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Krankenversicherung

Freiwillig in der GKV versichert: Unternehmer sollten jetzt schnell handeln!

Bei Selbstständigen und Freiberuflern, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, werden die Beiträge in den meisten Fällen anhand des aktuellen Steuerbescheids berechnet. Doch in einigen Fällen darf die Krankenkasse die Beiträge rückwirkend auch erhöhen oder senken.

freiwillig gkv versichert
© Stefan Bayer / pixelio.de

Berlin, 19. Mai 2016 - Unternehmer die ihre Steuererklärung bereits erledigt und den Steuerbescheid haben, sind gut beraten, diesen zu überprüfen und ggf. schnell der Krankenkasse weiterzuleiten. Hintergrund ist, dass die Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse bei Selbstständigen anhand des Einkommens berechnet wird. Ist dieses im letzten Jahr gesunken, so sinken auch die Beiträge zur Krankenkasse. Allerdings wird diese Änderung erst im Folgemonat berücksichtigt. Bei einem gesunkenen Einkommen ist es also wichtig, den Steuerbescheid sofort weiterzuleiten. Unternehmer, die beispielsweise ihren Steuerbescheid im Mai erhalten und bei der Krankenkasse einreichen, zahlen ab Juni den veränderten Beitrag.

Auch bei erhöhtem Einkommen muss sofort gehandelt werden

Wie die Zeitschrift “Der Steuerzahler” in seiner Ausgabe 5/16 auf Seite 105 berichtet, gilt das allerdings auch für Selbstständige, deren Einkommen gestiegen ist. Unternehmer die der Meinung sind, sich noch Zeit zu lassen, damit höhere Beiträge erst später wirksam werden, erliegen einem Irrtum.

Bei verspäteter Vorlage des Einkommensnachweises, darf die Krankenkasse die Beiträge auch rückwirkend nachfordern.

Würde der Unternehmer, der seinen Steuerbescheid im Mai erhalten hat, diesen also erst im Oktober einreichen, darf die Krankenkasse den Beitrag rückwirkend zum Mai anpassen (entscheidend ist der Monat nach Erhalt des Steuerbescheids). Der Unternehmer müsste den Fehlbetrag in einer Summe zurückzahlen.

Existenzgründer noch stärker betroffen

Vor allem Existenzgründer könnten von einer nachträglichen Beitragserhöhung stark betroffen sein. In der Regel werden die Beiträge nicht rückwirkend angepasst, außer in speziellen Situationen wie beispielsweise oben erwähnt. Eine weitere Ausnahme sind Existenzgründer. Da bei ihnen noch kein Steuerbescheid vorliegt, wird das Einkommen von der Krankenkasse geschätzt und vorläufig festgesetzt. Stellt sich nun heraus, dass das Einkommen des Existenzgründers höher war, als die Schätzung, so wird der Beitrag für die Zukunft und Vergangenheit angepasst. Auch hier muss der Existenzgründer den Fehlbetrag nachzahlen.

Einkommensrückgang um 25% rechtfertigt nachträgliche Senkung des Beitrags

Die dritte Ausnahme, bei der die Beiträge zur GKV rückwirkend geändert werden können, ist ein Einkommensrückgang um mindestens 25 Prozent. Ein Unternehmer könnte zum Beispiel den Einkommensteuer-Vorauszahlungsbescheid an die Krankenkasse als Nachweis weiterleiten, wie “Der Steuerzahler” berichtet. Bestätigt sich das gesunkene Einkommen mit dem endgültigen Steuerbescheid, so gilt die Beitragssenkung auch für Zukunft. Liegen das Einkommen jedoch dann doch höher, wird der Beitrag wieder rückwirkend entsprechend erhöht.

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Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenkasse ab 2019 halbiert

Der deutsche Bundestag hat den Gesetzentwurf zum Versichertenentlastungsgesetz angenommen. Damit ergeben sich bei Angestellten ab dem Jahr 2019 deutliche Entlastungen. Die aus Sicht des Gründerlexikons wichtigen Änderungen betreffen jedoch auch Selbstständige, die in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert sind. Denn hier sinkt der monatliche Mindestbeitrag zur GKV um mehr als 50 Prozent.

Kranke Mitarbeiter und Unternehmer profitieren von der neuen Entgeltfortzahlungsversicherung

Die Krankschreibungen in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2016 den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Wie eine Analyse der gesetzlichen Krankenkassen ergab, meldete sich mehr als jeder dritte Berufstätige mindestens einmal krank. Im Schnitt dauerte die Erkrankung mehr als zwölf Tage – eine Zeit, in der Unternehmen Lohn und Gehalt weiterzahlen müssen.

Mindestbeiträge zur Krankenversicherung sollen auf die Hälfte sinken

Das Bundesministerium für Gesundheit hat vergangene Woche den Entwurf für ein “Gesetz zur Beitragsentlastung der Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung” vorgelegt. Vorgesehen ist unter anderem, dass der Mindestbemessungsbetrag für Selbstständige auf 1.142 Euro halbiert werden soll. Für viele Selbstständige ergibt sich damit eine Halbierung der Krankenkassenbeiträge von derzeit 420 Euro auf 210 Euro im Monat.