können das Produkt nicht einfach bestellen wie in einem Katalog. Kleidung oder Elektronik vergleichen sie schnell. Doch bei Fenstern oder Türen müssen sie viele technische Details wählen. Der muss bestimmte Maße, Materialien und Verglasungen wissen, bevor er den Kauf abschließt.
  2. Fehleranfälligkeit: Je komplexer das Produkt, desto eher besteht die Gefahr, dass Kunden das Falsche bestellen. Schon kleine Fehler beim Konfigurieren führen dazu, dass ein Produkt nicht passt oder nicht richtig funktioniert. Solche Fehler kosten deutlich mehr Geld als bei normalen Onlinekäufen.
  3. Mangelndes Vertrauen: Im Internet fehlt oft das Vertrauen. Im Laden beraten Verkäufer ihre Kunden persönlich. Digital erleben Käufer weder das Produkt noch den Anbieter, bevor sie sich entscheiden. Außerdem handelt es sich meist um preisintensivere Produkte.

Diese drei Faktoren – der Aufwand beim Entscheiden, das Risiko für Fehler und das fehlende Vertrauen – machen den Online-Verkauf anspruchsvoll. Gleichzeitig bieten sie Platz für neue Ideen und Modelle, die Sie skalieren können.

Der Schlüssel zum Erfolg: Der Konfigurator als digitales Vertriebssystem

Sie lösen diese Herausforderung, indem Sie die Kaufentscheidung systematisieren. Im Mittelpunkt könnte dabei - je nach Produkt - ein Konfigurator stehen. Dieses System ersetzt nicht nur die klassische Präsentation, sondern es übernimmt eine aktive Rolle im Verkauf.

Sie als Verkäufer müssen den Kunden nicht mehr durch die Auswahl führen. Das digitale System übernimmt diese Aufgabe Schritt für Schritt.

Worauf Unternehmer bei Konfiguratoren achten müssen

Damit ein Konfigurator in der Praxis funktioniert, sind mehrere Punkte entscheidend: 

  • Klare Benutzerführung: Das System überfordert den Kunden nicht.
  • Logische Reihenfolge: Alle Entscheidungen bauen aufeinander auf.
  • Fehlervermeidung: Das Programm schließt ungültige Kombinationen sofort aus oder fragt bei ungewöhnlichen Angaben nach
  • Einfache Eingaben: Besonders bei kritischen Daten wie Maßen
  • Transparente Preislogik: Der Preis muss jederzeit nachvollziehbar sein

Ein gut aufgebauter Konfigurator ist also keine einfache Produktoberfläche, sondern ein vollständig digitaler Verkaufsprozess. Im Fall des Online-Fensterhandels von MeinFenster24.de zeigt sich genau dieses Prinzip in der Praxis.

Der gesamte Bestellprozess ist genau so strukturiert. Somit können Kunden auch komplexe Produkte Schritt für Schritt konfigurieren und benötigen dafür keine klassische Beratung.

Vertrauen entsteht nicht durch Verkäufer, sondern durch Struktur

Bei komplexen und teuren Produkten entscheidet das Vertrauen über den Erfolg im Onlinehandel. Kunden kaufen häufig, ohne das Produkt oder den Anbieter vorher zu sehen. Deshalb müssen Sie Unsicherheiten im Vorfeld abbauen.

In digitalen Modellen bauen Sie Vertrauen durch Struktur auf. Sie müssen Kunden nicht mehr persönlich im Gespräch überzeugen. Denn dafür sorgen klare Auswahlprozesse, eine transparente Logik beim Preis und eine einfache Führung durch die Bestellung.

Ein gutes System ersetzt den Menschen nicht vollständig, es verschiebt ihn stattdessen in unterstützende Rollen. Beratung bleibt wichtig, aber Mitarbeiter klären nur noch spezifische Fragen.

Und damit ist die Beratung kein Kern der Kaufentscheidung mehr. So entsteht ein Prozess, in dem sich Kunden sicher fühlen. Sie verstehen jederzeit, wo sie sich befinden und welche Folgen ihre Entscheidungen haben.

Skalierung durch Standardisierung statt Personal

Erfolgreiche Online-Modelle standardisieren ihre Prozesse konsequent. Klassische Modelle brauchen viel Beratung und persönlichen Aufwand. Digitale Systeme skalieren dagegen unabhängig von der Zahl der Mitarbeiter.

Der Fensterhandel zeigt dieses Prinzip deutlich. Anbieter wickeln hohe Mengen ab und nutzen Standard-Prozesse. So arbeiten sie effizienter als der Fachhandel. Preise werden wettbewerbsfähiger und stabiler.

Händler geben Vorteile beim Einkauf direkt an Kunden weiter. Skalierung entsteht in diesem Modell nicht durch mehr Personal, sondern durch bessere Systeme.

Cross-Selling und Erweiterung des Geschäftsmodells

Der reine Produktverkauf ist oft nur der Einstieg in ein größeres Geschäftsmodell. Komplexe Produkte bieten entlang der Wertschöpfungskette viele zusätzliche Möglichkeiten für mehr Umsatz. Dazu zählen unter anderem die Montage, die Lieferung, das Zubehör oder ergänzende Servicepakete.

Besonders interessant ist der Ansatz, die Leistungen modular zu ergänzen und teilweise über Partnernetzwerke anzubieten. Dadurch wird aus einem reinen Produktgeschäft ein erweitertes Service-Ökosystem.

Für Gründer bedeutet das: Umsatz entsteht nicht nur durch das Produkt selbst. Er entsteht zunehmend durch ergänzende Services, im Optimalfall durch wiederkehrende Cashflows – Stichwort: Abomodell. Ein solches Abomodell könnten Wartungsverträge, Versicherungen und Ähnliches sein.

Übertragbarkeit auf andere Branchen

Sie können das Prinzip aus dem Fensterhandel überall nutzen. Typische Beispiele sind Möbel, Küchen, technische Anlagen oder Fotovoltaik. Entscheidend ist nicht die Branche oder das Produkt, sondern wie Sie den Kaufprozess strukturieren.

Zerlegen Sie ein Produkt in leicht verständliche und kleinere Stufen. Dann bilden Sie es digital ab. Der Konfigurator reduziert die Komplexität und Sie können so Ihr Geschäft skalieren.

Fazit: Das eigentliche Prinzip hinter dem Online-Fensterhandel

Der Online-Verkauf von Fenstern zeigt ein wichtiges Prinzip im modernen E-Commerce. Erfolgreich sind nicht die Unternehmen mit den einfachsten Produkten.

Es gewinnen jene, die komplexe Produkte so strukturieren, dass Kunden sie digital kaufen können und zufrieden sind. Wichtig ist nicht das Produkt, sondern wie Sie den Verkauf systematisieren.

Der Konfigurator steht dabei symbolisch für einen Wandel: Sie verkaufen nicht mehr durch intensive Beratungsgespräche, sondern durch strukturierte Systeme.

MeinFenster24 setzt diesen Ansatz praktisch um. Der Online-Händler zeigt, wie Sie komplexe Produkte erfolgreich digital vermarkten.

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Redaktion Über den Autor: Torsten Montag
Herr Montag ist seit 2004 als Chefredakteur inhaltlich für das Gründerlexikon verantwortlich. Er ist regelmäßig Interviewpartner sowie Gastautor von Fachbeiträgen externer Medien zum Thema Gründung und Selbständigkeit. Bevor er gruenderlexikon.de gegründet hat, war er als Steuerfachangestellter und Betriebswirt ua. bei PwC und KPMG sowie einer Steuerkanzlei in Thüringen tätig.
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