Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Bürokratie

Unternehmer müssen Betriebsprüfer absichtlich täuschen

Unternehmer und vor allem Existenzgründer sind sehr aufgeregt wenn sie erfahren, dass eine Betriebsprüfung ins Haus steht. Allzu verständlich, denn wer blickt in dem Dschungel an Verordnungen und Vorschriften schon wirklich durch? Diese enorme Komplexität im deutschen Steuerrecht gibt auch Betriebsprüfern und dem Finanzamt genügend Schlupflöcher und Möglichkeiten, Fehler in der Buchhaltung zu finden und damit “Einnahmen” zu generieren.

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© Alexas_Fotos / pixabay.com

München, 09. September 2016 - Das Gründerlexikon hat mit einem ehemaligen Betriebsprüfer gesprochen, der interessante Informationen preisgab. Die Komplexität des deutschen Steuerrechts ermöglicht es vielen Unternehmen, Schlupflöcher zu finden und ihre Steuern zu optimieren. Andererseits haben auch der Staat und die Prüfer so genügend Spielraum, um eine zusätzlich Einnahmequelle zu erschließen. Im Jahr 2015 konnten die mehr als 13.000 Prüfer circa 17 Milliarden Euro Steuereinnahmen durch Betriebsprüfungen generieren (Quelle: de.statista.com).

Betriebsprüfer werden angehalten “Kostendecken” zu arbeiten

Der Informant des Gründerlexikons erklärte, dass Betriebsprüfer in Seminaren angehalten werden, “kostendeckend” zu arbeiten. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass sie Papier usw. einsparen sollten. Betriebsprüfer sollten ihre eigenen Kosten “reinholen” um damit seine eigene Stelle zu finanzieren. Im Schnitt sollte ein Unternehmer damit rechnen, dass pro Woche, die der Beamte für die Prüfung aufwendet, circa 1.500 Euro nachzuzahlen seien.

In Weiterbildungen und Seminaren erhalten die Prüfer auch Tipps (oder Tricks), wie sie selbst bei einer ordentlichen Buchführung Ansatzpunkte finden, um Steuernachzahlungen zu generieren.

An Fahrtenbüchern gibt es immer etwas zu bemängeln

Häufig muss dann das Fahrtenbuch des Unternehmers dran glauben. Finden Prüfer nur einen kleinen Punkt, der nicht korrekt ist, kann das gesamte Fahrtenbuch als formfehlerhaft deklariert werden. Die Folge ist, dass die Fahrten und Ausgaben vom Prüfer festgelegt bzw. geschätzt werden, selbstverständlich zugunsten des Finanzamts. Weitere Fallstricke ergeben sich bei Unternehmern, die im Gastronomiegewerbe oder Lebensmittelbereich tätig sind. Kann Ware bei einem Bäcker im Geschäft verzehrt werden, so ist die 7%-ige Umsatzsteuer hinfällig. Die Differenz zu 19 % Umsatzsteuer muss dann nachgezahlt werden. Oder findet der Prüfer auf einer Eingangsrechnung nur einen minimalen Fehler, so kann die Vorsteuer der Rechnung nicht mehr angerechnet werden. Im Gründerlexikon gibt es noch weitere Tipps und Hinweise, wie die Prüfer bei einer Betriebsprüfung arbeiten.

Tipps für die Betriebsprüfung: Fehler bewusst einbauen

Einige Steuerberater gehen soweit, dass sie bewusst Fehler in die Buchhaltung einbauen, die der Betriebsprüfer auch finden soll. Damit hat er seine Pflicht erfüllt und etwas gefunden. Im Gegenzug forscht er womöglich nicht weiter nach und entdeckt nicht die eigentlichen “Steuersünden” des Unternehmers. Den Steuerberater an seiner Seite zu haben ist auch genereller Tipp für Existenzgründer. Sie verfügen über deutlich mehr Erfahrung und haben in der Regel schon einige Prüfungen mitgemacht. Außerdem können sie mit Betriebsprüfern verhandeln und die eine oder andere Nachforderung doch noch abweisen.

Lese-Tipp für Unternehmer: In 2 eBooks beschreibt das Gründerlexikon, in Zusammenarbeit mit einem Wirtschaftsprüfer und einem Steuerrechtsprofessor, was Unternehmer alles bei einer Betriebsprüfung beachten sollten. Wie verhalte ich mich gegenüber dem Prüfer richtig? Was gilt es vor, während und nach einer Prüfung zu beachten? Welche Methoden werden von Prüfern und Ämtern angewandt? Wie oft muss ich mit einer Prüfung rechnen? Was müssen Kleinunternehmer, Freiberufler und Gewerbetreibende beachten? Und viele weitere Details: So kommen Sie sicher durch die Betriebsprüfung.

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Portal des Finanzamtes Düsseldorf Nord, hier: Betriebsprüfung

Betriebsprüfung - So arbeiten die Prüfer

Immer wieder schwärmen die insgesamt 13.000 Prüfer der Finanzämter aus und verschaffen dem Staat durch Prüfungen der Kleinbetriebe und mittelständischen Unternehmen insgesamt Mehreinnahmen von 18 Milliarden Euro. Bei fast jeder Prüfung können die Prüfer etwas finden, doch Unternehmer und Gründer sollten einerBetriebsprüfung gelassen entgegen sehen.

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